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FESPA 2020: Können wir einen Technologiesprung in der Automatisierung erwarten?

von Graeme | 26.12.2019
FESPA 2020: Können wir einen Technologiesprung in der Automatisierung erwarten?

Graeme Richarson-Locke, Technical Support Manager bei der FESPA, über die Bedeutung der Automatisierung in der Druckindustrie.

Wir stehen am Rande eines neuen Jahrzehnts.  Eine vorhersehbare Vielzahl von Artikeln überschwemmen die Wirtschaftsmedien und bewerten technischen Trends, die unsere Arbeitsweise neu gestalten werden.

Ein Thema taucht dabei auf, wohin ich mich auch wende: Automatisierung. Die Berater von Gartner gehen sogar so weit, der Hyperautomation in ihrer Analyse der Top 10 Strategic Technology Trends for 2020 Analyse den ersten Platz zuzusprechen. Sie kommentieren das so: "Hyperautomation bezieht sich nicht nur auf die breite Palette der Werkzeuge. Sondern auch auf alle Schritte der Automatisierung selbst, also entdecken, analysieren, entwerfen, automatisieren, messen, überwachen und neu bewerten.”

Automatisierung ist kein neues Phänomen. Die Druckbranche hat die Prozessautomatisierung in den letzten 20 Jahren mit Begeisterung genutzt. Das hat ihr  deutliche Vorteile für die Produktivität beschert und die Lieferzeiten verkürzt. Bei den Spezialisten unter den Druckereien, wie man sie typischerweise auf der FESPA trifft, war man diesbezüglich wohl etwas zurückhaltender.

Vielleicht liegt das daran, dass die Wurzeln dieses Segments oft in handwerklich orientierten Techniken wie dem Siebdruck liegen. Erst mit dem Aufkommen des digitalen Großformatdrucks veränderte sich das hin zu einer mehr technisch orientierten Branche. Womöglich hängt es auch mit der Vielfalt der verwendeten Druckmaterialien zusammen. Denn das macht die Standardisierung deutlich schwieriger macht als beim Druck auf Papier. Liegt es an der typischen Größe der Unternehmen in unserer Branche, an der Investitionsbereitschaft? Oder sind wir alle nur von der Tendenz betroffen, uns auf Produktqualität und Kundenservice zu konzentrieren, und dabei die Fertigungseffizienz etwas aus den Augen zu verlieren?

Die Automatisierungspioniere gehen voran

Was auch immer den Fortschritt bisher aufgehalten hat, die Wahrheit ist unausweichlich. Bei den meisten spezialisierten Großformatdruckereien ändern sich die Einkaufsmuster, das Auflagenvolumen sinkt unausweichlich. Unternehmen müssen wachsende Mengen an kleinen und individuellen Aufträgen bearbeiten. Dabei erwarten die Kunden immer mehr und wollen binnen eines Tages beliefert werden. Deshalb ist es an der Zeit, all das, was wir zu wissen scheinen auf den Prüfstand zu stellen. Ziel muss es sein, geeignete Prozesse für die Bewältigung dieser neuartigen Auftragslage aufzusetzen.

Es gibt viele inspirierende Großformatdruckereien, die die Chancen der Automatisierung erkennen und nutzen. Sie haben ihr Geschäftsmodell auf den Kopf gestellt, beispielsweise durch optimierten Online-Bestellungen mit Hilfe von Web-to-Print-Lösungen. Ich habe Anfang 2019 über drei bemerkenswerte britische Beispiele gebloggt.

Dorthin, wo uns diese Automatisierungspioniere hingeführt haben, muss unsere Branche als Ganzes schnell folgen, das ist meine feste Überzeugung. Sonst muss sie die wirtschaftlichen Folgen tragen. Man muss sich dabei darüber klar werden, dass eine Großformatdruckerei in der Lage sein kann, die Preise eines Web-to-Print-Konkurrenten mitzugehen – aber nur dann, wenn man die Margen reduziert. Online zu bestellen und zu proofen sowie Aufträge abzuwickeln, ganz ohne mühevolle manuelle Kalkulation, Druckvorstufe und Lieferanteneinbuchungen – das kann ein großer Vorteilsein, der sich aber nur durch Automatisierung erreichen lässt. Mit Blick auf die FESPA Global Print Expo 2020 und darüber hinaus kann man deshalb mit Fug und Recht behaupten, dass wir an der Schwelle zu einem gewaltigen Sprung in der Automatisierung stehen.

