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Entdecken Sie die Möglichkeiten im Sublimationsdruck

von Rob Fletcher | 23.12.2019
Entdecken Sie die Möglichkeiten im Sublimationsdruck

Druckereien sind ständig auf der Suche nach Geschäftsfeldern in neuen Märkten. Schließlich müssen sie sich auf dem stark frequentierten modernen Markt hervorheben. Rob Fletcher nimmt den Markt für Sublimationsdrucke unter die Lupe. Denn es gilt, mehr über die Wachstumsaussichten in diesem Bereich zu erfahren.

“Diversifikation” heißt seit geraumer Zeit ein Schlagwort in der globalen Druckindustrie. Denn Druckdienstleister (PSPs) überall auf der Welt sehen sich weiterhin verstärkt  außerhalb ihres traditionellen Aufgabenbereichs um. Sie suchen neue Märkte, auf denen sie Produkte anbieten  und ihr Dienstleistungsangebot erweitern können.

Viele Druckdienstleister haben sich deshalb in den Sublimationsmarkt gewagt. Denn hier gibt es reichlich zu tun. Wie aber stellt man nach dem Einstieg sicher, dass man in diesem geschäftigen Markt erfolgreich bleibt?
 

Weil eben der Sublimationsdruck für viele PSPs so wichtig ist, hat FESPA.com mit einigen der führenden Hersteller im Sublimationsdruck gesprochen. Ziel war es, mehr über die Expansionsmöglichkeiten in diesem Markt zu erfahren. Gefragt waren auch Tipps, wie Neueinsteiger an lukrative Aufträge in diesem Bereich kommen können.

Wachstum von Unternehmens und Kundenbasis

Epson ist eine von mehreren großen Marken, die im Sublimationsdruck tätig sind. Der Konzern verfügt über eine Reihe von Technologien für Einsteiger wie erfahrene Nutzer in diesem Bereich. Tom Owers, Produktmanager bei Epson Europe, sieht eine Reihe von Vorteilen bei Aufträgen im Sublimationsdruck.

"PSPs können neue Aufträge und Kunden gewinnen und Volumen, die sie bislang an Kollegen weitergaben, ins eigene Haus zurückholen. Das gibt ihnen mehr Kontrolle über Qualität, Durchlaufzeiten und Marge", so der Produktmanager. “So erweitern sie ihr Angebot um kreative Optionen und können ihren Kunden ein breiteres Spektrum an Dienstleistungen anbieten. Das hilft auch dabei, sich vom Wettbewerb abzuheben.”

Auf die Frage, welche Art von Arbeit PSPs in diesem Bereich anstreben sollten, nennt Owers zwei Schlüsselmärkte: Mode und Soft Signage. Im Bereich “Fashion” gibt es reichlich Aufträge, betont der Produktmanager. Denn die Branche ist rührig, Labels und Marken versuchen, mit den Jahreszeiten und Trends Schritt zu halten. Es handelt sich außerdem um einen umweltfreundlichen Markt. Denn bei dieser Art der Produktion entsteht nur minimal Ausschuss. Das ergibt  im Vergleich zur traditionellen Textilproduktion eine günstigere CO2-Bilanz.

Für Soft Signage sieht Owers ähnliche Argumente. Auch hier handelt es sich um ein grünes Segment. Denn man kann Kosten für Versand, Arbeit und Installation einsparen. Soft Signage bietet darüber hinaus ein breites Anwendungsspektrum.


Bildunterschrift: Der SC-F500 ist Epsons erster 24-Zoll-Farbstoffsublimationsdrucker mit kontinuierlichen Tintenversorgungssystem in vier Farben. Foto: Epson.
 
Epson kann in diesem Bereich insbesondere zwei Angebote machen, so Owers. Einmal den SC-F500, Epsons ersten 24-Zoll-Farbstoffsublimationsdrucker mit einem vierfarbigen kontinuierlichen Tintenversorgungssystem. Es kann eine breite Palette von Anwendungen in den Bereichen Personalisierung, Geschenke und Werbeartikel produzieren. Das ist, so Owers, ideal für kleine Unternehmen, die ihr Anwendungsspektrum erweitern möchten.

