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Die besten Maschinen zum Drucken und Schneiden von Aufklebern und Etiketten

von Nessan Cleary | 13.09.2017
Die besten Maschinen zum Drucken und Schneiden von Aufklebern und Etiketten

Angesichts einer derart großen Auswahl an Schneidemaschinen erklärt FESPA, worauf Unternehmen vor Investitionsentscheidungen achten müssen und stellt einige der neuesten Produkte vor.

Der schnellste Weg den Wert von selbstklebendem Vinyl zu steigern, ist es wie gewünscht in Form zu bringen. Es gibt immer noch eine beachtliche Nachfrage bei Schneidplotter-Anwendungen wie Klebebeschriftungen, die nur eine ruhige Hand und ein scharfes Messer brauchen.

Naheliegend, dass man im nächsten Schritt eine Grafik entlang ihrer Konturen ausschneidet. Das ermöglicht deutlich höhere Gewinnspannen als der Druck von Bögen mit Aufklebern oder Teile einer Fahrzeugverklebung.

Es gibt zwei Ansätze: eine integrierte Druck- und Schneidemaschine oder ein Drucker und ein dedizierter Schneidplotter. In beiden Fällen kommt es auf den Schneidedruck an, der bestimmt, welche Materialien geschnitten werden können, und die Schnittart.

Der Plotter sollte in der Lage sein, sowohl das ganze Material zu durchtrennen, als auch nur durch die Vinylschicht und nicht durch die Trägerfolie zu schneiden, sodass man ein Abziehbild erhält. Außerdem sollte er Perforationen erstellen können.

Aller Anfang ist schwer

Für viele wird eine integrierte Maschine der logische Einstieg sein. Karel Sannen, Marketing Manager bei Roland DG, erläutert: „Viele Kunden suchen zunächst nach einem Gerät, das möglichst viele Anforderungen bedient. Mit einer integrierten Maschine kann der Kunde verschiedene Anwendungen, wie Aufkleber und Fahrzeugbeschriftungen, erledigen.“

Er verweist darauf, dass in kleineren Printshops der Stellplatz oft ein knappes Gut darstellt und deshalb dort oft kompakte Modelle vorgezogen würde.

Roland besitzt bei weitem die größte Auswahl an integrierten Druck- und Schneidemaschinen, sowohl für Solvent- als auch für UV-Druck. Sannen sagt allerdings, dass sich in der Praxis die meisten Kunden für ein Lösungsmittel-basiertes Modell entscheiden, denn die bieten das breiteste Anwendungsspektrum, von der Werbetafel bis zur Abziehfolie.

Er ergänzt: „Der große Vorteil Eco-solvent-basierter Verfahren ist die Möglichkeit, neben Vinyl eine Reihe weiterer Outdoor-Anwendungen zu gewährleisten. Man kann damit eine Menge unterschiedlicher Sachen drucken.“

Roland verkauft verschiedene Print-and-Cut-Kombis, wie den TrueVis VG, eine 8-Farben-Maschine in den Breiten 1.625 mm und 1.371 mm. Der hat ein neuartiges Messer und erreicht einen Schneidedruck von bis zu 500 g bei einer Geschwindigkeit von 300 mm in der Sekunde.

Kostengünstiger sind die Serien TrueVis SG und VersaCamm VSi. Beide haben Schneid-Spezifikationen, die denen der V-Serie ähneln. Für den UV-Druck gibt es bei Roland die VersaUV LEC, die mit CMYK sowie um je einen zusätzlichen Kanal für Weiß und Lack druckt. Geschnitten wird mit bis zu 600 mm/Sek bei einem Druck von bis zu 500 g.

Auch Mimaki hat seinen wichtigsten Solvent-Drucker CJV300 mit einer Schnittfunktion ausgestattet. Genauso wie beim Einsteigermodell CJV150 – beide passen den Klammerdruck automatisch an und können dünnes Material sogar vor dem Druck schneiden, um etwa Probleme des Ablösens von Folien zu vermeiden.

Getrennte Geräte

Der Mutoh ValueCut 1.300 Schneideplotter schneidet eine breite Palette von Beschriftungsmaterialien, von selbstklebendem PVC bis zu Sandstrahlfolien, und das bis zu einer Dicke von 0,8 mm.​

Alternativ kann man einen dedizierten Schneideplotter kaufen und den Druck vom Schnitt trennen. Nick Decock, Marketing Manager von Mutoh Europe hält dies für die bessere Lösung: „Auf einem integrierten Gerät lässt sich nicht drucken, wenn man gerade schneidet. Wenn hohe Auflagen geplant sind, ist man mit zwei getrennten Maschinen besser bedient.“

Er fährt fort: „Meistens wird nicht einfach ein Aufkleber gedruckt und dann geschnitten. Es geht um kleine Auflagen. Man will zuerst einen Durchlauf Etiketten drucken, deshalb hat man mit zwei Geräten größere Flexibilität.“

Zwei getrennte Geräte kosten mehr als eine integrierte Maschine, doch Nick Decock empfiehlt Kunden, den unterschiedlichen Lebenszyklus der Geräteklassen einzuplanen: „Der Schneideplotter ist eine mechanische Maschine und kann möglicherweise sehr viel länger in Betrieb sein, etwa 10 - 12 Jahre, während der Drucker nur 4 - 5 Jahre hält."

