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Neuer weltweiter Druckriese aus Lennestadt

von FESPA Staff | 10.09.2015
Neuer weltweiter Druckriese aus Lennestadt

Mit einer spektakulären Übernahme verschafft sich das US-amerikanische Digitaldruckhaus Moss Inc. Zugang zum europäischen Markt. Was bedeutet das für den DACH-Markt?

Mitte August gab der Digitaldruck-Dienstleiter Marx+Moschner GmbH aus dem rund 100 Kilometer von Köln entfernten Lennestadt bekannt, dass das Unternehmen künftig zu dem großen US-amerikanischen Druckdienstleister gehört. Die Moss Inc. entwickelte sich aus einem Zelthersteller, der Schwerpunkt des in Chicago beheimateten Unternehmens ist der Druck auf Textil. Es unterhält zwei Produktionsstandorte in Illinois sowie einen in Salt Lake City (Utah), zudem kümmern sich Verkaufsbüros in Chicago, Las Vegas und New Jersey um Akquise und Vertrieb. In Europa war Moss Inc. bislang in der Branche wenig bekannt.

Allerdings scheinen sich die Amerikaner über die Angermann M&A International AG, ein Beratungsunternehmen für Übernahmen, das nun auch den Verkauf von Marx und Moschner betreute, bereits eine Weile nach einem europäischen Partner umgesehen zu haben. Heinz Wikturna, CEO der Trevision Holding im österreichischen Großhöflein bestätigt entsprechende Anfragen an sein Unternehmen, betont aber auch „Unsere Zielsetzung ist eine andere.“

Weitere Marktkonzentration wahrscheinlich

„Eine Marktkonsolidierung in unserem, doch sehr stark segmentierten Markt in Europa ist schon seit längerem im Gange und sicher von den Internationalen Brands auch gewünscht und forciert“, erklärt Karl-Heinz Kaiser, Inhaber der Christinger Partner AG im schweizerischen Schlieren bei Zürich.

Michael Krieger, geschäftsführender Gesellschafter der PPS Imaging GmbH sagt: „Dieser Schritt verdeutlicht abermals den zunehmenden Konsolidierungstrend in unserer Branche. Wir sind der Überzeugung, dass es eine weitere Konsolidierung des Marktes geben wird und auch muss. Mit den Übernahmen von Druckwerk, Vertical Vision und Mantiburi haben wir bislang selbst diesen Weg beschritten und sehen auch für die Zukunft keine alternative Strategie. Ich bin mir sicher, dass es in den nächsten Jahren generell noch weitere Übernahmen geben wird.“

Karl-Heinz Kaiser gibt dabei zu Bedenken, dass sich in den nächsten Jahren eine Reihe von kleinen und mittleren Unternehmen in der Digitaldruck-Branche die Frage der Unternehmensnachfolge stellt.

Dies könnte durchaus zu weiteren, auch US-amerikanischen Übernahmen führen. Das Zins-Niveau bleibt voraussichtlich niedrig, die US-Wirtschaft vergleichsweise robust, zudem sind die Preisniveaus etwa für Soft-Signage-Produkte in den USA noch deutlich höher als in Zentraleuropa mit seinen zum Teil deutlichen Überkapazitäten.

 

production mosch

 Blick in die Produktion bei der Marx+Moschner GmbH (2009). Foto: Team DigitalundPrint

Moss Inc. ist ein Portfoliounternehmen der Beteiligungsgesellschaft Century Park Capital Partners, erst im April 2014 hatte man den lokalen Mitbewerber Andrés Imaging & Graphics übernommen. Die Verträge für die hundertprozentige Übernahme der Marx+Moschner-Geschäftsanteile wurden am 24. Juli 2015 unterzeichnet. Die Transaktion wurde am 11. August 2015 abgeschlossen. Über die Details der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart, die Öffentlichkeit wurde ab dem 20. August 2015 informiert.

Wolfgang Moschner, einer der beiden Geschäftsführer der Marx+Moschner GmbH, äußerte sich in der Presseerklärung erfreut, dass sein Unternehmen nun „Teil der Moss-Familie“ werde und erwartet „mit bestehenden als auch neuen Kunden in Europa sowie Amerika“ weiter zu wachsen. Die Marx+Moschner GmbH gehört zu den Pionieren im Digitaldruck in Deutschland und kann auf eine über 30-jährige Geschichte zurückblicken. Der bisherige geschäftsführende Gesellschafter der Marx+Moschner GmbH, Maik Raute, soll die europäischen Aktivitäten für Moss Inc. leiten.

Schwerpunkte von Moss Inc. liegen in den Bereichen Messe/Event sowie POS/Retail und damit ähnlich wie bei Marx+Moschner. Die Lennestädter machten in Deutschland allerdings auch mit spektakulären Sonderprojekten von sich Reden, bekannt sind etwa großformatige Spann-Textildrucke für Panorama-Projekte des Künstlers Yadegar Asisi im Panometer Leipzig bekannt.

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