Epson wird außerdem im Januar auch seine neuen SC-F9400/H 64-inch Farb-Sublimationsdrucker auf den Markt bringen. Der Schwerpunkt liegt hier auf hochvolumigem Druck für Kleidung, Textilien und Soft Signage.

"Der SC-F9400H bietet Unternehmen auch die Möglichkeit, mit zwei echten fluoreszierenden Tinten in Gelb und Pink zu drucken. Damit sind leuchtende, lebendige Farben für die Produktion von Sportbekleidung, Berufsbekleidung und Modeartikeln möglich“, fügt er hinzu.

Mehr Nutzen für die Kunden

Roland DG geht davon aus, dass der Markt für Sublimationsdrucke zwischen 2019 und 2024 jährlich um 16,8% wächst, erklärt EMEA Business Development Manager für Tinten und Textilien, Encarna Luque.

Luque fährt fort: „Bei der Sublimation wird der Druck fest im Gewebe verankert. Dadurch ergibt sich im Vergleich zu anderen Druckverfahren eine hervorragende Waschbarkeit und Kratzfestigkeit. Viele Kunden mögen das. Darüber hinaus ist der digitale Sublimationsdruck erschwinglicher. Der Zeitaufwand bei Einzelstücken und Kleinauflagen ist viel geringer als bei herkömmlichen Verfahren wie Siebdruck oder Rotationsdruck. Denn man benötigt nicht viel Equipment auch auch keine aufwendigen Arbeitsschritte.“

Wie Owers bei Epson ist auch Luque überzeugt, dass der Textilmarkt Druckdienstleistern mit dem Sublimationsdruck enorme Möglichkeiten bietet. Er erwartet das größte Wachstum bei modischen Stoffen, Heimtex und technischen Textilien. Tatsächlich, so erinnert er, kann der Prozess aber auch mit jedem hitzebeständigen, starren Material mit Polyesterbeschichtung angewandt werden.

Er fügt hinzu: „Dadurch kann man ganze Branchen mit nur einer  Roland-Sublimationsmaschine zu erschließen. So ist es beispielsweise möglich, Möbel, Glas, Vorhänge, Teppiche und Wandteppiche für die Innenarchitektur ganz individuell zu gestalten.“

Vor diesem Hintergrund erwähnt Luque einige der neuesten Technologielösungen von Roland DG. Er konzentriert sich dabei auf die Roland-Serie Texart. Die Sublimationsdrucker wurden speziell für die Anforderungen dieses Marktes entwickelt.

Luque dazu: „Der Anwender hat mehrere Farbkonfigurationen zur Auswahl: 2xCMYK für maximale Produktivität, CMYKLcLm plus Violett und Orange für einen breiteren Farbraum und optimale Qualität. Bei CMYK plus fluoreszierenden Tinten in Gelb und Rosa sowie Violett und Orange erhält er einen erweiterten Farbraum sowie die Möglichkeit, nachleuchtende Spezialeffekte zu drucken.“


Bildunterschrift: Die neue Texart RT-640M von Roland DG kann auf Sublimationspapier und direkt auf einige Polyestergewebe drucken. Foto: Roland DG

Die neueste Lösung der Roland Texart Serie ist der Texart RT-640M. Der Multifunktionsdrucker kam auf Sublimationspapier sowie direkt auf einige Polyestergewebe arbeiten. Durch diese Vielseitigkeit optimieren sich die Betriebskosten beim Anwender.

Schneller und kosteneffizienter Druck bei hoher Qualität

Mimaki ist ein weiterer führender Hersteller, der in diesem Markt gut gerüstet ist und Beratung und Lösungen anbietet. Senior Product Manager Bert Benckhuysen führt aus, dass die Sublimation – sowohl als Direktdruck wie auch im Transfer-Verfahren – eine der schnellsten und kostengünstigsten Möglichkeiten ist, um qualitativ hochwertige Drucke herzustellen. Das macht die Technologie zu einer hochprofitablen Ergänzung für das Portfolio jeder Druckerei.

