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Die ISO 52000 ebnet den Weg für Bauwerke mit grüner Energie

von FESPA Staff | 24.07.2017
Die ISO 52000 ebnet den Weg für Bauwerke mit grüner Energie

Die weltweit größten Verursacher von Kohlendioxid sind Gebäude.

Gebäude sind für mehr als ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich, und sie benötigen etwa die Hälfte allen Stroms. Damit verursachen sie etwa ein Drittel des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes.

Die Internationale Energie-Agentur proklamiert, dass der Energieverbrauch in Gebäuden bis zum Jahr 2050 um 80% gesenkt werden muss, wenn der weltweite Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius bleiben soll. Es gibt deshalb nun eine Lösung, mit dem man den Gebäudebestand energieeffizienter machen kann: Die neue Normen-Familie ISO 52000.

Das Leit-Dokument ist die ISO 52000-1, "Energieeffizienz in Gebäuden – übergreifende EPB-Bewertung, Teil 1: Grundlagen und Vorgehensweisen”. Damit wird die ISO 52000 Normen-Familie die Verbesserung der Energieeffizienz auf dem globalen Immobilienmarkt deutlich beschleunigen.

Die Serie von Normen soll Architekten, Ingenieuren und Gesetzgebern dabei helfen, die Energieeffizienz neuer und bestehender Gebäude in der Gesamtschau vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung zu beurteilen, und zwar egal, ob es um Heizung, Klimatisierung, smarte Gebäudetechnik, den Verbrauch von Energie für die Gebäude-Infrastruktur oder um die Produktion von Energie im Gebäude geht. Und das, ohne dass die Kosten in den Himmel steigen.

Dick van Dijk and Prof. Essam E. Khalil, beide federführend in der gemeinsamen ISO-Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Kennzahlen für den Energieverbrauch von Gebäude (EPB), sagen dazu: “Die ISO-Serie 52000 beurteilt den Gesamt-Performance eines Gebäudes beim Energieverbrauch. Das bedeutet, dass verschiedene Technologien kombiniert werden können, um den die gewünschte Energieeffizienz bei möglichst niedrigen Kosten zu erreichen.”

Die ISO 52000 beschreibt eine vollständige Methodik zur Beurteilung der Energieeffizienz anhand der Primärenergie, die für Heizung und Kühlung, Ventilation und Warmwasser in einem Gebäude verbraucht wird. Damit beschleunigen sich die Fortschritte, die beim Bau von Wärmedämmsystemen erzielt werden, indem man neue Materialien, Technologien und Ansätze für den Entwurf, den Bau und das Management von Immobilien verfolgt.

Der Bau von energieeffizienten Gebäuden benötigt ein hohes Maß an Design-Kompetenz und Fachkenntnissen in der Bauwirtschaft. Gebäude werden in ihrer Energieeffizient ertüchtigt, indem man High-Tech-Fasern und andere Baumaterialien einsetzt, und das mit hochwertigen technischen Systemen und Technologien zur Gewinnung erneuerbarer Energie kombiniert.

Der Schlüssel dazu ist ein systematischer Ansatz, der die dynamische Interaktion zwischen dem System, seinen Nutzern und den unterschiedlichen Klimabedingungen am Standort berücksichtigt.

Die beiden Ko-Organisatoren halten den ganzheitlichen Ansatz für zwingend, damit technische Neuerungen gefunden und genutzt werden. “Es gibt Länder, die diese Betrachtung bereits seit Jahren nutzen, beispielsweise die Niederlande. Hier wurden im großen Stil Neuerungen eingeführt, die deutlich Kosten reduziert haben.”

Dabei geht es beispielsweise um Fragen der Wärmedämmung, um Fenster und Verglasung, Heizung, Kühlung, Licht, Ventilation oder auch die Warmwasserbereitung, um die Automatisierung und Kontrolle von Gebäuden, sowie um erneuerbare Energien.

Der übergreifende EPB-Standard ISO 52000-1 wird von einer ganzen Serie von ergänzenden Standards für die Berechnung des Energieverbrauchs bei der Heizung und Kühlung sowie der Leistung von Gebäudeteilen abgerundet. Er enthält auch Klassifizierungen und Zertifizierungen. In naher Zukunft werden weitere Zusätze erwartet, die den ganzheitlichen Ansatz für energieeffiziente Gebäude noch ausbauen.

Die Normenfamilie ISO 52000 wurde vom technischen Komitee ISO/TC 163 (Thermische Leistung und Energieverbrauch in Baukörpern) unter der Leitung des schwedischen ISO-Mitglieds, des Instituts für Normung (SIS) und vom ISO/TC 205 (Umwelt-Bauplanung) vom US-amerikanischen ISO-Mitglied ANSI auf den Weg gebracht.

Ebenfalls beteiligt waren die technischen Arbeitsgruppen CEN/TC 371 (Energieeffizienz von Gebäuden) und CEN/TC 89 (Thermische Leistung von Gebäuden und Baukörpern) des Europäischen Komitees für Standardisierung (CEN).

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