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Bei moderne Offsetdruckmaschinen muss man Vieles bedenken

von Laurel Brunner | 16.08.2018
Bei moderne Offsetdruckmaschinen muss man Vieles bedenken

Laurel Brunner erklärt, dass man auch bei nachhaltigen Technologien mal nachprüfen sollte, wie so die Auswirkungen auf die Umwelt sind.

Es hört sich so einfach an. Da trifft man eine Entscheidung für die Umwelt und investiert in neue Technologien, die einen geringeren CO2-Fußabdruck haben. Um ihre Ausstoß von schädlichen Klimagasen zu begrenzen, entscheiden sich Druckereien normalerweise für moderne Digitaldruckmaschinen, neue Computer-to-Plate-Systeme oder prozesslose Druckplatten wie das Sonora-System von Kodak. Doch welche Nebenwirkungen haben neue und nachhaltigere Technologien eigentlich auf die Umwelt? Diese Frage stellt sich nicht nur bei Technologieinvestitionen. Sondern überall dort, wo es umweltfreundlicher werden soll.
 
Bei Bogenoffsetdruckern mit UV-härtenden Farben, die in der Regel über Zwischentrockentürme verfügen, kann sich die Chemie in der Druckmaschine von der konventionellen unterscheiden. Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung muss das natürlich berücksichtigt werden. In Bogenoffset-Maschinen wird die
UV-Technologie schon länger als bei jedem andere Druckverfahren eingesetzt. Das Verfahren ist für Rollen- und Bogendruckmaschinen sehr ausgereift und kann für viele Anwendungen auf ganz verschiedenen Substraten eingesetzt werden. UV-härtende Offsetdruckmaschinen sind in der Regel deutlich teurer in der Anschaffung und auch im Betrieb als konventionelle Offsetdruckmaschinen. Man geht jedoch allgemein davon aus, dass ihre vielen Vorteile sich in erhöhten Margen niederschlagen. UV-härtenden Farben sind sofort trocken, man kann die Drucke deshalb unmittelbar weiterverarbeiten. Im Vergleich zu ölbasierten Farben spart man also zwei bis drei Tage.
UV-härtende Farben haften auf praktische allen Oberflächen. Sie setzen keine leicht flüchtigen Lösemittel (VOCs) frei, deshalb braucht man keine zusätzliche Absaugung in der Druckhalle. Die Drucke können sehr hochwertig und beständig gegen mechanische Einflüsse und Chemikalien sein. Das ist allerdings nicht das ganze Bild.
 
UV-Farben verhalten sich ganz anders als konventionellen Ölfarben. Deshalb muss jede Komponente im Workflow, also etwa auch Feuchtmittels und Druckplatte, darauf abgestimmt sein. Wenn eine der Einstellungen an der Druckmaschine auf den Betrieb von konventionellen Walzen und Gummitüchern gesetzt ist, kann schnell ganz viel schiefgehen. Oder auch, wenn ein Anwender seine herkömmlichen Reinigungsmittel verwendet. Chemikalien, die nicht mit UV-härtenden Farben kompatibel sind, können die Druckplatten beeinträchtigen, so dass man sie nicht für die gewohnte Auflagenhöhe einsetzen kann. Sogar die Stanz-Station könnte auf Dauer beschädigt werden.
 
Die richtige Maschinenwartung und Prozesssteuerung ist bei Hybrid-Maschinen sogar noch wichtiger. Einige Druckereien berichteten hier von einem erheblichen Qualitätsverlust der Druckplatten. Diese müssen zum Teil schon nach Lauflängen von wenigen tausend Stück ersetzt werden. Bei Auflagen von 10.000 werden also doppelt so viele Druckplatten benötigt wie zuvor, bei 40.000 Stück gleich viermal so viele. Damit ergeben sich erhebliche Kosten, denen kein Gewinn entgegensteht.
 
Doch das kostet nicht nur Marge, sondern hat auch ganz erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt. Denn mehr Platten bedeuten mehr Verarbeitungschemie, mehr Stopps und Wiederanfahren der Maschine nach dem Druckplattenwechsel. Und damit: Mehr Energieverbrauch. Die „Moral aus der Geschicht“ kann also nur sein, die positiven Umweltauswirkungen einer Technologie im Kontext des Gesamtbildes zu überprüfen. Darüber hinaus müssen Anpassungen in der Technologie und ihre Umweltauswirkungen immer parallel gedacht werden.  
 
Quelle: Dieser Artikel wurde im Rahmen des Verdigris-Projekts erstellt. Die Brancheninitiative hat es sich zum Ziel gesetzt, die positiven Auswirkungen von Druckerzeugnissen auf die Umwelt stärker ins Bewusstsein zu rücken. Dieser Kommentar hilft Druckereien, sich über die Entwicklungen in puncto Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten. Er zeigt auch, wie eine Unternehmensführung, die die Umwelt schont gleichzeitig die Profitabilität verbessern kann. Verdigris wird von folgenden Unternehmen unterstützt: Agfa Graphics, Spindrift.click, EFI, FESPA, HP, Kodak, Kornit Digital, Ricoh, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon. 
 

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