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Das Zeitalter der gedruckte Zeitungen nähert sich dem Ende

von Laurel Brunner | 10.01.2020
Das Zeitalter der gedruckte Zeitungen nähert sich dem Ende

USA Today ist eine der wenigen nationalen Zeitungen des Landes. Daneben gibt es noch das Wall Street Journal und den Christian Science Monitor. Doch im Gegensatz zu diesen Titeln wird USA Today möglicherweise seine gedruckten Versionen auslaufen lassen.

Es werden nur etwa 730.000 gedruckte Exemplare abgesetzt, und das in einem Land mit über 350 Millionen Einwohnern. Gleichzeitig wächst die Zahl der Online-Leser, die die Zeitung digital abonniert haben. Deshalb ist es kein Wunder, das ihre Eigentümer, die Gannett Company, ernsthaft erwägt, die Druckausgabe aufzugeben. Man schätzt, dass etwa 2,6 Millionen Menschen die USA Today lesen. Ihnen allen könnte man womöglich digitale Abonnements verkaufen. Und dabei natürlich auch noch sparen.

USA Today wurde erstmals 1982 veröffentlicht, zu einer Zeit, als digitale Produktions- und Druckvorstufen-Technologien die Verlagsbranche mit neuen Ideen überrollten. Die Prämisse der Zeitung war es, nationale und einige internationale Nachrichten und Leitartikel mit lokalen Geschichten zu kombinieren. Dabei gibt es eine gewisse Tendenz zur Oberflächlichkeit und zur Sensationslüsternheit. Insgesamt war das Konzept erfolgreich. Doch nachdem die Aktionäre der Fusion von Gannett mit GateHouse Media zugestimmt haben, hängt in der Schwebe, ob die insgesamt rund 500 Medientitel der Gruppe als Print-Ausgaben fortgeführt werden.

Ob man die gedruckten Ausgaben tatsächlich auslaufen zu lässt, wird von den Marktreaktionen abhängen. Die USA Today bewegt sich, wie viele andere Zeitungen auch, in Richtung einer ausschließlich digitalen Zukunft.

Die Konsolidierung dieser beiden Unternehmen wird einige Auswirkungen vor Ort haben. Nicht zuletzt wird es die üblichen Einsparungen, Schrumpfungen und Entlassungen geben. Die digitale Bereitstellung und Unterstützung von Autoren, die Inhalte für digitale Kanäle produzieren, wird granularer werden. Denn digitale Kanäle können unglaublich enge Interessengemeinschaften erreichen, bis hin zur Einzelpersonen. Freiberufliche Autoren und Fotografen werden das womöglich begrüßen. Für festangestellte Journalisten und Bürger ist die Entwicklung weniger positiv. Denn es gibt dann keine Vollzeit-Journalisten mehr. Und die  Bürger werden nur noch begrenzt mit neuen Ideen und Perspektiven konfrontiert.

Bei den gedruckten Ausgaben werden sich Redakteure und Verleger bemühen, ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Dabei wird man sich wohl auf generische Inhalte zu konzentrieren, also auf  auf alles, was gut zu Anzeigen für die Zielgruppe passt.

Dies wird wahrscheinlich nicht zu einer Rückkehr zu den massiven Heftumfängen der alten Ausgaben führen. Eher schon sind sind dünneren Ausgaben mit faden Inhalten zu erwarten. Sie sind dann wohl ganz auf die Interessen von Anzeigenkunden zugeschnitten, die Leser mit einer Vorliebe für Print erreichen wollen. Erwarten Sie viele Anzeigen für Elektrorollstühle, medizinische Behandlungen sowie Inkontinenzprodukte, und daneben die passenden redaktionellen Artikel aus der Echokammer.

Was auf dem Markt passiert, wird sich letztlich auf die Umweltbelastung von Druckprodukten in den USA auswirken. Die Umstellung auf digitale Medien, und weg von einem nachhaltigen und wiederverwertbaren Medium, wird für das Land und die Zeitungsindustrie mit einer erhöhten Emissionsbelastung verbunden sein. Der Verlust von Altpapier wird sich auf die Papierfabriken auswirken. Denn die sind darauf angewiesen, Rohstoffe für neue Produkte aus einem hohen Anteil an recyceltem Material zu gewinnen. Das führt letztlich dazu, dass die Papierpreise steigen.
 
Gannett/GateHouse wird sich dafür entscheiden, die Druckmaschinen am Laufen zu halten, wenn die Kunden das so wünschen. Doch der Durchmarsch des Smartphones wird auch für Gannett/GateHouse eine digitale Zukunft diktieren, so wie für viele andere Zeitungen auf der ganzen Welt. Sie entwickelt sich möglicherweise gemeinsam mit den gedruckten Ausgaben, aber sicher ist das nicht. Wenn niemand über die hohen Emissionen spricht, die mit der digitalen Medienspeicherung und -auslieferung verbunden sind, oder auch darüber, wie nachhaltig Druckprodukte sein können, dann wird man wohl künftig nicht allzu  lange überlegen und auf den Druck verzichten.

Quelle: Dieser Artikel wurde vom Verdigris-Projekt produziert, einer Brancheninitiative, die das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen des Drucks auf die Umwelt schärfen soll. Dieser wöchentliche Kommentar hilft Druckdienstleistern, sich über Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten. So können sie sich auch darüber informieren, wie eine umweltfreundliche Unternehmensführung zu einem besseren Ertrag beitragen kann. Verdigris wird unterstützt von den folgenden Firmen:
Agfa Graphics, EFI, Fespa, HP, Kodak, Kornit, Ricoh, Spindrift, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon.

 

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