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Nachhaltigkeits-Audit

von Laurel Brunner | 16.04.2018
Nachhaltigkeits-Audit

Wenn eine Druckerei größere Investitionen in Nachhaltigkeit angehen will, lohnt sich ein vorheriges Umwelt-Audit

Laurel Brunner erklärt, welche Vorteile ein Nachhaltigkeits-Audit für Unternehmen hat, und wie sich ein solches die firmeneigene Umweltstrategie auswirken kann.

Eigentlich sollte es ganz einfach sein, etwas zu tun, um die ökologische Nachhaltigkeit eines Unternehmens zu verbessern. Aber oft wirkt die Aufgabe stattdessen entmutigend. In der grafischen Industrie, so zeigt es sich, beginnen Inhaber mit relativ offensichtlichen und schnellen Maßnahmen, zum Bespiel, indem sie auf LED-Beleuchtung umstellen oder das Recycling vor Ort verbessern. Dann verlieren sie den Mut. Der Vorteil der einfachen Schritte ist, dass sie nicht viel Zeit und Geld erfordern. Wer jedoch ehrgeizigere Ideen pflegt, und etwa an eine Niedrigenergie-Ausstattung denkt, stellt schnell fest, dass das Ganze ein wenig komplizierter wird und vor allem auch richtig Geld kostet.

Häufig gibt es unterschiedliche Prioritäten für Investitionen in einem Unternehmen. Das gilt vor allem dann, wenn man sie keinem direkten Unternehmensteil zuordnen kann. Deshalb müssen die zur Verfügung stehende Optionen quantifiziert werden, und das ist oft anstrengend und kompliziert. Vielleicht ist es daher einfacher, erstmal einen Schritt zurückzutreten und mit einer Nachhaltigkeitsprüfung des Unternehmens zu beginnen. Und zwar noch bevor Investitionsentscheidungen getroffen werden.

Um eine solche Prüfung durchführen zu können, ist es unerlässlich, eine Liste aller Aktivitäten zu erstellen, die mittelbar oder unmittelbar mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun haben. Dazu gehören etwa Prozesse, die Wiederholungsdrucke und Verschwendung vermeiden, aber auch entsprechende Vorgaben wie Farbmanagement. Anhand dieser Liste kann sich ein Unternehmen mit anderen in seiner Branche vergleichen, aber auch – anhand geeigneter Benchmarks - an Best-Practise-Beispielen.

Die so entstandene Liste ist der Ausgangspunkt, anhand dessen man bestimmen kann, wie sich die Umweltleistung auf der Grundlage konsistenter Kennzahlen verbessern lässt. Sie kann auch einige eklatante Lücken in der Umweltstrategie aufdecken. Beispielsweise, dass die Kompostierung der Abfälle in der Betriebskantine eben noch nicht umgesetzt wurde.

Ein Nachhaltigkeits-Audit unterscheidet sich von der Bestimmung eines CO2-Fußabdrucks. Hier nämliche geht es darum, zu verstehen, wo man jetzt steht, damit eine nachhaltigere Zukunft geplant werden kann. Die Evaluierung sollte nicht zu sehr ins Detail gehen, sondern einen klaren Überblick darüber geben, was für eine detaillierte Prüfung priorisiert werden sollte: Beispielsweise eventuelle Mängel in der IT-Infrastruktur, bei den Drucksystemen, in der Transportpolitik oder auch bei der Wahl des Energieversorgers.

Die Idee ist es, besser der örtlichen Gesetzgebung zu entsprechen, seine Abläufe zu verbessern, und damit auch einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Daneben sollen natürlich auch die Abläufe reibungsloser und neue Ideen im Unternehmen gefördert werden. Ökologische Nachhaltigkeit hängt hauptsächlich von den Menschen im Unternehmen ab. Deshalb sollte man Mitarbeiter anhalten, sich zu engagieren und Vorschläge zu machen. Das lohnt sich auch für das Unternehmen. Denn es spart Geld und erhöht dadurch die Margen. 

Quelle: Dieser Artikel wurde im Rahmen des Verdigris-Projekts erstellt. Die Brancheninitiative hat es sich zum Ziel gesetzt, die positiven Auswirkungen von Druckerzeugnissen auf die Umwelt stärker ins Bewusstsein zu rücken. Dieser Kommentar hilft Druckereien, sich über die Entwicklungen in puncto Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten. Er zeigt auch, wie eine Unternehmensführung, die die Umwelt schont gleichzeitig die Profitabilität verbessern kann. Verdigris wird von folgenden Unternehmen unterstützt: Agfa Graphics, Spindrift.click, EFI, FESPA, HP, Kodak, Kornit Digital, Ricoh, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon.

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