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Digital-Technologie wird auch bei kundenspezifischen Einzelstücken wichtig

von FESPA Staff | 19.01.2018
Digital-Technologie wird auch bei kundenspezifischen Einzelstücken wichtig

Eine neue Technologie zielt auf die automatisierte Herstellung gewebter Stoffe und Musterwahl nach Kundenwunsch.

Damit fällt auch das Vorurteil, man könne individualisierte Stoffe nicht in kleinen Mengen herstellen. Die digitale Technologie hat in Design und Handel alles verändert. Das reicht vom Druck über die Fotografie bis hin zur Textilproduktion.

Aber bis jetzt konnte man gewebte Stoffe, ganz im Gegensatz zu bedruckten, tatsächlich nur in riesigen, unzugänglichen Fabriken in großen Mengen herstellen. Damit hatten kleine, unabhängige Design-Unternehmen wenig Kontrolle über Webstoffe, die sie für kleine, einmalige Projekte herstellen wollten.

Eine neue Technologie, die die Professoren Steve Marschner von der Cornell sowie Brooks Hagan von der Rhode Island School of Design entwickelt haben, ermöglicht es nun Anwendern, Qualität,  Farbe und Webart des von ihnen designten Stoffes festzulegen. Dann muss man nur noch den Rapport bestimmen – schnelle Änderungen sind also kein Problem mehr.

Dies reduziert den Bedarf an Musterstücken deutlich. Diese kommen vor allem unabhängige Designer verhältnismäßig teuer und verschwenden zudem Ressourcen.

„Wir geben nun jedem Menschen die Möglichkeit, sein Design als individuelles Gewebe zu realisieren. Man muss sich dazu nur in unsere Online-Anwendung einloggen und ein Design hochladen. Sofort bekommt man eine visuelle Vorschau des Stoffes angezeigt und kann beispielsweise Webmuster und Garnfarben ändern. Wenn alles stimmt, geht das Design in die Herstellung“, so Steve Marschner.

Marschner und Hagan arbeiten bereits seit einigen Jahren an dieser Technologie. Sie geht auf Marschners Forschungen zur digitalen Animation zurück und wird dabei von Kavita Bala, Professorin für Informatik, und dem Doktoranden Shuang Zhao unterstützt.

Damit ein Gewebe so realistisch dargestellt werden kann, wurden zunächst Proben am 3D-Nano-CT-Scanner in der Imaging Facility im Cornell Biotechnology Resource Centre digitalisiert.

Dort ist man in der Lage, dreidimensionale Modelle extrem genau aufzuzeichnen. „Die Technologie ist jetzt schnell und genau genug für uns, um ein virtuelles Produkt in einer Branche zu ermöglichen, in der Aussehen, Textur und Oberflächenqualität Schlüsselfaktoren für den Erfolg sind", sagte Brooks Hagan.

Die Forscher gründeten ihr Unternehmen Computational Textiles im Jahr 2015 und erhielten ein Small Business Innovation Research Stipendium der National Science Foundation. Damit finanzierten sie ihre Online-Präsenz Weft.

Diese ist in der ersten Betriebsphase jetzt online und ermöglicht die Anpassung von Designs, die bereits auf der Website verfügbar sind. Bis Ende des Jahres sollen auch Kunden in der Lage sein, ihre eigenen Designs oder Fotos hochzuladen bzw. bereits auf der Website verfügbare Designs anzupassen.

Künftig soll der selbst designte Stoff auch auf 3D-Objekte wie Kissen oder Stühle in der Vorschau angezeigt werden. Das Unternehmen hat außerdem Vereinbarungen mit einigen der größten Textilhersteller in den USA getroffen, die so designten Gewebe dann auch Wirklichkeit werden zu lassen.

„Mit dieser neuen Technologie schaffen wir Interesse und befeuern die Kreativität. So entstehen neue Marktnischen in dieser Industrie. Sie ist deshalb so bedeutsam, weil es erstmals möglich ist, digitale Simulationswerkzeuge auf einer altehrwürdigen Fertigungsplattform anzuwenden. Damit wird diese für Designer leicht zugänglich“, so Hagan.

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