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Wie wirkt sich COVID-19 auf die Verbände der FESPA aus?

von Graeme | 06.04.2020
Wie wirkt sich COVID-19 auf die Verbände der FESPA aus?

Graeme Richardson-Locke diskutiert mit verschiedenen FESPA-Verbänden in Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Portugal über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Branche.

Wie viele andere versuche ich gerade mit den harten Maßnahmen zurechtzukommen, welche die Infektionsrate von COVID-19 vermindern sollen. Das Coronavirus hält derzeit jeden fünften Menschen auf der Welt zuhause. Eltern haben ihre Kinder bei sich, und müssen versuchen, ihre Aufmerksamkeit auf das Lernen zu lenken. Gleichzeitig gilt es, ältere und anfälligere Familienmitglieder während ihrer langen Isolation zu schützen.

Im Vereinigten Königreich sind wir, was die Ausbreitung des Virus´ angeht, einige Wochen hinter unseren Mitbürgern in Italien und Spanien. Diese erleben nun, was uns noch bevorsteht. Glücklicherweise sehen wir den ersten Hoffnungsschimmer aus China. Es scheint dort kaum neue Fälle zu geben, und es mehren sich Zeichen, dass eine Rückkehr zur Normalität möglich ist.  

Das Gebot, Leben zu schützen, indem man jeden nicht notwendigen Kontakt mit anderen Menschen verhindert, wird jetzt befolgt. Wir beginnen zu verstehen, dass wir mit Engagement und Respekt füreinander unseren Beitrag dazu leisten, den unglaublichen Druck zu mildern, dem unsere Gesundheitssysteme ausgesetzt sind.

Während ich an meinem Tisch sitze und diesen Blog schreibe, beobachte ich auf einem anderen Bildschirm einen Live-Ticker. Ständig wechselnde, aber immer häufigere Berichte über soziale Distanzstrategien, die auf allen Kontinenten entstehen, erinnern mich daran, dass jede Stunde ein neues Land in diese Krise hineingezogen wird. Unsere Angst betrifft nicht nur uns, sondern Menschen in Ländern mit weniger entwickelten Gesundheitssystemen. Denn auch dort gibt es erste Fälle.

Wenn man die Auswirkungen auf die Unternehmen und die Finanzen der überwiegenden Mehrheit der Menschen betrachtet, will man sich die wirtschaftlichen Folgen, die dies haben wird, kaum vorstellen. Angesichts des Einbruchs der Aktienmärkte und der fast 500.000 Menschen, die in den letzten neun Tagen allein im Vereinigten Königreich einen Hilfskredit beantragt haben, bleibt unsere Hoffnung, dass die Finanzminister der G7 zugesagt haben, „alles Notwendige tun werden, um das Vertrauen und das Wirtschaftswachstum wiederherzustellen, Arbeitsplätze, Unternehmen und das Finanzsystems zu stärken und zu schützen“.

Hier bei der FESPA haben wir zusammen mit unseren Partnern bereits die schwierige Entscheidung treffen müssen, die FESPA Global Print Expo zu verschieben. Die Situation, in der wir uns heute befinden, bestätigt uns, dass dies das einzig Richtige war. Es gibt mir Anlass zu Hoffnung, dass wir in Madrid vom 6. bis 8. Oktober diesen Jahres neu gebucht haben. Die FESPA Global Print Expo findet nach wie vor parallel zur European Sign Expo und Sportswear Pro statt. Das FESPA-Sekretariat freut sich, dass die Messen nun zu diesen neu angesetzten Terminen stattfinden können. Wir sind dem Team der IFEMA Madrid zu ewigem Dank verpflichtet, dass es uns unter so außergewöhnlichen Umständen unterstützt hat.

Heute Morgen habe ich mich zusammen mit meinen FESPA-Kollegen über Zoom mit unseren FESPA-Verbänden in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland in einer Videokonferenz besprochen. Es ging vor allem um die Auswirkungen, unter denen ihre Mitglieder gerade leiden, und auch welche Hilfsangebote diese gerade benötigen.


Bildunterschrift: Zoom-Telefonkonferenz mit den südeuropäischen Kollegen.

