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Was gibt es neues beim Direktdruck auf Textilien?

von FESPA Staff | 10.10.2017
Was gibt es neues beim Direktdruck auf Textilien?

Sophie Matthews-Paul erklärt, welche Technologien es für den Direktdruck auf Textilien gibt, und wie man sie am besten in diesem Wachstumsmarkt einsetzt.

Derzeit hört man in der Großformat-Branche immer wieder „Direktdruck auf Textilien“, oder auch kurz DtG. Einfach ausgedrückt bedeutet es schlicht, dass man mit Hilfe eines Digitaldruckers direkt auf Kleidung und Accessoires druckt, und das erregt einiges an Aufsehen.

Für unternehmerisch denkende Designer und Drucker, die nach Möglichkeiten suchen, neue Services anzubieten, ist DtG praktisch ein Geschenk des Himmels, denn die Technologie ist ideal für Kleinauflagen. Gerade im Vergleich zu traditionellen Siebdruck ist mit DtG der Druck auf Kleidungsstücken einfach, leicht zugänglich und billig.

Kombiniert man ein DtG-Drucksystem hinter eine Webseite mit automatisierter Auftragsabwicklung, auf der man online Drucke nach Wunsch bestellen kann, und schon hat man alle Zutaten für ein wirklich spannendes neues Geschäftsmodell.

Der DtG-Druck mit Inkjet-Technologie ist schon allein deshalb so attraktiv, weil er mit den mit herkömmlichen Technologien ziemlich lang und kompliziert sein kann. Inkjet-Drucker sind hingegen einfach zu bedienen, erschwinglich und sie drucken hochwertige Bilder direkt und schnell auf eine Vielzahl von Shirts und Accessoires im kleinen und mittleren Format.

Die Killer Apps

Verschiedene Stoffe haben unterschiedliche Eigenschaften, so dass sie sich für verschiedene Arten von Designs eignen – und Druck auch waschbar sind.

Dazu muss die Farbe bei jedem Wetter an der Faser haften, egal wie oft man sie schon gewaschen hat. Und natürlich soll der Stoff gut aussehen und einen angenehmen Griff haben, und darf die Haut des Trägers oder der Trägerin nicht reizen.

Auch die Inkjet-Technologie ist ausgesprochen vielfältig, Maschinen können für den Druck auf Naturfasern, Polyester oder Mischgeweben konfiguriert werden, ohne dass man dabei Einbußen beim textilen Griff befürchten müsste.

Weil man im Vergleich zu traditionellen Produktionsmethoden weniger Schritte benötigt, können auch die Preise reduziert werden. Praktisch jeder kann selbst Textilien herstellen, und benötigt dazu auch relativ wenig Fachwissen. Dadurch werden Geschäftsmodelle möglich, bei denen mit dem einzelnen Kleidungsstück eine relativ hohe Marge erzielt werden kann.

Neben Fragen der Verlässlichkeit und Produktivität gilt es bei der Wahl der richtigen Produktionstechnologie für ein Großformat-Projekt natürlich immer auch die Kosten zu klären. Freilich sind Kosten immer auch subjektiv und vor allem relativ.

Wenn man beispielsweise mehr als nur eine paar hundert T-Shirts mit identischen Motiven herstellen will, kommt man wahrscheinlich mit ganz normalen Siebdruck besser davon.

Wenn hingegen jedes Shirt mit einem unterschiedlichen vierfarbigen fotografischen Motiv hergestellt werden soll, dann ist ein kompakter DtG-Drucker für den Schreibtisch die einzige kosteneffektive Möglichkeit, die man hat. Besonders dann, wenn man ein Design mit vielen Verlaufsflächen, aber ohne Spezialeffekte wie etwa Metallic-Tinten anstrebt.

Bei der DtG-Projektplanung gilt es natürlich auch zu berücksichtigen, dass ein Einzelstück einen ganz anderen Wert als Massenware hat. Dies trägt unter anderem dazu bei, dass die DtG-Technologie massiv an Schwung gewinnt. 

Steht Ihnen gut!

Im Vergleich zum traditionellen Textildruck ist die Lieferkette im Inkjet-Systemdruck deutlich kürzer, und der Umschlag dadurch viel schneller. Beim Siebdruck muss für jede Farbe ein eigenes Sieb vorbereitet werden.

Mit einem digitalen Inkjet-System duckt man ein vollfarbiges Motiv binnen Minuten direkt auf das Kleidungsstück. Bei einer DtG-Produktion sorgt außerdem das digitale Color-Management dafür, dass die Farben auch genauso gedruckt werden, wie sie sich der Designer ausgedacht hat.

DtG-Drucksysteme können an den ausgereiften und weit verbreiteten modernen Workflows andocken, die es heute für Akzidenz- und Verlagsdruckereien gibt. Diese kommen mit einer Vielzahl von Ausgabemöglichkeiten zurecht.

Zwar sind Workflow Management-Technologien im DtG-Bereich noch nicht so häufig, aber die bekannten Grundprinzipien für Produktion und Farbmanagement kann man ohne weiteres anwenden.

