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Der Grüne Deal der Europäischen Union

von Laurel Brunner | 14.02.2020
Der Grüne Deal der Europäischen Union

Die EU will große Summen bereitstellen, um den Übergang zu einer emissionsfreien Wirtshaft zu fördern. Davon könnte auch die grafische Industrie profitieren.

Im Dezember 2019 kündigte die Europäische Union (EU) an, dass sie 100 Milliarden Euro investieren will. Denn bis 2050 will sie der erste klimaneutrale Kontinent der Welt werden. Unter „klimaneutral“ versteht die EU, dass Emissionen durch die Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre ausgeglichen werden.

Man kann das ruhig ein ehrgeiziges Unterfangen nennen. Ein Großteil der Mittel wird an die Wirtschaft und Industrie gehen. Denn die EU hat sich verpflichtet, menschliches Leben, Tiere und Pflanzen durch eine geringere Umweltverschmutzung zu schützen. Die EU möchte außerdem ihre Unternehmen dabei unterstützen, weltweit führend bei sauberen Technologien und Produkten zu werden. So soll der Übergang zur Klimaneutralität alle mitnehmen. In diesem Zuge sollen dann Emissionen kontrolliert und gegen Möglichkeiten zur Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre aufgerechnet werden. Die 100 Milliarden Euro sind aber erst der Anfang. Denn die EU will im nächsten Jahrzehnt die erstaunliche Summe von einer Billion Euro aufbringen. Damit soll eine Wirtschaft vorangetrieben werden, die netto keine Emissionen verursacht. 

Für die grafische Industrie könnte dies extrem wichtig werden. Das gilt nicht nur für Druckereien und Verlage, sondern auch für Unternehmen, die neue Produkte entwickeln. Wenn man zum Beispiel die Recyclingfähigkeit von Verbrauchsmaterialien, Prozesseffizienz oder die Umweltauswirkungen im Produktionsprozess verbessern könnte, dann käme dafür durchaus eine Unterstützung durch die EU in Frage. Mit ein bisschen Glück sind die Industrieverbände bereits dabei, herauszufinden, wie diese Initiative der gesamte Lieferkette, ihren Mitgliedern und Geschäftspartnern zugutekommen kann.  

Zu den wichtigsten politischen Maßnahmen der EU gehören Investitionen in neue emissionssenkende und grüne Technologien. Sie will außerdem in klimaneutrale Unternehmen investieren, sodass niemand zurückbleibt. Ein neues Finanzierungssystem soll dabei helfen, Unternehmen bei der Anpassung an umweltfreundlichere Produktionsmethoden zu unterstützen. Im Durchschnitt verwendet die europäische Industrie nur 12% Recyclingmaterial. Hier besser zu werden ist eine der drängendsten Prioritäten, und das sollte alle, die mit Papier zu tun haben, besonders freuen.

Ein wesentlicher Teil der Strategie wird es sein, Unternehmen bei der Modernisierung zu unterstützen. So können sie einerseits effizienter produzieren, andererseits mehr recycelte Materialien verwenden. Dazu muss man eventuell auch die Lieferketten für die Sortierung und Verarbeitung von Abfällen durchleuchten. Ein weiteres Ziel muss es sein, den Verbrauch von neuen Rohstoffen einzudämmen. Denn dieser hat sich zwischen 1970 und 2017 verdreifacht und ist weiterhin steigend.

Am spannendsten ist dabei vielleicht wirklich das Geld, das die EU in ihre Bemühungen investiert. Sie wird 100 Milliarden Euro für staatliche Beihilfen ausgeben, um nachhaltige Investitionen zu fördern und die Ziele des „Grünen Deals“ zu finanzieren. Das ist eine riesige Summe, die neu eingestellt wird, aber auch aus verschiedenen anderen EU-Fonds stammt, bei denen es bereits bewährte Verfahren für die Vergabe, aber auch die Beantragung der Subventionen gibt.

Die EU ist bereits ein Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel. Sie bietet damit anderen Regionen der Welt ein Vorbild, an dem sie sich orientieren können. Was in der EU funktioniert, hilft allerdings anderswo möglicherweise nicht. Oder auch nicht für alle Branchen, und es ist durchaus möglich, dass die grafische Industrie eine davon ist. Doch mit ihren Bemühung legt die EU eine Messlatte, und erspart es womöglich anderen Regionen, mühevoll eigene Ideen entwickeln zu müssen. Wichtig ist dabei, dass die EU voll ins Risiko geht, um im Kampf gegen die globale Erwärmung wirklich etwas zu bewirken.

Quelle: Dieser Artikel wurde vom Verdigris-Projekt produziert, einer Brancheninitiative, die das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen des Drucks auf die Umwelt schärfen soll. Dieser wöchentliche Kommentar hilft Druckdienstleistern, sich über Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten. So können sie sich auch darüber informieren, wie eine umweltfreundliche Unternehmensführung zu einem besseren Ertrag beitragen kann. Verdigris wird unterstützt von den folgenden Firmen:
Agfa Graphics, EFI, Fespa, HP, Kodak, Kornit, Ricoh, Spindrift, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon.

 

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