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Eine Analyse der Wachstumsmöglichkeiten im Großformatdruck

von Rob Fletcher | 17.09.2019
Eine Analyse der Wachstumsmöglichkeiten im Großformatdruck

Rob Fletcher spricht mit EFI, Canon und Ricoh über die Chancen im Großformatdruck.

Rob Fletcher wirft einen genaueren Blick auf den Großformatdruck und spricht mit einigen führenden Herstellern, um herauszufinden, wie Druckunternehmen in diesem Bereich neue Aufträge und neue Kunden gewinnen können.

Der Großformatdruck gilt schon lange als profitables Expansionsziel für Druckdienstleister, die bisher auf kleine Formate spezialisiert waren. Doch der Markt ist zunehmend gesättigt, und die dort tätigen Unternehmen müssen größer denken, um sich neue Aufträge zu sichern.
Unternehmen mit ausreichenden Kapazitäten und Budgets finden in den superbreiten Formaten ab 100 Zoll (2,54 m) Breite eine ganze Welt an neuen Chancen, mit einem breiten Spektrum an gefragten Dienstleistungen. Druckereien können ihr Angebot beträchtlich erweitern und gut dotierte Aufträge aus einer Reihe von Industrien einfahren.

In diesem Sinne hat sich FESPA.com mit einigen führenden Herstellern im Bereich der superbreiten Drucker an einen Tisch gesetzt, um Maschinen vorzustellen, die den Zugriff auf diesen Markt ermöglichen.

Ein Druckmarkt im Aufstieg

Eine der führenden Marken im Supergroßformat, wie auch ganz allgemein im Großformat, ist EFI. Paul Cripps ist dort Vice President of Europe Sales und sagt, dass Dienstleister, die eine Maschine im kleineren Format auslasten oder in mehreren Schichten fahren, gut beraten wären, diese Arbeit auf einen Produktionsdrucker im Supergroßformat zu verschieben.

"Um Outsourcing zu vermeiden und wettbewerbsfähig zu bleiben sollten Druckunternehmer ihrem Portfolio mehr Anwendungen hinzufügen. Das bedeutet vor allem in Flachbettdrucker zu investieren, damit man direkt auf Platten- und Bogenmaterial drucken kann“, so Cripps weiter.

"Wir sehen heute in den Märkten des Großformatdrucks eine Reihe von Spezialanwendungen, die Innovation erfordern und neue Chancen bieten. Mehrschicht-Druckanwendungen erzeugen strukturierte Oberflächen mit 3D-Effekten. Diese haben viele Möglichkeiten der Anwendung bei einer Vielzahl an Produkten.

Der Druck mit weißen Tinten hat ebenfalls an Strahlkraft gewonnen. Er ermöglicht detailreichere Designs, die Aufmerksamkeit wecken.

Mit der neueste EFI-Technologie reichen Tinten länger, was die Produktionskosten senkt. EFI bietet außerdem sehr schnelle Druckmodi, wenn die Durchlaufzeiten mal besonders kurz sein müssen. Diese Möglichkeiten auf mehr als einer Plattform sind unerlässlich für Profitabilität und Wachstum in den heutigen Märkten."


Bildunterschriften: Die neue VUTEK h-Serie von EFI bietet Hochgeschwindigkeits-Druckköpfe, die Graustufen in der sieben Picoliter UltraDrop Technik präzise und konsistent aufs Papier bringen. (Bild mit Genehmigung des EFI Kunden Gescom spa, Italien).

Weiter verweist Cripps auf die hybriden VUTEk-Großformatdrucker, die in der Lage sind, sowohl Materialien von der Rolle, als auch Rigid-Material zu bedrucken.

"Alle unsere großformatigen LED-Drucker erweitern die Zahl der Materialien, auf die gedruckt werden kann. Dazu gehören dünnere, kostengünstigere und Spezialsubstrate", sagt Cripps. "Weiße Tinte, die auf unseren Hybriddruckern Standard ist, ermöglicht den Druck auf transparente oder farbige Substrate, was die Applikationen, die ein Druckunternehmen seinen Kunden anbieten kann, stark erweitert."

Die jüngste Erweiterung dieses Technologie-Portfolios ist die EFI VUTEk h-Serie, eine High-end Produktionsplattform, die laut Cripps von Grund auf neu entwickelt wurde, um höhere Produktivität, Druckqualität, Verlässlichkeit, Kapazität und Profitabilität zu liefern.

