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Farbmanagement beginnt beim Kunden

von Paul Sherfield | 22.03.2019
Farbmanagement beginnt beim Kunden

Paul Sheffield beleuchtet, wie es in Sachen Farbsicherheit und Kundenzufriedenheit weitergehen sollte.

Sie betreiben Farbmanagement? Sie haben die entsprechende Software installiert, in Ihrem Betrieb gibt es einen etablierten Workflow mitsamt internen Richtlinien, und das Ganze funktioniert auch? Immerhin haben Sie viele Artikel zu diesem Thema auf der FESPA-Website gelesen.

Sie wissen, wie wichtig es ist, maschinenspezifische Profile für ihre gängigen Bedruckstoffe zu erstellen. Sie setzen eine Reihe von Ausgabe- oder Simulationsprofilen ein. Diese beruhen in der Regel auf einer ISO-Drucknorm und einem ISO-Profil, beispielsweise ISO-coated v2 (Fogra 39), PSO-coated v3 (Fogra 51) oder den Uncoated-Profilen nach Fogra 47 und Fogra 52.

Sie können sogar optimierte Farbmanagement-Workflows haben, bei denen Sie das Maximale aus der Maschine und dem gewählten Substrat herausholen können. Deshalb ist es in Ihrer Firma auch kein Problem, den Standard-Farbraum beim Offsetdruck oder einem anderen Druckverfahren nachzustellen. Dann wirken die Aufträge Ihres Kunden immer einheitlich, auch wenn in seinem Projekt eine Vielzahl von Druckverfahren zum Einsatz kommen. Bei Bedarf kann man bei Ihnen aber auch mit dem größten CMYK-Farbraum drucken lassen, den Gerät und Bedruckstoff hergeben.

In Ihrem Drucksaal wird die Ausgabe mit Hilfe eines Prozessleitsystems anhand des gewählten Farb-Workflows ganz genau nachgemessen – jeden Tag. Oder sogar bei jedem Auftrag.

Sie denken also, Sie haben ihre Prozesse und die Farbdarstellung fest im Griff? Welche Lücken könnte es also noch geben?

Eine „Farblücke“ kann sich tatsächlich in den Dateien und PDFs finden, die vom Kunden angeliefert werden. Erfüllen diese wirklich Ihre Erwartungen an das Farbmanagement? Haben sie das richtige CMYK ICC-Profil für Ihren Colormanagement-Workflow? Was kommunizieren Sie Ihren Kunden dazu eigentlich?

Hoffentlich lassen Sie ein Preflight über die Kundendaten laufen. Dazu gehört dann natürlich auch die Prüfung hinsichtlich des richtigen CMYK ICC-Profils. Oder ob das PDF-X eigentlich richtig geschrieben wurde. Außerdem sollte überprüft werden, ob die Bilder genügend Auflösung haben, oder etwa noch im RGB-Farbraum vorliegen.

Was mache ich eigentlich bei einem falschen CMYK-Profil?

Man sollte sich ins Gedächtnis rufen, dass Kundendateien mit einem CMYK-Farbprofil, das nicht zu Ihren Farbmanagement-Workflows passt, unter Umständen nicht das Farbergebnis bringen, das den Erwartungen Ihres Kunden entspricht. Jedenfalls dann, wenn die Daten nicht vorher angepasst werden.

Eine ganze Reihe solcher Dinge kann man in-house mit einem Colour-Server selbst in Ordnung bringen, wenn der etwa die Profile und PDFs automatisch an denWorkflow anpasst. Solche Server arbeiten oft mit ausgefeilten Device-Link-Profilen. So kann man CMYK-Daten sehr genau umrechnen, und sogar die Umwandlung von RGB- in die richtigen CMYK-Daten akkurat erledigen.

Auf diese Art und Weise erhält man eine korrekte Datei, die den Anforderungen an die Farbmanagement-Richtlinien und Workflows in Ihrem Unternehmen entspricht.

Eine weitere, vielleicht proaktivere Lösung wäre es, die Kunden zu ermutigen, ihre PDFs und Dateien gleich gemäß Ihren Farbmanagement-Richtlinien zu erstellen. Das erreichen Sie beispielsweise, indem Sie Details zur Vorbereitung der Dateien, Ihre Farbmanagement-Richtlinien und die verwendeten ICC-Profile und -Einstellungen öffentlich machen.

Also, zum Beispiel im Download-Bereich Ihrer Webseite. Dort könnten Sie CMYK-Profile, Adobe CC Color Settings Files (.csf) und PDF Job Options-Einstellungen (.joboptions) hinterlegen.

Dies würde es Ihren Kunden dann ermöglichen, gleich nach Ihren Einstellungen und Methoden zu arbeiten. Größeren Kunden kann man auch entsprechende Fortbildungen anbieten. Das schafft Mehrwert, und eignet sich auch gut zur Kundenbindung. Das Ergebnis sind Dateien, die keinen Eingriff erfordern und für Ihre Arbeitsabläufe geeignet sind.

Der Weg, den Sie gehen wollen, um sicherzustellen, dass Kundendateien gemäß Ihrer Farbmanagement-Strategie erstellt werden, hängt natürlich von Ihrem Markt und seinen Anforderungen ab. Wenn Sie nicht mit den Erstellern der Dateien ins Gespräch kommen können, oder der Kunde erwartet, dass Sie Ihre Farbkenntnisse einbringen, dann ist eine Lösung erforderlich, um die Dateien und PDFs des Kunden entsprechend zu konvertieren.

Häufig wird eine Kombination beider Ansätze erforderlich sein, um alle Bedürfnisse des Kunden zu erfüllen und sicherzustellen, dass Farbmanagement von den Kundendateien bis zum Druckprodukt funktioniert.

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