Digitaldruck

Resilienz für Digitaldrucker und die Bewältigung von COVID-19

by FESPA | 23.12.2020
Resilienz für Digitaldrucker und die Bewältigung von COVID-19

Sonja Angerer erläutert, wie die Druckindustrie gemeinsam mit dem Rest der Welt widerstandsfähig sein musste. Sonja erläutert, wie Digitaldrucker lernen können, widerstandsfähiger zu werden, um ihr Geschäft zu verbessern.

Europaweit geht es der Druckindustrie derzeit nicht gerade gut. Ausstellungen werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Museen und Theater sind geschlossen. Die vor Weihnachten stattfindenden Lockdowns könnten zu weiteren Problemen im Einzelhandel führen. Das bedeutet, dass Großverbraucher von Druckerzeugnissen auf absehbare Zeit außer Betrieb sein werden. Da so viele Märkte auf so breiter Front verstummen, werden Unternehmen unweigerlich in Schwierigkeiten geraten. Dies gilt sogar für Unternehmen, die ihr Geschäft lehrbuchmäßig auf mehreren Säulen aufgebaut haben.

Doch wie navigieren wir durch diese Krise? Das Zauberwort heißt Resilienz und lässt sich der Psychologie zuordnen. Resiliente Menschen können Verluste und Krisen besser bewältigen, weil sie über eine größere Fähigkeit verfügen, wieder auf die Beine zu kommen. Aber auch in den Ingenieurwissenschaften und anderen Wissenschaften findet sich der Begriff Resilienz . Dabei geht es um die Fähigkeit von Organisationsformen und elastischen Materialien, Verformungen aufzunehmen.

Die sieben Säulen der Resilienz

Psychologen haben ein Modell der „sieben Säulen der Resilienz“ entwickelt.

  • Optimismus
  • Annahme
  • Lösungsorientierung
  • Vermeidung der Opferrolle
  • Verantwortung übernehmen
  • Netzwerke entwickeln
  • Zukunftsplanung

Diese „sieben Säulen der Resilienz“ können als Leitfaden für die psychische Gesundheit von Mitarbeitern und Unternehmen angesehen werden. Schließlich könnte es sein, dass fast jeder in der heutigen Arbeitswelt derzeit dunkle Gedanken hat. Vor allem, wenn sie an ihre berufliche und finanzielle Zukunft denken.

Aber auch für Digitaldruckereien und Werbetechnikunternehmen könnten die „sieben Säulen der Resilienz“ ein Wegweiser sein. Sie können als Leitfaden für die Bewältigung der aktuellen Krise dienen. Manche Unternehmen könnten sogar gestärkt aus der Pandemie hervorgehen als je zuvor.

Resilienz-Säule 1: Optimismus


Bildunterschrift: Optimismus ist die erste Säule für die Entwicklung von mehr Resilienz. Foto: S. Angerer
Viele Digitaldruck-Unternehmer haben derzeit Schwierigkeiten. Aber es gibt auch Drucker und Werbetechniker, denen es bemerkenswert gut geht. Sie bieten eigenständig oder mit Partnern Produkte an, die in der Pandemie besonders gefragt sind. Neben Masken können dies auch Plexiglas-Trennwände und Bodengrafiken für sichere Kontaktwege sein.

Resilienz-Säule 2: Akzeptanz

Schon bevor die ersten COVID-19-Patienten erkrankten, gab es in der Druckindustrie erhebliche Probleme mit Überkapazitäten und sinkenden Margen. Das aktuelle Krisenszenario macht sie nur noch sichtbarer.

Resilienz-Säule 3: Lösungsorientierung

Agile, effiziente Unternehmen mit hohen Eigenkapitalquoten haben bessere Chancen, Krisen zu meistern. Entscheidungsträger in Digitaldruckunternehmen sollten daher bereits nach Lösungen für eine entsprechende Umstrukturierung suchen. Automatisierung und die Entwicklung effizienter Arbeitsabläufe können dabei helfen.

Resilienz-Säule 4: Vermeidung der Opferrolle

Genauso wie Unternehmen anderer Branchen kann es den Digitaldruckereien nicht vorgeworfen werden, dass sie von der Pandemie-Krise „auf der Strecke geblieben“ sind. Kein einzelnes Unternehmen kann die allgemeine Wirtschaftslage ändern. Doch Digitaldruckereien und Werbetechniker haben es deutlich leichter als andere Branchen, neue Märkte zu erschließen. Der Grund? Ihr Maschinenpark ist äußerst anpassungsfähig. Außerdem verfügen sie in der Regel über eine ausgesprochen kreative und flexible Belegschaft.

Resilienz-Säule 5: Verantwortung übernehmen

Die Digitaldruckbranche erntet wegen ihres hohen Verbrauchs an Kunststoffprodukten viel öffentliche Kritik. Auch in Märkten wie Messen und POS-Anwendungen werden große Mengen an Rohstoffen eingesetzt. Und oft sind diese Produkte nur wenige Tage im Einsatz. Druckereien, ihre Partner und Kunden müssen mehr Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Nur so können sie weiterhin wirtschaftlich und gesellschaftlich relevant bleiben.

Resilienz-Säule 6: Netzwerke entwickeln

Im hektischen Alltag vor der Pandemie hatten Digitaldrucker und Werbetechniker selten Zeit, an Branchentreffen teilzunehmen. Sie hatten oft nicht einmal die Energie, zu den Veranstaltungen ihrer örtlichen Handelskammer zu gehen. Videokonferenzen sind in den letzten Monaten zur alltäglichen Realität geworden. Sie bieten neue Möglichkeiten zur Vernetzung und Bildung. Die Anfahrt zu den Veranstaltungsorten ist nicht mehr zeitaufwändig und teuer und Sie können die Pausenzeiten effizient nutzen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Anmeldung für die nächste FESPA Coffee Break Session? Diese englischsprachigen Webinare können für Sie auch jederzeit gestreamt werden.

Resilienz-Säule 7: Zukunftsplanung


Bildunterschrift: Für Druckereien sind die Voraussetzungen zur Bewältigung von Krisen bereits gegeben: Sie verfügen über einen vielseitigen Maschinenpark für vielfältige Anwendungen und beschäftigen kreative Mitarbeiter. Foto: S. Angerer

Aus heutiger Sicht sieht es so aus, als würde die Pandemiekrise in Deutschland und Europa noch mindestens einige Monate andauern. Etwaige Normalität wird frühestens im Herbst 2021 erreicht sein. Bis dahin dürften sich die Muster des sozialen Lebens und des Konsumverhaltens für immer verändert haben. Aus diesem Grund sollten Druckereien bereits neue Geschäftsmodelle für eine neue Realität entwerfen. Der „Status quo ante“ kommt nicht zurück. Eine lösungsorientierte Strategie kann es sich nicht leisten, davor die Augen zu verschließen.

Fazit: Resilienz ist lernbar

Es sind keine gerade einfachen Zeiten für Digitaldrucker. Umso wichtiger ist es für Einzelpersonen und Unternehmen, eigene Strategien zu finden, um krisenfester zu werden. Die „sieben Säulen der Resilienz“ können dabei als verlässliche Leitlinien dienen.

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