Die Serie bietet neue Hochgeschwindigkeits-Druckköpfe, die Graustufen in der sieben Picoliter UltraDrop-Technik präzise und konsistent aufs Papier bringen, und das in acht Farben plus Weiß. Dazu kommen ein optionaler Druckmodus in der neuen X4-Technik sowie die Fähigkeit, bis zu neun Schichten zu drucken.

"Mit der Zunahme von Spezialanwendungen und Kunden, die vehement mehr kreative Optionen fordern, gewinnt der Großformatdruck definitiv an Wachstum", fügt Cripps hinzu.

Geringes Investment, hohe Rendite

Als weiterer Mitbewerber ist auch Canon in der Lage, Druckdienstleistern mit Rat und Lösungen bei ihrem Weg in den Großformatmarktdruck behilflich zu sein. Duncan Smith ist bei Canon UK Country Director for Production Printing Products und erklärt, dass der Großformatmarkt aus mehreren Gründen Druckunternehmen ganz wörtlich riesige Möglichkeiten bietet.

Smith sagt: "Vor allem sehen wir bei Canon ein strukturelles Wachstum des Marktes. Nicht nur im Druckvolumen als Folge der Abkehr vom Analogbereich (Offset-/Litho- und Siebdruck), sondern auch bei den Anwendungen. Mit einer vergleichsweise kleinen Investition kann eine Druckerei problemlos ihr Angebot gegenüber Bestands-, wie auch neuen Kunden erweitern.

Der Anwendungsbereich ist unbegrenzt, er reicht von Postern, Schildern und Bannern hin zu Innenausstattung, Verpackung und Displays. Mit den derzeitigen Innovationen in unseren Rolle-zu-Rolle- und Flachbett-Technologien, sowie bei Software und Oberflächen-Finishing stärken wir das Wachstum in Märkten wie Verpackung und Display, Innenausstattung und Point-of-Sale."

Smith unterfüttert diese Aussagen mit dem Verweis auf einige der jüngsten Lösungen aus dem Hause Canon, darunter eine Reihe von Produkten, die der Hersteller auf der FESPA Global Print Expo 2019 präsentierte.


Bildunterschrift: Canons neuer Colorado 1650 kommt mit flexiblen Tinten und Océ FLXfinish, womit sich matte und glänzende Oberflächen ohne Tinten- oder Medienwechsel realisieren lassen.

Der neue Colorado 1650 ist der jüngste Spross der UVgel-Familie und kommt mit flexiblen Tinten und Océ FLXfinish, womit sich matte und glänzende Oberflächen ohne Tinten- oder Medienwechsel realisieren lassen.

Gleichzeitig gibt es den Arizona 1300 GT aus Arizona 1300-Druckerfamilie als erstes Océ-Flachbettprodukt mit LED-Härtung. Das ermöglicht den Kunden auf Anforderung aus dem Stand-by zu drucken, ohne auf das Erwärmen der UV-Lampen warten zu müssen.

Darüber hinaus präsentiert Smith die neue Arizona Xpert-Lösung als innovative Software, die komplexe Druckaufträge vereinfacht und automatisiert, auch Mehrschichten- und Duplexanwendungen, sodass die Druckdateien im Nu fertig sind.

Smith erklärt: "Die intuitive Software speichert die Print-Ready-Datei, was dem Kunden später bei der Erstellung ähnlicher Aufträge hilft. So gehen diese immer schneller, und das steigert langfristig die Produktionseffizienz.

Wir fahren ein Programm kontinuierlicher Innovation über unser gesamtes Portfolio im Großformatdruck, mit einem nachhaltigen Fokus auf verbesserte Produktivität, Qualität, Medienvielseitigkeit und Cost of Ownership für unsere Kunden. So verbessern wir die gesamte Prozessautomation."

Ein hochprofitabler Schritt

Schaut man noch etwas weiter, so stößt man auf Ricoh. Auch Simon Isaacs, National Sales Director bei Ricoh UK, hat interessante Fakten zum superbreiten Format parat. Es zitiert Ergebnisse von Withwise aus 2019, die zeigen, dass mehr als 50% der Druckunternehmen von höheren Margen im Großformat als in anderen Geschäftsbereichen berichten.

Isaacs: "Die Erweiterung in den Großformatbereich bringt zusätzliche Einnahmequellen, die hochprofitabel sein können. Marktstudien legen nahe, dass Druckereien, die tatsächlich in Großformatdruck investieren, mit Jahr für Jahr steigenden Umsätzen und Profiten rechnen können.