Aus meiner Sicht gibt es zwei Stränge: die Produktionsautomatisierung durch Hardware und die Softwareautomatisierung. Bei letzterer geht es vor allem um die Verknüpfung von Insellösungen im Produktionsworkflow mit Hilfe individueller Tools. Oder aber man entscheidet sich ganz für das Produktionsökosystem eines einzigen Anbieters.

Die von Gartner beschriebene Palette an Werkzeugen gibt es heute schon, und zwar auch für auf den Großformatdruck spezialisierte Druckereien. Sie reicht beispielsweise von der Planung und Schätzung über das Pre-Flight, die Dateivorbereitung und das Farbmanagement bis hin zur Jobverteilung auf die Maschinen oder Verschachtelung der Druckaufträge (Nesting).

Bereits heute gibt es Lösungen, um praktisch jede Phase der Produktion von der Bestellung bis zum Versand zu automatisieren und zu rationalisieren. Und mit jeder FESPA-Messe werden es mehr.

Kleine Veränderungen, messbarer Nutzen

Bei einem Besuch einer großen Technologiemesse wie der FESPA Global Print Expo stehen für die Druckereien meist Hardware-Upgrades im Vordergrund. In Madrid sollten die Messegäste aber auch die Software-Innovationen genau im Auge behalten und sich die Zeit nehmen, diese zu entdecken.

Software ist oft ein vernachlässigter Bereich in der Gesamtinvestitionsplanung eines Druckers. Dabei wäre es eine gute Faustregel, dafür rund 10% des Investitionsbudget zu veranschlagen. Damit kann man einen optimierten Gesamtworkflow erreichen und die Produktion effizienter machen.

Es mag manchem beängstigend erscheinen, dass er das Automatisierungspotenzial für sein Unternehmen noch nicht ausgeschöpft hat. Oft aber sind es kleine Änderungen, die dennoch messbare Vorteile auf dem Weg zu einer umfassenderen Prozessautomatisierung bringen. Wenn sich eine Aufgabe wiederholt und man dabei eine Logik identifizierbar ist, dann kann man sie automatisieren. Das jedenfalls sollten Sie zum Ausgangspunkt Ihrer Suche nach Automatisierungsmöglichkeiten machen.

Doch Vorsicht: Der Erfolg von Automatisierungsmaßnahmen hängt nicht nur von den Produkten ab. Manche Tools sind ziemlich intuitiv zu bedienen. Doch um sie im Arbeitsalltag zu integrieren, kann durchaus Umdenken gefragt sein. Drucker, die sich vor allem mit der Produktion beschäftigen, können sich durch erhöhte Prozessautomatisierung womöglich überfordert fühlen. Auf ale Fälle kommt dadurch viel Neues auf sie zu.

Aber man kann sich von den Anbietern und von Organisationen wie der FESPA und ihren nationalen Verbänden auch viele Ratschläge holen. Auf der FESPA Global Print Expo 2020 veranstaltet das Trend Theatre regelmäßig kostenlose Seminare zum Thema Automatisierung. Sie werden von den unabhängigen Experten von Keypoint Intelligence abgehalten. Wenn Ihr Schwerpunkt eher auf  verbesserten Farbmanagement-Praktiken liegt, buchen Sie doch Ihre kostenlose Führung durch das Colour L*A*B*.

Textildruckereien können auf der Sonderfläche Print Make Wear die neusten Trends zu Fertigung und automatisierten Workflows entdecken.

Mein Ratschlag lautet: Lassen Sie sich von der Automatisierung nicht einschüchtern, stellen Sie sich ihr. Druckereien, die den Schritt bereits gegangen sind, können schon wirtschaftliche Vorteile genießen, die sich aus einer schnelleren Produktion, besserer Auslastung der Kapazitäten und Personalressourcen, weniger Fehlern und Ressoucenverschwendung sowie einer konstanteren Qualität ergeben. Ist es nicht an der Zeit, dass Sie sich ihnen anschließen und das volle Potenzial Ihres Unternehmens freisetzen?

Für Ihren kostenlosen Eintritt zur FESPA Global Print Expo 2020 verwenden Sie bei der Registrierung den Code FESM210.

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