Bei der Fahrzeugfolierung geht nichts ohne Laminate, Schutz- und Tönungsfolien. Denn diese machen Fahrzeuge widerstandsfähig gegen UV-Strahlung, Verschmutzung und Witterungseinflüsse. PSPs müssen Qualität gewährleisten, Garantien bieten und nachhaltig handeln, um erfolgreich zu bleiben.

Historische Anstriche können durch Schutz- oder Farbschichten erhalten werden. Foto: S. Angerer / AI

Die Fahrzeugfolierung boomt – sei es als Werbefläche, Lackschutz oder Design-Statement. Doch nur die richtige Laminatschicht macht bedruckte Folien widerstandsfähig gegen UV-Strahlung, Verschmutzung und mechanische Beanspruchung. Für Druckdienstleister sind die Auswahl und der richtige Umgang mit Laminat entscheidend, um Qualität und Langlebigkeit zu gewährleisten sowie die Anforderungen von Garantieprogrammen zu erfüllen.

Was ist eine Fahrzeugfolierung?

Es gibt verschiedene Arten der Fahrzeugfolierung:

  • Eine Vollfolierung ersetzt den Lackiervorgang und wird häufig eingesetzt, um die Farbe zu ändern oder den Originallack zu schützen.
  • Die Teilfolierung beschränkt sich auf bestimmte Bereiche des Fahrzeugs, wie zum Beispiel die Motorhaube, das Dach oder die Türen.

Sowohl Voll- als auch Teilfolierungen werden hauptsächlich zu Werbezwecken eingesetzt. Das bedeutet, dass sie Logos, Slogans oder Produktbilder zeigen; manchmal sind sie sogar individuell gestaltet. Fahrzeugfolierungen zu Werbezwecken sind insbesondere bei Firmenflotten weit verbreitet.

Schutzfolien bei der Fahrzeugfolierung

Vor allem Endkunden lassen ihre Fahrzeuge gerne mit Schutzfolien bekleben:

  • Lackschutzfolie (PPF): Die transparente, unbedruckte Schutzfolie dient in erster Linie dem Schutz des Lacks. Sie wird in der Regel an besonders stark beanspruchten Stellen wie dem Einstiegsbereich oder der Ladekante angebracht. Lackschutzfolien sind bei verschiedenen Anbietern erhältlich, z. B. bei Suntek oder
  • Tönungsfolien ( z. B. von Avery Dennison oder Orafol) bieten Schutz vor Hitze und Blendung. In einigen Ländern ist ihre Verwendung aus Sicherheitsgründen jedoch auf bestimmte Bereiche des Fahrzeugs beschränkt.
Nur mit der richtigen Folie verläuft ein Fahrzeugfolierungsprojekt reibungslos. Foto: S. Angerer / AI

Warum werden bei der Fahrzeugfolierung Laminate verwendet?

Folien für die Fahrzeugbeklebung sind extremen Bedingungen ausgesetzt. UV-Strahlung, Temperaturschwankungen, mechanische Beanspruchung – beispielsweise durch Bürsten – sowie Chemikalien wie Reinigungsmittel oder Salz haben verheerende Auswirkungen auf die Oberfläche.

Schutzfolien wie Steinschlagschutzfolien oder Tönungsfolien für Autofenster sind in der Regel für eine Lebensdauer von 7 bis 10 Jahren ausgelegt. Bei Farbfolien für die Fahrzeugvollverklebung geht man üblicherweise von einer Lebensdauer von drei bis fünf Jahren aus. Es gibt jedoch auch spezielle Farbfolien, beispielsweise von Arlon, für die eine Garantie von sieben Jahren oder mehr gewährt wird.

Die Haltbarkeit von bedruckten Folien für die Fahrzeugfolierung hängt in hohem Maße von der verwendeten Tinte ab. Lösungsmittelbasierte Tinten dringen tief in das Vinyl ein. Dadurch werden die Motive besser vor Kratzern und Chemikalien geschützt als bei der Verwendung von UV-härtenden oder Latex-Tinten, da diese eine dünne Schicht auf der Folie bilden, sodass selbst geringfügige Beschädigungen deutlich sichtbar sind.

In der Regel empfehlen die meisten Hersteller von Druckträgern für die Fahrzeugfolierung, Folien ohne Laminat höchstens einige Wochen lang zu verwenden. Ohne geeignete Schutzmaßnahmen kann die Druckfarbe verblassen, sich ablösen oder die Folie selbst spröde werden.

Wann Laminat bei der Fahrzeugfolierung erforderlich ist

Eine Laminierung ist eine transparente Schutzschicht, die nach dem Druck auf die Folie aufgebracht wird. Sie schützt die Druckfarben vor UV-Strahlung, mechanischer Beanspruchung und Feuchtigkeit. Bei der Fahrzeugfolierung ist der Einsatz einer Laminierung in den meisten Fällen zwingend erforderlich, insbesondere bei langfristigen Anwendungen oder bei Folien an stark beanspruchten Stellen wie Stoßfängern oder Türgriffen.

Eine matte oder glänzende Laminatfolie verbessert nicht nur die Haltbarkeit, sondern wertet auch das Erscheinungsbild auf. Es gibt zudem einige Laminate, die das Design durch zusätzliche Effekte wie Carbonoptik oder Glitzer bereichern, z. B. die Schutzlaminat-Serie 8900 von 3M Wrap.

Eine besondere Form des Laminats ist das sogenannte Flüssiglaminat. Dabei handelt es sich um Schutzbeschichtungen , die mit speziellen Maschinen, beispielsweise von Bürkle, aufgetragen werden. Sie werden vor allem zum Schutz großformatiger Drucke eingesetzt, wie beispielsweise Grafiken für Anhänger oder LKW-Planen.

