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Wunderwelt der technischen Textilien

von Sonja Angerer | 30.08.2017
Wunderwelt der technischen Textilien

Vielen großformatigen Anwendungen werden auf speziell hergestellte oder vorbehandelte Textilien gedruckt.

Eine Ausstellung im Textilmuseums St. Gallen zeigt bis zum 2. April 2018, was mit Stoffen noch alles möglich ist.

Mit der Schau „Neue Stoffe – New Stuff. Gestalten mit Technischen Textilien“ hat das Textilmuseum St. Gallen nach eigenen Angaben die erste derartige Überblicksausstellung im deutschsprachigen Raum realisiert. Sie wurde am 23. August 2017 eröffnet und wird bis einschließlich 2. April 2018 zu sehen sein.

St. Gallen, der Hauptort des gleichnamigen Schweizer Kantons, entwickelte sich bereits in der Reformationszeit zu einem Zentrum der Schweizer Ostschweizer Textilindustrie.

Die Stadt  wurde jedoch immer wieder auch durch Strukturkrisen derselben massiv in Mitleidenschaft gezogen. So wanderten etwa in den 1930er Jahren rund 13.000 Einwohner ab als im Zuge der Weltwirtschaftskrise die Nachfrage nach den bekannten Stickerei-Produkten wegbrach.

Das Textilmuseum wurde bereits 1878 gegründet, es entwickelte sich aus der zeittypischen Mustersammlung der örtlichen Kaufmannschaft. Die heutige Sammlung umfasst heute etwa 45.000 Exponate.

Zu den Schätzen des seit 2012 von einem Trägerverein unterhaltenen Hauses gehören etwa spätantike Gewebe aus koptischen Gräbern, historische Stickereien seit dem 14. Jahrhundert, handgearbeitete Spitzen, historische Gewebe und Kostüme, Handarbeitsutensilien und Objekte zeitgenössischer Textilkunst.

In der Sonderausstellung „Neue Stoffe – New Stuff. Gestalten mit Technischen Textilien“ soll nun erstmals ein Feld ausgeleuchtet werden, das die meisten Menschen erst mal gar nicht mit der Textilindustrie in Verbindung bringen: Technischen Textilien und Smart Textiles, bedruckt oder unbedruckt, werden heute für eine große Bandbreite von Anwendungen eingesetzt.

Sie finden nicht nur im digitalen Großformatdruck, sondern vor allem auch in Medizin und Wellness, im Fahrzeugbau, in der Architektur oder der Energiegewinnung Verwendung. Die Schau zeigt daher aktuelle und historische Objekte sowie Prototypen, die das Innovationspotential der technischen Textilien beleuchten. Dabei wird auch auf die bereits lange Geschichte der Funktionstextilien eingegangen.

Michael Fehr, Kurator der Ausstellung, weist auf die besonderen Qualitäten dieser „Neuen Stoffe“ hin:  Sie sind im Vergleich zu anderen Materialien leicht, fest, sehr flexibel sowie gut und vielfältig ver- und bearbeitbar. „Bei der richtigen Kombination von Material und Verarbeitungstechnik ist fast alles möglich.“

Die Schweiz mit ihrer langjährigen Textil-Tradition gilt als führend bei der Entwicklung technischer Textilien. Einige herausragende Stücke, wie etwa  Befestigungsgurte für die Raumfahrt aus dem Werkstoff Zylon von der Firma Cortex Hümbelin AG oder eine animierte Fahne von der Forster Rohner AG sind auch im Rahmen der Ausstellung zu bewundern.

Des Weiteren gibt es etwa die Carbonfaser-Karosserie des BMW301i, aber auch medizinische Produkte aus technischen Textilien wie beispielsweise Implantate und Stents zu sehen. Sogar eine künstlicher Uterus, entwickelt vom Hohenstein Institute, ist Teil der Ausstellung.

Neben funktionellen Anwendungen kommen auch künstlerische Konzepte nicht zu kurz. Neben der LED Kollektion von des Schweizer Modelabels Akris sind auch zwei gestalterische Arbeiten aus der Weißensee Kunsthochschule Berlin zu sehen.

Das deutsch-mexikanische Architekturstudio Zeller & Moye entwickelte die Szenografie der Ausstellung und setzen dabei Textilbeton für die Gestaltung der Räume sowie der Herstellung der eigens für die Schau entworfenen  Möbel ein. 

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