Druckereien können ihre Wertschöpfungskette bei bestehenden Kunden verlängern, weil sie die Beziehung zu diesen ausbauen. Wer zusätzlich zu den kleinen auch größere Formate anbieten kann, der verhindert, dass diese an einen Wettbewerber vergeben werden. Darüber hinaus bedeutet der Schritt ins Großformat auch den Zugang zu neuen Kundenkreisen, und dadurch zu einer breiteren Basis von Abnehmern.“

Bei der Betrachtung des Großformatmarktes verweisen Isaacs und Ricoh auf eine Reihe von wichtigen Feldern, darunter auch Sublimation. Isaac sagt, dass der Sublimationsdruck, als halb- oder voll digitalisierter statt als traditionell analoger Prozess, die Maßfertigung von Bekleidungsdrucken ermöglicht. Dies eröffnet Möglichkeiten für kleine oder limitierte Auflagen.

Ricoh hat auch ein Wachstum in der Nutzung von Textildruckanwendungen festgestellt. Isaacs spricht vom Textildruck für Banner und Fahnen, wie auch vom Textildruck für Bekleidung als einer der drei Top-Anwendungen, in die Druckunternehmen investieren wollen. Ricoh hört dies auch von seinen eigenen Kunden.

Dazu werden Einzelanfertigungen immer populärer, auch solche mit Spezialeffekten wie Metallic- oder UV-Lackierung.

Bildunterschrift: Der Ricoh Pro TF6250 ist ein großformatiger UV-Flachbettdrucker mit einer Druckgeschwindigkeit bis zu 116 qm/Stunde.

Und was hat Ricoh im Angebot für Druckdienstleister, die an all diesen Wachstumsmöglichkeiten einen Anteil haben wollen? Ohne Zögern verweist Isaacs auf die Modelle Ricoh Pro L5130 und L5160 aus die jüngste Latex-Großformat Serie des Herstellers.

Neue gestaffelte Hochgeschwindigkeits-Druckköpfe und beinahe sofort trocknende Latex-Tinte bedeuten, so Ricoh, einen höheren Durchsatz und bessere Bildqualität. Im Zusammenspiel mit der Tintenausstoß-Technologie verbessert dies die Produktivität und ermöglicht das Bedrucken einer Vielzahl von Materialien, die bei Lösungsmittel-basierten Druckern außen vor bleiben müssen.

"Dadurch, dass man zum üblichen CMYK auch Weiß drucken kann, ergeben sich lebendigere und sattere Farben. Das erweitert ebenfalls den Anwendungsbereich", sagt Isaak. "Daneben befreit das Selbstreinigungs-System die Kunden von den Mühen regelmäßiger Wartung und minimiert die Stillstandszeiten, indem es die langlebigen Düsen sauber hält.

Die Geräte arbeiten mit geringen Trockentemperaturen und verbrauchen dadurch wenig Energie. Dazu erlaubt die automatische Tintennachfüllung lange, ununterbrochene Laufzeiten. So bleibt der Verbrauch aus den acht recyclebaren Patronen gering. Zusammen ergibt das einen ökologischen Drucker, dessen Latex-Tinte das Greenguard Gold-Zertifikat zugesprochen bekam."

Bei Ricoh gibt es auch den großformatigen UV-Flachbettdrucker Pro TF6250, der ein breites Anwendungsspektrum hat. Dieses System in den Maßen 2,50 m x 1,30 m wurde konzipiert um Unternehmen aus den Bereichen Werbetechnik, Druckgrafik und industrieller Druck neue Märkte etwa in den Sparten Heimetxtil, Verpackung, Siebdruck und Personalisierung zu erschließen.

Die Maschine basiert auf derselben Plattform wie der Ricoh Pro T7210. Sie druckt mit Ricoh-Druckköpfen und erreicht eine Auflösung von bis zu 635 x 1.800 dpi bei einer Geschwindigkeit von bis 116 Quadratmetern pro Stunde.

Isaac fügt hinzu: "Wir werden mit hoher Wahrscheinlichkeit weiteres Wachstum im Großformatdruck erleben. Die Gründ dafür liegen im Druckvolumen, und auch in den neuen Lösungen der Hersteller und OEMs. Sie werden weiter Maschinen für den Sublimations- und UV-Druck vorstellen."

Diese Schlussbemerkungen ergeben eine passende Zusammenfassung dieses Artikels. Wir haben in den vergangenen Jahren gewaltiges Wachstum im Großformatdruck gesehen, und es gibt keine Anzeichen einer Abkühlung. Mit Technik von führenden Herstellern dieser Branche können sich Druckdienstleister ein breit gefächertes Auftragsvolumen aus einer ganzen Reihe neuer Märkte erschließen.
 

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