Laurel Brunner unterstreicht die wachsende Bedeutung der ISO-Normen für die Förderung der Nachhaltigkeit im Druck. Neue Metriken, darunter ISO 16759 für den CO2-Fußabdruck und die ISO 22067-Serie für die Umweltberichterstattung, bieten Druckereien wichtige Werkzeuge. Diese Standards vereinfachen komplexe Datenanforderungen und gewährleisten die Einhaltung der sich entwickelnden EU-Umweltvorschriften.

Woher wissen Sie, ob die Druck- und Verlagsbranche nachhaltiger wird? Nun, das wissen Sie nicht, denn wir haben keine allgemeingültigen Metriken oder gemeinsame Referenzen. Was wir aber haben, ist eine wachsende Zahl winzig kleiner Anzeichen für Verbesserungen. Zusammengenommen deuten sie darauf hin, dass wir tatsächlich Fortschritte bei der Verbesserung unserer ökologischen Nachhaltigkeit machen.

Ein Beispiel dafür ist die wachsende Zahl von ISO-Normen, die sich mit der Nachhaltigkeit des Drucks befassen. Im Technischen Komitee 130 der ISO für Grafiktechnologie gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich ausschließlich mit Normen zur ökologischen Nachhaltigkeit für Druckereien und Verlage befasst. Die ISO hat mehrere von der TC130-Arbeitsgruppe entwickelte Dokumente veröffentlicht und zwei weitere sind in Vorbereitung. Diese Standards bieten Druck- und Verlagsunternehmen eine Reihe von Instrumenten, die ihnen dabei helfen, ihr Geschäft ökologisch nachhaltiger zu gestalten.

ISO 16759 ist ein Kohlenstoffrechner zur Berechnung des Kohlenstoff-Fußabdrucks einer Druckauflage und damit eines einzelnen Druckprodukts. ISO 20690 hilft Druckereien und Herstellern von Digitaldruckmaschinen bei der Ermittlung des Stromverbrauchs ihrer Digitaldruckgeräte. Sie dient zur Messung des Stromverbrauchs von digitalen Produktionsdruckmaschinen mit relativ wenigen Stopps und Starts, in der Regel kleinformatige Digitaldruckmaschinen, die für den Druck hoher Auflagen eingesetzt werden. ISO 21632 ist ein äquivalentes Dokument, das sich auf digitale Druckgeräte konzentriert, die mehrere Betriebsarten haben, also viele Stopps und Starts. Dabei handelt es sich in der Regel um Großformat-Digitaldrucker in den Bereichen Schilder- und Displaydruck sowie Spezialdruck.

Die Arbeitsgruppe ISO TC130 entwickelt auch die ISO 22067-Serie. Darin werden die Anforderungen an die Berichterstattung über die Umweltaspekte von Druckern festgelegt. Umweltaspekte sind Dinge, die sich auf die Umwelt auswirken können, wie z.B. der Material- und Energieverbrauch. Die ISO 22067-Serie soll die Beantwortung von Fragen der Kunden zur ökologischen Nachhaltigkeit wesentlich vereinfachen.

Druckereien, die große Marken beliefern, werden die ISO 22067-1, die allgemeine Druckanforderungen beschreibt, besonders hilfreich finden, um komplexe Datenanforderungen zu erfüllen. Sie ist auch sehr nützlich, wenn Sie die Kriterien für ein nachhaltiges Design eines Druckerzeugnisses erläutern möchten. ISO 22067-1 kann Ihnen dabei helfen, Kundenanfragen bezüglich der Einhaltung der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen und der EU-Verordnung zum Ökodesign für nachhaltige Produkte zu erfüllen. Wenn Sie Kunden haben, die in den Geltungsbereich dieser Gesetze fallen, werden diese von Ihnen als Druckerei oder Verlag erwarten, dass Sie Nachhaltigkeitsdaten für ihre Berichterstattung bereitstellen.

Die ISO ist dabei, den zweiten Teil der ISO 22067-Serie zu veröffentlichen. ISO 22067-2 ist spezifisch für die Druckweiterverarbeitung. Sie umfasst Anforderungen für die gemeinsame Nutzung von Umweltaspekten im Zusammenhang mit Druckerzeugnissen wie Heftung, Kleber, Verzierungen und dergleichen. Dazu gehören auch Dinge wie die verwendeten Chemikalien, Emissionen und Abfälle.

In Vorbereitung sind ISO 22067-3 für die Berichterstattung über die Umweltaspekte von bedruckten Textilien und ISO 19311. ISO 19311 umreißt die Anforderungen an die Berichterstattung eines Unternehmens über seine ökologische Nachhaltigkeitsbewertung. Sie bringt die ökologische Nachhaltigkeit der Druck- und Verlagsbranche in Einklang mit der allgemeinen Gesetzgebung. Es wird erwartet, dass die Arbeit der ISO das Leben der Druck- und Verlagsunternehmen vereinfacht, so dass das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen für alle Beteiligten einfacher wird. Nach und nach werden Instrumente entwickelt, die Druckereien und Verlage dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeit zu verbessern.