Mutoh vertreibt die ValueCut-Serie mit einem Schneiddruck von bis zu 600 g. Die Geräte verwenden ein Zugmesser und beschleunigen aus dem Stand auf bis zu 4,2 G. Sie verarbeiten Medien von bis zu 0,8 mm Dicke und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 1.530 mm pro Sekunde. Zur Auswahl stehen drei Breiten: 610 mm, 1.320 mm und 1.830 mm.

Im Lieferumfang enthalten ist die beliebte FlexiStarter Software von SAi, die es erlaubt, den Grafikdateien Konturlinien für den Beschnitt hinzu zu fügen. Dazu eine Markierung für den Ausgangspunkt des Schnitts.

Roland hat kürzlich die neue GR Series für den Vinylschnitt eingeführt. Dabei hat man die Wahl zwischen drei Größen: 1.651 mm, 1.397 mm und 1.075 mm. Sie haben zur Verbesserung der Stabilität einen integrierten Standfuß. Sie erreichen eine maximale Schneidegeschwindigkeit von 1.485 mm pro Sekunde bei bis zu 600 g Druck. Beide bieten sowohl Kiss-Cutting als auch perforierendes Schneiden.

Nadia Plomp, Spezialistin für das Produkt, verweist auf das verbesserte perforierte Schneiden: „Früher hat der Perforierungsschnitt das Schneidebett beschädigt, doch heute schneiden wir Perforationen in einer kleinen Rinne an der Oberseite. So verlängert sich die Lebenszeit von Messer und Plotter."

Beigelegt ist die Software Cut Studio, mit der man Passmarken in die Datei einfügen kann, wenn ein Roland-Drucker verwendet wird. Es gibt einen Treiber für Windows, damit auch Drucker von Herstellern wie Canon oder Epson Schneidemarken anbringen können. Auch Plug-ins für Illustrator oder Corel Draw sind erhältlich.

Mimakis Hauptangebot ist die Serie CG FX, mit einem Schneidedruck von bis zu 400 g bei bis zu 100 cm pro Sekunde. Zur Wahl stehen die Größen 760 mm, 1.300 mm und 1.600 mm. Sie enthalten einen optischen Sensor für Schnittmarken auf dem Druck. Mimaki hat das Plug-In FineCut für CorelDraw und Adobe Illustrator selbst entwickelt.

Mimaki hat auch eine zweite Serie an Schneideplottern, CG-SRIII, die mit 500 g mehr Druck macht, dafür mit bis zu 70 cm pro Sekunde langsamer ist. Diese Geräte gibt es in Breiten von 606 mm, 1.070 mm und 1.370 mm.

Aufkleber und Etiketten wie diese sind typische Anwendungen von Druck und Schnitt. Das Bild zeigt den Schneideplotter der Marke HP, ein Teil von HPs neuer Druck und Schnitt-Lösung. Foto: Nessan Cleary​

 

Summa hat eine ganze Palette von in der Branche hochgeschätzten Schneideplottern für industrielle, wie auch grafische Anwendungen entwickelt. Darunter zwei Hauptserien für Anwender im Grafikbereich. Die leistungsstärkste ist die S Class 2-Serie, die auf ein Produktionsumfeld mit hohen Auflagen zielt. Sie besteht aus vier Modellen mit Breiten von 84 cm, 130 cm, 145 cm und 168 cm.

Sie besitzen sowohl ein Zugmesser mit bis zu 400 g Druck, als auch ein Tangentialmesser mit bis zu 600 g. Die Schneidegeschwindigkeit beträgt etwa 141 cm pro Sekunde. Daneben gibt es die preisgünstigere Serie SummaCut, ebenfalls in vier Breiten zwischen 66 cm und 164 cm. Diese Modelle arbeiten mit einem Zugmesser mit bis zu 400 g Druck und schneiden mit 113 cm pro Sekunde. Beide Serien nutzen ein optisches Erfassungssystem, um die Schnittpositionen zu orten.

HP hat ebenfalls eine Druck und Schnitt-Lösung zusammengestellt, indem Schnittplotter mit der Serie Latex 300 gebündelt werden. Die Plotter tragen den Namen HP, kommen aber eigentlich von Summa.

Es gibt zwei Konfigurationen, die auf dem Latex 315 mit 1,37 m (54 Zoll) Druckbreite und dem Latex 335 mit 1,63 m (64 Zoll) basieren. Im Mittelpunkt steht der Workflow, bei dem der Druck mit einem Code versehen wird, der dem Schneideplotter den Weg weist. Der Workflow selbst ist Flexi Print and Cut von SAi.

Fazit

Es gibt zwei Faktoren, die zu beachten sind: Zunächst die Wahl zwischen einer integrierten Maschine oder dedizierten Geräten für Druck und Schnitt. Dabei geht es vor allem ums Druckvolumen. Eine integrierte Maschine ist ein gutes Einstiegsgerät zum geringen Anschaffungspreis in kompakter Größe. Doch für höheren Produktionsumfang bieten getrennte Geräte mehr Flexibilität und Produktivität.

Der zweite Aspekt betrifft den Workflow. Die Druckmaschinen müssen in der Lage sein, dem Schneideplotter die richtigen Markierungen mitzugeben. Dabei ist zu beachten, dass der Plotter mit großer Wahrscheinlichkeit den Drucker überleben wird.

Der Workflow für die Schneidemarken sollte also vom Drucker unabhängig sein, oder zumindest flexibel genug, um mit neu angeschafften Druckern arbeiten zu können.

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