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Mutiger Schritt von Microsoft

von Laurel Brunner | 27.03.2020
Mutiger Schritt von Microsoft

Microsoft und Apple stellen der Druckvorstufe wichtige Software zur Verfügung, die für die Arbeitsabläufe in der Druckindustrie essenziell ist. Laurel Brunner über die aktuellen Umweltpolitik von Microsoft und Apple.

Jeder in der Grafikindustrie ist auf Microsoft und Apple angewiesen. Die Unternehmen stellen für die Workflows der Druckvorstufe die wichtige Software-Infrastruktur bereit. Das Engagement von Apple zur die Verringerung der Umweltauswirkungen wird ausführlich in der Öffentlichkeit diskutiert. Von Microsoft hören wir aber relativ wenig zu diesem Thema. Das änderte sich mit Microsofts jüngster Ankündigung, bis 2030 CO2-neutral sein zu sein. Noch kühner ist die Ankündigung, dass Microsoft bis 2050 „den gesamten Kohlenstoff, den das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1975 entweder direkt oder durch den Stromverbrauch emittiert hat, aus der Umwelt entfernen“ will. Das ist ungewöhnlich, und nicht nur deshalb, weil schon allein die Berechnung dieser CO2-Aufstellung eine Herkulesaufgabe sein dürfte.

Microsoft legt damit die Messlatte für andere Unternehmen ziemlich hoch. Das Ziel, dass sich das Unternehmen gesetzt hat, lässt alle anderen ein bisschen schmächtig aussehen. Um seine Bemühungen zu finanzieren, will Microsoft seine seit 2012 geltende interne Kohlenstoffgebühr ausweiten. Diese Gebühr ist eine interne Steuer, die von allen Microsoft-Abteilungen erhoben wird. Sie wurde eben auf 15 Dollar pro Tonne Kohlendioxidemissionen verdoppelt.

Die Gebührenerhöhung ist Teil eines ziemlich detaillierten Plans von Microsoft. Er will erreichen, dass sich die Kohlenstoffemissionen des Unternehmens sowie die seiner Liefer- und Wertschöpfungsketten bis 2030 um die Hälfte reduzieren. Dies soll durch den Einsatz von Microsoft-Technologie geschehen. Diese wird Kunden und Lieferanten dabei unterstützen, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren, wobei nicht klar ist, wie dies genau funktionieren soll. Microsoft macht außerdem Anforderungen zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen zum Bestandteil seiner Beschaffungsprozesse. Das könnte erhebliche Auswirkungen auf Druckereien, Designer, Agenturen und andere Akteure in der Lieferkette in der grafischen Industrie haben.

Außerdem wurde ein neuer Klima-Innovationsfonds in Höhe von einer Milliarde US-Dollar eingerichtet. Damit sollen Technologien zur Abscheidung, Reduzierung und Beseitigung von Kohlendioxid entwickelt werden. Microsoft will außerdem seinen Einfluss nutzen, um eine Politik zu fördern, die sich der Kohlenstoffreduzierung und -beseitigung verschreibt.
Das ist ehrgeizig genug, aber noch nicht alles, und jetzt sollte die grafische Industrie aufhorchen. Denn Microsoft hat sieben allgemeine Prinzipien skizziert, die das Unternehmen künftig befolgen will.

  • Die Bemühungen um eine Reduzierung müssen auf wissenschaftlichen und mathematischen Grundlagen beruhen.
  • Jedes Unternehmen muss die Verantwortung für seine Emissionen übernehmen.
  • Für die Kohlenstoffreduzierung und -beseitigung sind Investitionen in neue Technologien erforderlich.
  • Es werden Technologien entwickelt, die Kunden und Lieferanten dabei unterstützen, ihren CO2-Fußabdruck zu vermindern.
  • Jährliche Berichte werden für Transparenz sorgen, denn sie bieten die Möglichkeit, Fortschritte nachzuverfolgen.
  • Das Unternehmen wird eine Gesetzgebung unterstützen, die Technologien zur Kohlenstoffreduzierung und -beseitigung beschleunigt.
  • Das Unternehmen wird das Engagement seiner Mitarbeiter fördern.

Damit hat das Microsoft Leitlinien festgelegt, denen Druckereien und Verlage, Messen und Industrieverbände folgen können. Und das ist fast so interessant wie das Engagement selber. Denn diese Prinzipien sind so formuliert, dass sich jede Firma als Teil ihrer Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik anschließen könnte. Ob andere Organisationen dem Beispiel von Microsoft tatsächlich folgen werden, bleibt natürlich abzuwarten. Für unsere Umwelt wäre es wirklich zu wünschen.

Quelle: Dieser Artikel wurde vom Verdigris-Projekt produziert, einer Brancheninitiative, die das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen des Drucks auf die Umwelt schärfen soll. Dieser wöchentliche Kommentar hilft Druckdienstleistern, sich über Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten. So können sie sich auch darüber informieren, wie eine umweltfreundliche Unternehmensführung zu einem besseren Ertrag beitragen kann. Verdigris wird unterstützt von den folgenden Firmen:
Agfa Graphics, EFI, Fespa, HP, Kodak, Kornit, Ricoh, Spindrift, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon.

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