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Chili Publish Spicy Talks: Digitalisierung neu gedacht

von Sonja Angerer | 15.11.2019
Chili Publish Spicy Talks: Digitalisierung neu gedacht

Bei den Chili Publish Spicy Talks in Berlin am 6. und 7. November wurde sichtbar: In der Druck- und Kreativindustrie ist noch viel Raum für Automatisierung. Das dürfte für Umwälzungen in der Branche sorgen.

Rund 200 Mitglieder der „Smart Template Community“ waren in das Kulturquartier „Silent Green“ nach Berlin-Wedding gekommen. In dem zur Event-Location umgebauten ehemaligen Krematorium fand die vierte (offizielle) Ausgabe der Chili Publish Spicy Talks statt: Zwei volle Tage rund um die Themen Smart Template, Automatisierung, Design und künftige Geschäftsmodelle in der Druckindustrie. Dabei war die Konferenz in drei Tracks aufgeteilt, zwischen denen Anwender und Interessenten nach Belieben wechseln konnten.


Bildunterschrift: Rund 200 Teilnehmer kamen zu den Chili Publish Spicy Talks 2019 nach Berlin. Foto: Ine Dehandschutter for Chili Publish.

Die „Business Sessions“ im großen Hauptraum waren Key Notes und Perspektiv-Vorträgen gewidmet. Eröffnet wurden sie am 6. November von Chili-Publish-CEO Kevin Goeminne sowie CTO Ward De Langhe, die aktuelle sowie anstehende Entwicklungen im Unternehmen vorstellten. Besonderen Anklang fanden die Möglichkeiten, nicht nur Print-Applikationen und Verpackungen, sondern auch gängige Online-Formate wie Banner mit variablen Daten aus einer Datenbank-Anbindung auszugeben. Derzeit entwickelt Chili Publish an der Möglichkeit, Online-Daten unkompliziert zu animieren. Dieses angekündigte Feature wurde von den Anwesenden begeistert aufgenommen.

Theresa Regli komplettierte den Eröffnungsblock mit ihrem Vortrag zu DAM-Systemen. Diese müssten, so erklärte sie, deutlich intelligenter werden, so dass die gesamte Erstellung von Präsentations- und Marketingmaterialien vereinfacht und automatisiert werden kann. Dazu aber gilt es, die Verschlagwortung in DAM (Digital Asset Management)-Systemen noch erheblich zu verbessern und vor allem auch laufend aktuell zu halten.


Bildunterschrift: In den „Novice“ und den „Advanced“ Session konnten die Teilnehmer entsprechend ihrem Kenntnissen Neues zu Chili Publish lernen. Foto: Ine Dehandschutter for Chili Publish.

Business-Cases oder Lernen in kleinen Gruppen

Nach den Key Notes starteten die „Novice“ sowie die „Advanced Sessions“ in zwei kleineren, separaten Räumen. Hier konnten sich neue Anwender in kleinen Gruppen Wissen zu Smart Templates erarbeiten, während erfahrene Chili Publish-Nutzer erweiterte Einblicke in spezielle Themen erhielten. Die Trainings-Sessions fanden an beiden Tagen statt. Zwischen den Blöcken gab es jedoch stets genug Zeit zum networken. In einem Durchgangsraum hatten zahlreiche Chili Publish-Partner und Sponsoren wie Induxx, Blubird, KAN Brand Design & Management, Akeneo, Keepeek und Sitecore eine Desktop-Ausstellung aufgebaut und jeweils eine Handvoll eigener Experten mitgebracht.

Im Business Track stellten einzelne Sprecher aus den Firmen während der beiden Tage ihre Lösungen und Produkte mit Chili Publish vor. Am Nachmittag des ersten sowie während des Großteils des zweiten Konferenztages war die Hauptbühne Erfahrungsberichten und internationalen Case Studies gewidmet. So stellte etwa Jessica Berlin dar, wie die American Cancer Society mit Smart Templates für ihre Kommunikation arbeitet. Großen Applaus erhielten auch Mike Grehan und Lynn White von Life Art, einem Unternehmen, das künftig frei gestaltbare Spezial-Särge für Krematorien anbieten will. Am Abend des 6. November feierten alle Teilnehmer beim Networking Dinner und knüpften neue Verbindungen.


