Leuchtend transparent – Backlit-Farben
Fogra arbeitet an Farbmanagement für transparente und hinterleuchtete Medien
Zwei Jahre lang dauerte die Untersuchung der Fogra wie man das Farbmanagement für transparente und hinterleuchtete Medien auf eine stabile theoretische Grundlage stellen könnte. Seit vergangenem Jahr liegt Bericht der Forschungsgruppe vor.
Im Großformat tragen hinterleuchtete Applikationen einen hohen Anteil – nicht zuletzt auf Grund moderner, energiesparender LED-Technik, die den Unterhalt der Leuchtkästen deutlich senkt.
Für Druckdienstleister bringt dieser Trend allerdings große Probleme mit sich. Denn wie der Druck auf einem Leuchtkasten farblich wirkt, hängt entscheidend von den vorhandenen Lichtquellen ab. Das Farbmanagement wird damit zum Try-and-Error-Verfahren, auf Grundlage der Erfahrung des Dienstleisters.
Messmethoden etablieren
Bislang gab es in der grafischen Industrie zudem keine anerkannten Messmethoden für transparente Medien. In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Programm zur Förderung der „Industriellen Gemeinschaftsforschung" unterstützten Projekt „Farbmanagement für transparente Medien“ untersuchte ein Fogra-Team unter der Leitung von Berthold Oberhollenzer drei konkrete Aufgabenstellungen:
- Optimierung der Farbspezifikation transparenter Verpackungsmaterialien durch Berücksichtigung der Variabilität normkonformer, weißer Messunterlagen.
- Verwendung der Reflexionsmessung anstatt der aufwändigen Durchlichtmessung auf Basis farbmetrischer Modellierung transparenter und transluzenter Materialien.
- Erarbeitung eines Lösungsansatzes zur Farbcharakterisierung und Abstimmung unterschiedlicher Leuchtkästen zueinander.
Zu dem Team gehörten neben Oberhollenzer auch Roman Byshko, Dr. Andreas Kraushaar und Dr. Philipp Tröster, die gemeinsam an dem Projekt forschten. Begleitet wurde das Projekt von Technischen Beiräten Medienvorstufe und Digitaldruck sowie engagierte Mitarbeiter von Druckdienstleistern und Herstellern.
Norm-Leuchtkasten sind nicht die Norm
Das Fogra-Team fand schnell heraus, dass Farbmanagement für transparente Medien den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie das für opake Medien unterliegt. Die CIELAB-Werte entsprechen Durchlichtfarben und werden als solche in den ICC-Profile auch gespeichert. An seine Grenzen stößt diese Farbmanagement allerdings dort, wo die Hinterleuchtung nicht dem Standard-Weißpunkt D50 (5000 Kelvin) entspricht – also praktisch überall.
Die Farbwerte des ICC-Austauschfarbraums müssen daher für D50 aufbereitet, also durch eine Farbumstimmung auf D50 transformiert werden. Eine standardkonforme Behandlung von nicht D50-Farbwerten ermöglicht erst die nächste Generation der ICC-Architektur ICC V5 (iccMAX). Bis diese aber in marktüblichen Anwenderprogrammen integriert ist, werden noch einige Jahre vergehen.
Zudem ist der Weißpunkt durchaus nicht so absolut zu bestimmen, wie das gemeinhin behauptet wird. So können zwei Leuchtkästen oder Monitore durchaus rechnerisch D50 erreichen, optisch sind trotzdem sehr deutliche Darstellungsunterschiede wahrnehmbar.
Ein Lösungsansatz
Aus dieser Einschränkungen entwickelten die Forscher einen Ansatz, der lediglich die Charakterisierungsdaten aufbereitet. So erstellte ICC-Profile lassen sich in ICC-Workflows einbinden. Denn Unterschiede in der Darstellung, bei der Verwendung eines Mediums auf unterschiedlichen Lichtkästen bzw. unterschiedlicher Medien auf baugleichem Lichtkasten, liegen in der mangelhaften ICC-Profilierung der finalen Druckproduktion.
Der Leuchtkasten sowie das optisch klare und unbedruckte Medium werden vermessen, ihre Werte kombiniert und nochmals mit einem herkömmlichen Farbmessgerät aufgenommen. Daraus kann man ein ICC-Profil gewinnen, und so sicherstellen, dass der Digitaldruck auf verschiedenen Medien auf ein und demselben Leuchtkasten optisch annähernd gleich wirkt.
Schwieriger ist es, dafür zu sorgen, dass das Druckergebnis auf einem Medium auf verschiedenen Leuchtkästen eine standardisierte optische Anmutung ergibt. Dazu müssen die Druckdaten wahrnehmungsorientiert in das ICC-Profil der Medium/Leuchtkasten-Kombination mit der geringsten Absoluthelligkeit transformiert werden.
Daraus resultiert zwar ein relativ kleiner Farbraum, der unter Umständen auch die Farbhelligkeit beeinträchtigt, dafür können die erhaltenen Daten mit zufriedenstellendem Ergebnis konsistent gedruckt werden.
Weitere Forschung notwendig
Aus dieser Einschränkungen entwickelten die Forscher einen Ansatz, der lediglich die Charakterisierungsdaten aufbereitet. So erstellte ICC-Profile lassen sich in ICC-Workflows einbinden.
Laut den Ergebnissen der Fogra ist standardisiertes Farbmanagement für Backlit-Applikationen möglich – zumindest solange das Umgebungslicht keinen großen Einfluss ausübt. Da dies für viele Applikationen nicht zutrifft, plant die Fogra bereits ein Folgeprojekt. Den kompletten Forschungsbericht des eben abgeschlossenen Forschungsauftrags kann man bei der Fogra anfordern, Mitglieder erhalten ihn kostenlos.
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