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Textildruck für Profis

von Sonja Angerer | 17.07.2017
Textildruck für Profis

Zimmer Austria bietet Lösungen für den Digitaldruck auf Teppichen und anderen Textilien.

Im Demo-Zentrum in Kufstein (AUT) können Interessenten die Maschinen der Colaris-Reihe auf Herz und Nieren prüfen. 

„2017 werden etwa 60% der Maschinen, die wir ausliefern, aus der Colaris-Familie stammen“, erklärt Tony Naschberger, Geschäftsführer der Zimmer Maschinenbau GmbH, „Digitaldruck ist definitiv auch in der Teppich- und Textilbranche ein Trend-Thema.“ Das Unternehmen stellte auf der FESPA 2017 in Hamburg deshalb auch in der Textil-Halle B6 aus.

Historische Wurzeln

Die Zimmer Austria, eigentlich: Zimmer Maschinenbau GmbH, produziert mit über 320 Mitarbeitern an den Standorten Kufstein und Klagenfurt Druckmaschinen für den industriellen Einsatz. Die Grundlage des Unternehmens legte Franz Zimmer bereits 1874 im nordböhmischen Warnsdorf, damals noch Teil der K&K-Monarchie.

Doch erst 1950 ging es in Kufstein richtig los: Entwickelt wurde zunächst eine Duplex-Siebdruckmaschine, später auch ein Rollensiebdruck-, sowie das Zimmer Magnet-System. Bereits 1976 machte man sich an die Entwicklung eines ersten digitalen Teppichdruckers.

Heute bietet das Unternehmen neben der Colaris-Reihe die Chromojet-Modelle mit digitaler Ventiltechnik sowie analoge Schablonendrucker für hohe Produktionsvolumen an. Zimmer Austria konzentriert sich dabei auf Nischenmärkte wie den Druck hochfloriger Teppiche, sowie die Bebilderung von Fleece, Flock, schweren Textilien und Flachbändern.

Zusammen mit Großkunden arbeitet man auch an digitaler Funktionalisierung, also dem Aufbringen etwa von leitenden Schichten auf Textil.

Neues Demozentrum kommt an

„Von den vielen Unternehmen, die unser Technologiezentrum seit der Eröffnung im Juni 2016 besucht haben, sind sehr viele zu Kunden geworden“, freut sich Tony Naschberger.

Die Colaris-Modelle, die dort zu sehen sind und in der Werkhalle nebenan auch von Fachkräfte-Team gebaut werden, decken ein breites Spektrum ab: Es gibt sie als Mustermaschine, aber auch als bis zu 5,20 m breite Anlage.

Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie in einer Vielzahl von Konfigurationen zwischen vier und zwölf Farben geordert werden können. Befüllt werden sie wahlweise mit Dispers-, Reaktiv-, Säuere- oder Pigment-Tinten.

Das Unternehmen bietet zwar eigene Tinten an, gibt seinen Kunden aber auch die Freiheit, sich eigene Lieferanten auf dem Weltmarkt zu suchen. „In der Textilbranche wird keine automatische Kopplung an den Tintenlieferanten akzeptiert“, erklärt Stuart Kugler, Geschäftsleitung Marketing und IT. „Natürlich testen wir die Tinten zuerst, um sicherzustellen, dass diese mit den Druckköpfen funktionieren, die der Kunden in unseren Maschinen einsetzt.“

Derzeit entwickelt Zimmer Austria zusammen mit Dystar an einem digitalen Küpendruck-Prozess. Die Küpenfärberei gilt als eines der ältesten Verfahren. Sie ist sehr aufwendig, erbringt aber höchste Licht- und Waschechtheit.

Typische Anwendungsgebiete sind deshalb hochwertige Möbelbezüge und Handtücher sowie Arbeitsbekleidung, aber etwa auch die Herstellung von militärischer Ausrüstung wie etwa Uniformen. Eine erste Beta-Installation soll demnächst in Betrieb genommen werden.

Re- und Near-Shoring der Textilindustrie

Zimmer Austria produziert mit über 320 Mitarbeitern an den Standorten Kufstein (im Bild) und Klagenfurt Druckmaschinen für den industriellen Einsatz.

„Die Textilindustrie Industrie wird sich in den kommenden Jahren massiv verändern. Die Prozesse werden immer stärker digitalisiert, deshalb spielen Lohnkosten keine so große Rolle mehr“, so Naschberger, „der Standortvorteil der Billiglohnländer schmilzt also in vielen Bereichen zusammen.“

Er erkennt daher bereits seit einigen Jahren eine Tendenz, die Produktion von Textilien wieder näher an die Märkte, also etwa nach Süd- und Osteuropa zu holen. Zwar werde wohl auch in Zukunft Billig- und Massenware in Fernost produziert, doch in den höherpreisigen Segmenten, so Naschberger, „will der Kunde möglichst keine Massenware mehr, sondern individuell angepasste Güter.“

Die Käufer zeigen dabei wenig Geduld: Über das Internet geordert, soll die Ware möglichst am nächsten Tag geliefert werden. Logistik und Verfolgung der einzelnen Bestellung gewinnt dabei natürlich massiv an Bedeutung. „Geschäftsmodelle müssen deshalb heute mehr denn je als Gesamtprozesse gedacht und von Anfang an geplant werden“, betont er.

Naschberger:  „Dabei ist unser Demozentrum von unschätzbarem Vorteil. Hier können die Kunden sogar ihr eigenes Rohmaterial mitbringen und an den Maschinen inklusive Vor- und Nachbehandlung selbst ausprobieren. So werden auch gleich wertvolle Kontakte zwischen den Techniker-Teams geknüpft, die eine spätere gemeinsamen Anlagenentwicklung erleichtern.“

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