In Deutschland dürfen Tönungsfolien an der Front-, Seiten- und Heckscheibe angebracht werden. Foto: S. Angerer / AI

Laminieren von bedruckten Fahrzeugfolien: Die Grundlagen

Beim Laminieren von Fahrzeugfolien spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle. Es ist jedoch stets von entscheidender Bedeutung, dass die Trocknungszeit der Druckfarbe genau eingehalten wird. Bei Motiven, die mit Latex- und UV-härtenden Druckfarben gedruckt wurden, kann mit der Laminierung bereits nach etwa einer Stunde begonnen werden, da das gefürchtete „Ausgasen“, d. h. die Bildung von Blasen im frisch laminierten Material, ausgeschlossen ist.

Dies liegt daran, dass es durch Lösungsmittel verursacht wird, die noch nicht vollständig aus der bedruckten Folie entwichen sind. Latex- und UV-härtende Druckfarben enthalten hingegen keine nennenswerten Mengen an VOCs.

Aus diesem Grund sollten Fahrzeugfolien, die mit lösungsmittelbasierten oder Eco-Solvent-Tinten bedruckt wurden, mindestens 6–8 Stunden, vorzugsweise jedoch bis zu 24 Stunden, ausgasen. Nur so lässt sich verhindern, dass sich die Laminate teilweise wieder ablösen oder der Schutzlack Blasen bildet.

Ein weiterer häufiger Fehler beim Auftragen von Laminaten ist die Verwendung inkompatibler Produkte. Das Laminat muss nicht nur auf das verwendete Druckträgermaterial, sondern auch auf die Druckfarbe abgestimmt sein. Hersteller wie Hexis stellen daher Kompatibilitätslisten zur Verfügung .

Ein ungeeignetes Laminat kann verschiedene Arten von Schäden verursachen:

  • Vollständige oder teilweise Ablösung
  • Blasenbildung
  • Verformung oder Schrumpfung bei Hitze oder Kälte

Häufig verändert ein ungeeignetes Laminat auch die Eigenschaften der Folie. Das bedeutet, dass es beim Folieren nicht mehr so einfach ist, die Folie zu dehnen oder in 3D-Formen zu bringen. Letztendlich könnte das gesamte Folierungsprojekt scheitern.

Als Faustregel gilt, dass für eine Gießfolie stets ein Gießlaminat und für ein kalandriertes Drucksubstrat eine kalandrierte Folie verwendet werden sollte. Auch das Trägermaterial sollte identisch sein. Dies ist besonders wichtig bei PVC-freien Folienalternativen für den Digitaldruck, bei denen viele verschiedene Kunststoffarten zum Einsatz kommen können.

Weitere Ursachen für Probleme bei der Laminierung von Fahrzeugfolien können die Laminiergeschwindigkeit, die Temperatur und der Druck sein, da diese sorgfältig auf das Material abgestimmt werden müssen, um Blasen, Falten und Verfärbungen zu vermeiden.

Garantieprogramme für Fahrzeugfolierungen

Hersteller wie 3M und Avery Dennison bieten spezielle Garantieprogramme für Fahrzeugfolierungen an. Diese Programme gewährleisten die Haltbarkeit und Qualität der Fahrzeugfolierung über mehrere Jahre hinweg. Voraussetzung ist jedoch, dass zertifizierte Druckmaterialien, Laminate und Druckfarben verwendet werden. Die 3M MCS-Garantie deckt alle Komponenten ab und garantiert eine festgelegte Lebensdauer.

Avery Dennison bietet mit der ICS-Leistungsgarantie ein ähnliches Konzept an, das auf bewährten Kombinationen basiert. Diese Programme sind nicht nur ein Qualitätsversprechen, sondern auch ein starkes Verkaufsargument gegenüber Endkunden. Sie setzen jedoch voraus, dass die Druckerei mit zertifizierten Geräten arbeitet und alle Verarbeitungsschritte dokumentiert werden.

Nachhaltigkeit bei der Fahrzeugfolierung

Auch im Bereich der Fahrzeugfolierung gewinnt das Thema Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Hersteller wie Grafityp bieten mittlerweile PVC-freie Folien oder recycelbare Laminate an. Auch die Reduzierung von VOCs in Klebstoffen ist ein Schritt in Richtung einer umweltfreundlichen Produktion. Dennoch bleibt die Fahrzeugfolierung ein Geschäftsbereich, in dem im Prozess erhebliche Abfallmengen anfallen. Daher ist es wichtig, dass eine Folierung lange hält. Laminate können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Mithilfe von Schutz- und Farbfolien lassen sich auch wertvolle, z. B. historische Autolacke schützen. Im Vergleich zur herkömmlichen Lackierung werden weniger Chemikalien, Rohstoffe und Wasser benötigt. Dadurch können Schutzfolien dazu beitragen, dass ein Fahrzeug länger genutzt werden kann. Dies schont langfristig wertvolle Ressourcen.

Zusammenfassung

Laminate und Schutzfolien sind bei der Fahrzeugfolierung unverzichtbar. Denn sie schützen nicht nur Druckfarben und Folien vor UV-Strahlung, mechanischer Beanspruchung und Witterungseinflüssen, sondern tragen auch maßgeblich zur optischen Qualität und Haltbarkeit der Folierung bei. Für Druckereien bedeutet dies, dass hochwertige Ergebnisse nur durch die richtige Auswahl und fachgerechte Verarbeitung von Laminaten erzielt werden können – abgestimmt auf Druckfarbe, Folie und Anwendungszweck.

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