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Das neue Normal: Prozesslose Plattenerstellung

von Laurel Brunner | 05.09.2019
Das neue Normal: Prozesslose Plattenerstellung

Laurel Brunner erklärt, wie wichtig die prozesslose Erstellung von Druckplatten ist. Denn sie hilft dabei, die Branche umweltfreundlicher zu gestalten.

Die prozesslose Platteneinstellung ermöglicht eine effizientere und nachhaltigere Produktion. Denn sie macht die Entfernung unbelichteter Beschichtungen mit Hilfe von Chemie überflüssig. Das ist ein großer Schritt nach vorne in dem Bemühen, die Produktion von Printmedien umweltfreundlicher zu gestalten. Trotzdem hat es hat eine Weile gedauert, bis das Thema an Fahrt gewonnen hat. Das lag daran, dass die ersten Versuche nicht wirklich prozesslos waren. Noch dazu hielten die so erstellten Platten kaum ein paar Tausend Durchgänge aus. Aber im Laufe der Zeit hat sich die Technologie verbessert. Nun endlich kann man sie auch bei hohen Auflagen und mit aggressiven Farben problemlos nutzen.

Heutzutage äußern sich die drei Hauptentwickler von prozesslosen Platten sehr positiv über den Umsatz. Kodak schätzt, dass Installationen seines Sonora-Prozessen weltweit etwa einen Marktanteil von 15% ausmachen. Bei Agfa gibt man an, dass konventionelle Platten für 80% des entsprechenden Umsatzes verantwortlich sind – das würde bedeuten, dass 20 % für Prozesslos übrigbleiben. Aber das ist möglicherweise ist das immer noch eine zu vorsichtige Einschätzung. Was die Frage aufwirft, warum diese Technologie in den letzten Jahren eigentlich nicht den ganzen Markt aufgerollt hat. Lassen Sie uns also einen Blick auf die Fakten werfen.

Die relativ geringe Marktdurchdringung hängt wohl mit der Relevanz der Vorteile zusammen, die sie bieten­ – also abgesehen davon, dass sie „grüner“ sind. In der heutigen, brutalen Marktlage werden diese außerdem ganz anders beurteilt – vor 20 Jahren hatte man einfach nicht dieselben Prioritäten. Heute dreht sich in der Druckindustrie dreht sich alles um Prozesseffizienz. Wo immer möglich, wird automatisiert. Je weniger Anlaufpunkte so ein Workflow hat, desto besser. Wenn also durch prozesslose Druckplatten Arbeitsschritte eingespart werden können, so ist das ebenso sehr wirtschaftliche Notwendigkeit wie eine gute Wahl für die Umwelt.

Heute wird auch die Müllvermeidung ganz anders gesehen. Entsorgung ist teuer, sie wird immer komplexer und die Vorschriften werden laufend verschärft. Das sorgt dafür, dass die für den Prozess benötigten Chemikalien und ihre Entsorgung immer kostspieliger werden. Zusätzlich erwartet der Markt immer kürzere Durchlaufzeiten. Wenn man also Verarbeitungsschritt rationalisiert, verkürzt das die Produktionszeit.

Die Technologie für die prozesslose Druckplattenverarbeitung wird schon mindestens seit den 1970er Jahren entwickelt. In den 80er Jahren waren Xerox und Polaroid Pioniere bei prozesslosen Filmen. Die dort gewonnen Erfahrungen kommen nun der  digitalen Plattenbelichtung zugute. Die Unternehmen zielten damals darauf ab, Prozessschritte mit Hilfe proprietärer Produkte zu reduzieren und sich damit neue Einnahmequellen zu erschließen. Bei den prozesslosen Filmen hat es nicht sollen sein. Bei den prozesslosen Druckplatten hingegen ist der Erfolg viel wahrscheinlicher. Eines Tages könnte es sogar so weit kommen, dass sie die einzigen Druckplatten sind, die es noch auf dem Markt gibt. Das gilt besonders dann, wenn es den Digitaldruck gelingt, seine eigenen Problemchen mit der Umwelt in den Griff zu bekommen und in der Geschwindigkeit zum Offsetdruck aufzuschließen. Aber das wird wohl noch dauern. Aber bis dahin kann man schon einmal beruhigt auf die prozesslose Plattenerstellung wetten.

Quelle: Dieser Artikel wurde vom Verdigris-Projekt produziert, einer Brancheninitiative, die das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen des Drucks auf die Umwelt schärfen soll. Dieser wöchentliche Kommentar hilft Druckdienstleistern, sich über Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten. So können sie sich auch darüber informieren, wie eine umweltfreundliche Unternehmensführung zu einem besseren Ertrag beitragen kann. Verdigris wird unterstützt von den folgenden Firmen: Agfa Graphics, EFI, Fespa, HP, Kodak, Kornit, Ricoh, Spindrift, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon.
 

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