Bildunterschrift: Chili-Publish-CEO Kevin Goeminne präsentierte die Lösungen von Chili Publish und wagte einen Blick in die Zukunft. Foto: Ine Dehandschutter for Chili Publish

Was sind Smart Templates, und was bedeuten sie für die Kreativ- und Druckbranche?

Als Chili Publish 2010 gegründet wurde, konzentrierte man sich auf den Chili Publisher, ein Tool für die Online-Bearbeitung von Grafik-Templates für die Web2Print-Branche. Inzwischen kann die Lösung mit einer Vielzahl von Automatisierungs- und Datenbank-Lösungen, etwa von Esko, Enfocus und Xeikon verknüpft werden für ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle im B2C und vor allem B2B-Bereich. Ein umfangreiches Netz von Partnern und Dienstleistern kümmert sich um die Integration maßgeschneiderter Workflows auf der Grundlage von Chili Publisher. Allen gemeinsam ist die Möglichkeit, Smart Templates anzulegen. Diese Designvorlagen enthalten die wichtigsten Key Visuals. Für Änderungen an Formaten, oder auch fremdsprachliche Varianten, können diese automatisch skaliert und angepasst werden. Das gilt für einen einfachen Flyer ebenso wie für Verpackungen oder im digitalen Großformatdruck verzierte Särge. Durch die Anbindung an DAM- oder andere Datenbanken lassen sich auch Versionen mit variablen Daten relativ einfach ermöglichen. Das gilt übrigens nict nur für Print-Applikationen, sondern verstärkt auch Online-Formate wie Banner oder blätterbare PDFs.

Die Implikationen, die sich dadurch für innovative Druckereien, aber auch Agenturen und Marketing-Abteilungen ergeben, sind ebenso umfangreich wie umwälzend. So zeigte etwa Gary Howard von Precision Marketing auf, wie sein Unternehmen mit Hilfe des „Connects“-Portals seinen Kunden Direktmarketing-Kampagnen mit Ansprache auf Straßenebene im Self-Service ermöglicht. Das Unternehmen druckt die so entstandenen Marketing-Materialien auch digital. Die dazu nötigen Layouts kann der Kunde mit einer Lösung auf Chili Publisher-Basis selbst anpassen. Doch das ist tatsächlich nur ein kleinerer Teil des Umsatzes. Das Unternehmen verlängert mit „Connects“ nicht nur die Wertschöpfungskette, sondern verbessert auch seine Kundenbindung.

Den Designer befreien

Rund 73 Euro kostet eine Designer-Stunde in Zentraleuropa, so erklärte Chili-Publish-CEO Kevin Goeminne in seinem Vortrag. „Man fragt sich, wie viele Stunden wirklich mit kreativer Arbeit verbracht werden“, sinniert er. Tatsächlich ist vieles in einem Kampagnen-Projekt eher „Fleißarbeit“, für die man eigentlich nur wenig Fachkenntnisse benötigt. Das gilt beispielsweise für Formatanpassungen oder auch fremdsprachliche Umsetzungen. „Wir wollen die Designer befreien“, so der CEO. Tatsächlich kann eine weitreichende Automatisierungslösung auf der Basis von Chili Publisher sehr viel manuelle Arbeit in der Designerstellung und in der Druckvorstufe sparen. Schließlich werden die automatisch generierten oder vom Kunden angepassten Designs gleich als druckfertige PDFs ausgegeben. Durch die Anbindung an Datenbanken kann man zudem ohne großen Aufwand regionalisierte, lokalisierte oder an demografische Daten angepasste Designs erstellen. Das bedeutet dann Print-Produkte, die ähnlich zielgenau wie Online-Werbung sind und entsprechend große Wirkung entfalten. „Ich denke, dass sich Print-Produkte immer mehr zur Premium-Lösung entwickeln“, so Goeminne. Chili Publish könnte daran einen entscheidenden Anteil haben.
 

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