Es gibt digitale DtG-Systeme, die alle nötigen Vor- und Nachbehandlungsschritte beherrschen, die man etwa für die On-Demand-Produktion von T-Shirts, Sportbekleidung sowie aller möglichen anderen Kleidungsstücke und Accessoires benötigt, also etwa Strampler, Hüte, Taschen, Servietten oder auch dekorative Küchentücher.

Große und auch kleinere Druckerhersteller drängen in den DtG-Markt. Epson ist davon der größte Player, das Unternehmen ist in diesem Bereich schon seit einigen Jahren unterwegs, und entwickelt sich daher gerade zur bekanntesten Marke im DtG-Bereich.

Das Modell SureColor SC-F2000 ist beispielsweise in Produkt, das Epson speziell für den Direktdruck auf Textilien entwickelt hat. Eine andere Möglichkeit ist auch der von Ricoh vertriebene Anajet.

Dieser Drucker verlangt sowohl eine Vor- wie Nachbehandlung des Druckguts, die wasserbasieren Pigment-Tinten werden mit Hitze getrocknet. Auch Kornit bietet entsprechende Plattformen an, die sich sowohl für die Einzelfertigung wie auch die Massenproduktion eignen.

So planen Sie richtig

Der Epson SureColor SC-F2000-Drucker für T-Shirts.

Der Workflow entscheidet im Grunde, ob ein Projekt ein Erfolg wird- oder eben nicht. Deshalb ist eine Vorplanung essenziell: Schon beim Entwurf des Designs sollte man sich darüber Gedanken machen, wie es dann umgesetzt werden soll.

Idealerweise entscheidet man sich für etwas, das in verschiedenen Formaten ausgegeben werden kann, sodass man die Druckdaten für die verschiedenen Systeme optimieren kann.

Eine Mindestvoraussetzung ist die Möglichkeit, gerasterte Daten im JPEG- oder TIFF-Format zu erstellen. Man sollte auch schon früh festlegen, welche Ausgabegröße man benötigt – und sicherstellen, dass diese vom Drucksystem auch unterstützt wird.

Ein System, in das man verschiedene Träger für das Druckgut einhängen kann, ist immer gut. Die mitgelieferte Layout-Software sollte auch die Möglichkeit bieten, die Druckdaten ganz nach Wunsch zu positionieren. Denn unter Umständen ist es nötig, das Design zu skalieren oder anderweitig anzupassen, damit es auf den Drucktisch passt.

Die mitgelieferte Layout-Software solle auch in der Lage sein, die Farben wo nötig anzupassen und den Tintenauftrag zu kontrollieren. Denn wenn mehr Tinte aufgebracht wird, als man benötigt, könnte das die Qualität des Designs beeinträchtigen, außerdem gibt man so natürlich auch mehr Geld als nötig aus.

Die Materialien, auf die man druckt, sollten auch bezüglich der Fleckempfindlichkeit und in ihrer Scheuerfestigkeit bewertet sein, idealerweise von der American Association of Textile Chemists and Colorist AATCC. Die Organisation bietet eine international anerkannte Standardmethode zum Testen von Fasern und Stoffen. 

Diese Tests messen eine Reihe von Leistungskriterien wie visuelles Erscheinungsbild, Farbechtheit, Wasserbeständigkeit und Maßhaltigkeit. ISO 105-E01 ist ein weiterer Standardtest für die Farbechtheit im Wasser.

So langsam findet man DtG-Shops auch in den Fußgängerzonen und Online. Mad-in-Berlin betreibt beispielsweise zwei Standorte für digital bedrucke Souvenirs und T-Shirts in der Stadt, auch das Online-Geschäft entwickelt sich gut.

Einfache Gegenstände wie etwa ein Rucksack können mit Namen und Bildern nach Wunsch personalisiert werden. Auf der Webseite oder auch in den Mad-in-Berlin-Shops kann man ausgehend von den unbedruckten Rohwaren seine eigenen Produkte entwerfen: Eine Warnweste mit eigenem Logo und Webadresse gefällig?

Oder ein Regen-Poncho mit einer Karte der Gegend, in der man demnächst wandern geht? Vielleicht ist es auch eine Idee für ein lokales Unternehmen, solche Ponchos mit aufgedrucktem Kartenmaterial aus der Gegend anzubieten?

Für die Herstellung solcher, hochwertiger Waren ist die DtG-Technologie ideal – der perfekte Weg, um Ideen für hochwertige, On-Demand hergestellte, lokale Produktion wahr werden zu lassen. Ähnlich wie die Digitaldrucktechniken den konventionellen Druck ablösen, wird es sich wohl auch beim Druck auf Textilien entwickeln.

Man kann natürlich noch nicht genau abschätzen, wann die DtG-Industrie vollständig digitalisiert ist. Für alle, die sich für kurze Lauflängen, Musterstücke, und maßgefertigte Bekleidung interessieren, sind die Möglichkeiten aber jetzt schon sehr interessant. 

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