Benckhuysen: „Sublimationsdruck ist sehr vielseitig. So können Druckereien viele hochwertiger Anwendungen anbieten, beispielsweise Mode- und Sportbekleidung, Soft Signage, Fahnen, Heimtextilien oder Keramik.“

In Bezug auf die verfügbaren Aufträge nennt der Manager eine Reihe von Märkten, auf die sich Einsteiger wie erfahrende Anwender konzentrieren können:  "Im Allgemeinen ermöglicht der Übergang vom konventionellen zum digitalen Druck Wachstum in allen Bereichen. Die größte Chance liegt aber im Fast-Fashion-Markt.“

Er fährt fort: "Da diese Branche eine schnellere Time-to-Market und ein billigeres Endprodukt benötigt, wird der Druck auf Polyestermaterial immer beliebter. Deshalb halten solche, für den Transferdruck geeigneten Polyestermischgewebe, nun auch in der Mode Einzug.“

Auch bei Soft Signage und Heimtextilien sieht er viel Spielraum für Wachstum. Beide Märkte seien in den letzten Jahren stetig gewachsen, da die Applikationen einfach zu installieren, erschwinglich und langlebig seien. Textile Banner und Flaggen sind vor allem in der visuellen Kommunikation gefragt. Sie kommen beispielsweise im Einzelhandel, für die Werbung in Innenräumen, bei Sportveranstaltungen sowie in verschiedenen anderen Bereiche zum Einsatz.

Darüber hinaus sagte er, dass es eine wachsende Anzahl von Unternehmen gibt, die Stoffe nach Kundenwunsch bedrucken und nennt als Beispiel Cotton Bee, einen Mimaki-Kunden aus Polen. Er bietet europaweit Textildrucke an, die von Textilunternehmen, unabhängigen Modedesignern, Architekten, und sogar Cosplayern gekauft werden.


Bildunterschrift: Mimaki hat kürzlich eine neue Textilmaschine vorgestellt, die es den Anwendern ermöglicht, mit nur einem Drucker direkt auf Textil und auf Sublimations-Transferpapier zu drucken. Foto: Mimaki

Benckhuysen empfiehlt für diese Anwendungen die Papiersublimationsmaschinen Mimaki TS55-1800 und Tiger-1800B MkII.

Der Mimaki TS55-1800 ist ein Farbsublimations-Transferdrucker, der, so Benckhuysen, High-End-Features für Einsteiger sowie Anwender mit ersten Erfahrungen bietet. Dazu  gehören etwa der Hochgeschwindigkeitsdruck in einem Kopfdurchgang mit hoher Auflösung und hoher Farbdichte. Außerdem ermöglicht diese Maschine dank des neuen Mini Jumbo Rollers und einer Reihe von wichtigen Mimaki-Technologien für den unbeaufsichtigte Druck den Einsatz im Dauerbetrieb.

Der Tiger-1800B MkII ist eine hochproduktive Maschine mit Druckdecke für die industrielle Textilproduktion. Sie kombiniert eine Druckgeschwindigkeit von bis zu 385 Quadratmetern pro Stunde mit hoher Druckqualität bei bis zu 1200 dpi Auflösung. Beim Modell Tiger-1800B MkII bietet Mimaki-Kerntechnologien wie das Mimaki Advanced Pass System (MAPS) zur Vermeidung von Banding sowie die Nozzle Check Unit (NCU) und das Nozzle Recovery System (NRS).

Mimaki präsentierte im Juni auch eine neue Textilmaschine, mit der die Anwender mit nur einem Drucker direkt auf Textil- und Sublimations-Transferpapier drucken können. Diese Lösung soll 2020 auf den Markt kommen.

Die Botschaft der Hersteller scheint ganz klar zu sein: Obwohl auf dem Sublimationsmarkt ein starker Wettbewerb möglich ist, gibt es für PSPs vielen Chancen, erfolgreich diesen Segment einzusteigen. Voraussetzung sind die richtigen Maschinen sowie entsprechendes Fachwissen.

Unternehmen, die hier aktiv sind oder eine Diversifizierung in diesem Bereich in Betracht ziehen, können sich auf die Unterstützung einiger der führenden Namen im Printbereich verlassen. Hinzu kommt, dass regelmäßig neue Produkte und Entwicklungen auf den Markt kommen, um neue Anforderungen und Trends abzudecken. Unter diesen Voraussetzungen kann man wohl sagen, dass der Sublimationsdruck ein spannender Bereich bleibt.

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