Jedes Land berichtete über die aktuelle Lage. Enrico Barboglio von der FESPA Italien erklärte, dass die COVID-19-Fälle trotz der Abriegelung und der verstärkten Maßnahmen zur Eindämmung der Infektion noch nicht rückläufig seien. Einige Sektoren des grafischen Marktes sind noch immer stark ausgelastet. So werden beispielsweise Verpackung für Lebensmittel und Arzneimittel nach wie vor sehr nachgefragt. Viele andere Unternehmen arbeiten hingegen deutlich unter ihren Kapazitäten. Es gibt Anzeichen dafür, dass zumindest kurzfristig das Handelsgeschäft schwieriger werden wird. Er erwähnte auch, dass es einigen Druckereien und Buchbindereien gelungen ist, ihre Produktionslinien auf die Herstellung von Gesichtsmasken umzustellen. Denn diese werden stark nachgefragt. Unternehmen den Bereichen POP und Beschilderungen bieten Spuckschutz-Scheiben aus Acryl zum Schutz des Personals an, zudemAufkleber, die den Mindestabstand verdeutlichen. Der Verband ermuntert außerdem seine Mitglieder, sich auf Zoom treffen, ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig zu unterstützend, denn das ist bitter nötig.

Pablo Serrano von der FESPA Spanien berichtete von ähnlichen Erfahrungen wie in Italien. Ererklärte, dass einige Bereiche bereits unter der Hälfte ihrer Kapazität arbeiten – und die Situation verschlechtert sich weiter. Andererseits sind 3D-Drucker für die additive Fertigung derzeit gerade pausenlos im Einsatz, um Teile für Beatmungsmaschinen und persönliche Schutzausrüstung herzustellen. Denn hier wächst der Bedarf enorm.

Pablo Durado von Apigraf (Portugiesischer Verband für die grafische Industrie) und Fontina Lombardia von FESPA Hellas äußerten die gleichen Bedenken. Zusätzlich sorgten sie sich aber auch noch über den Verlust von Einnahmen aus dem Tourismus. In beiden Ländern ist dieser für die Volkswirtschaften enorm wichtig. Marrion Ferhat von der FESPA Frankreich erklärte, dass mit den bereits erwähnten Ausnahmen viele Druckereien jetzt geschlossen haben. Sie warten auf Unterstützungszahlungen der Regierung. Diese will sie in der Krise unterstützen, bis das Schlimmste vorbei ist.

Wir als FESPA haben schließlich unsere eigene Position im Vereinigten Königreich als eine Nation, die noch nicht auf dem Höhepunkt der Krise ist, in die Diskussion mit eingebracht. Unser Verband, die FESPA UK, unterstützt seine Mitglieder, und wir alle können über unser Netzwerk Ideen austauschen und nach dringend benötigter Hilfe suchen.

In dieser Woche haben wir weitere sechs Zoom-Sitzungen geplant, um uns mit dem Rest unserer Communities auszutauschen. Dabei soll es auch darum gehen, uns gegenseitig zu unterstützen und zu erörtern, welche gemeinsamen Instrumente in dieser angespannten Zeit eingesetzt werden können.


Bildunterschrift: Zoom-Telefonkonferenz mit unseren polnischen und slowakischen Verbänden.

Ich weiß zwar um existenziellen Risiken, denen Unternehmen gerade ausgesetzt sind. Ihre erste Priorität liegt gerade auf dem Versuch, den eigenen Fortbestand zu sichern. Aber es gibt trotzdem einiges, was wir auch im Home-Office erledigen können. Wir alle werden in Zukunft zu einem neuen „Normalzustand“ zurückkehren – und sind immer noch mit der Klimakatastrophe konfrontiert. Derzeit sinken zwar die Emissionen analog zur Wirtschaftsleistung, doch auch künftig werden Markeninhaber mehr Transparenz und verbesserte Praktiken fordern.

Vielleicht haben Sie die Zeit, sich über die Bedeutung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung für die Druckindustrie zu informieren. Clare Taylor, die angesehene britische Beraterin für Nachhaltigkeitsfragen, startete auf FESPA.com/de eben eine Artikelserie darüber. Und Debbie McKeegan, Textilbotschafterin der FESPA, hat gerade einen englischsprachigen Artikel über die Zertifizierung von digital gedruckten Textilien veröffentlicht.

Es gibt zahlreiche Artikel auf FESPA.com und noch tiefer gehend Inhalte im englischsprachigen Online-Mitgliederbereich des Club FESPA. Ich möchte Ihnen auch die Seite Twosides.info ans Herz legen. Hier findet man viel Stoff zum Nachdenken. Viele Anbieter wollen auch Online-Webinar-Inhalte anbieten. Ich beispielsweise habe mich eben bei der Fogra Web Academy angemeldet, die Schnupperkurse sind hier gratis.

Damit möchte ich Ihnen, auch im Namen aller meiner FESPA-Kollegen gute Gesundheit und eine rasche Rückkehr zur geschäftlichen Normalität wünschen, sobald die wichtigste Phase der Eindämmung hinter uns liegt.
 

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