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Social Distancing: die Chance für Drucker und Werbetechniker

by FESPA | 07.07.2020
Social Distancing: die Chance für Drucker und Werbetechniker

Graeme Richardson-Locke über die neue Ära des Social Distancing und welche Chancen sich daraus für Drucker und Werbetechniker ergeben.

Innerhalb der vergangenen paar Monate hat die COVID-19-Pandemie nicht nur gewohnte Arbeitsweisen temporär auf den Kopf gestellt. Sondern auch gleich noch unzählige Unternehmen dazu gezwungen, ihr Geschäftsmodell unter die Lupe zu nehmen, Arbeitsstätten und Abläufe zu hinterfragen.
 
In einer Zeit tiefgreifender Disruption müssen Druckereien bereit sein, ihre Angebotspalette ganz neu zu erfinden, um sich andere Einnahmequellen zu erschließen und neue Kunden zu gewinnen. Bei einer ganzen Reihe von Unternehmen aus der grafischen Industrie hingen erhebliche Druckvolumina möglicherweise von Konzerten, Shows und anderen Veranstaltungen ab. Oder davon, dass Tourismus, Gastgewerbe öffnen und Freizeitangebote stattfinden können. Die Nachfrage an Werbegrafiken ist durch die zeitweise Schließung von Geschäften, die keine essenziellen Bedarfsgüter anbieten, deutlich eingebrochen.

Aber die neue Ära des Social Distancing bietet Druckern und Werbetechnikern auch eine einzigartige Gelegenheit, die Bedürfnisse ihrer Kunden mit ganz neuen, kreativen Produkten und Angeboten zu erfüllen. Dazu gibt es eine stark gestiegene Nachfrage nach COVID-19-spezifischen Produkten. Das führt dazu, dass Druckereien für eine Vielzahl von Lösungen angefragt werden.

Plötzlich werden Bodengrafiken, Kundenstopper, Pollerabdeckungen sowie Banner im Innen- und Außenraum eingesetzt, um aktiv Social Distancing-Maßnahmen aufrechtzuerhalten und damit eine sichere Umgebung für Mitarbeiter und Kunden zu gewährleisten. Büros, der Einzelhandel und öffentliche Räume werden zum Teil bereits wiedereröffnet. Je nach Lage wird dies in den einzelnen Ländern auch erst in den Sommermonate sukzessive der Fall sein. Dann jedoch wird die Nachfrage nach solchen Produkten stark steigen, und damit ist dann eine schnelle Umsetzung der Aufträge gefragt.
Die Gastronomie könnte künftig besonders auf grafische Produkte angewiesen sein. Derzeit sind Restaurants in vielen Ländern noch geschlossen oder können nur eingeschränkt wiedereröffnen. Deshalb satteln viele Gaststätten auf Mitnahme-Modelle oder gleich ganz andere Dienstleistungen um. Dies stimuliert die Nachfrage nach Plakaten und Bannern, die für Essen zum Mitnehmen werben. Auch Aufsteller mit QR-Codes, die eine Bestellung von außerhalb eines Restaurants erleichtern, werden stark nachgefragt.

Auch in Büro- und anderen Arbeitsräumen soll Social Distancing beibehalten werden. Dazu sind wirksame physische Abschirmungen und die Einrichtung verschiedener Zonen erforderlich. Eine entsprechend aktualisierte Gesundheits- und Sicherheitsbeschilderung wird stärker in den Vordergrund rücken. Es gibt dadurch aber auch mehr kreative Möglichkeiten für Werbetechniker, beispielsweise Leuchtkästen und bedruckte Trennwänden, die als flexible und ästhetisch ansprechende Raumteiler eingesetzt werden können.

Aber die vielleicht größte Chance liegt in der Erholung des Einzelhandelssektors. Nach Monaten verminderter sozialer Interaktion vorwiegend im Freien und einer erzwungenen Abhängigkeit von Online-Käufen werden viele Verbraucher zögern, in stationäre Verkaufsräume zurückzukehren. Bei der Wiedereröffnung ihrer Geschäfte müssen die Ladenbesitzer natürlich die jetzt obligatorische Beschilderung und Bodengrafiken einsetzen. Denn es gilt, Kunden zu koordinieren und den engen Kontakt zu minimieren.  Positiv gedacht, werden sie aber auch wollen, dass ihre Flächen optisch ansprechend sind. Denn nur so können sie Kunden in ihre Geschäfte locken und die negativen emotionalen Auswirkungen so vieler Beschränkungen und Verbote abmildern. Dies lässt sich mit effektvollen Grafiken auf Böden, Wänden und Fensterflächen und vielleicht auch mit rundum erneuerte Verkaufsflächen mit auffälligen Dekors erreichen.

Während also zahlreiche Druckereien von den disruptiven Kräften der Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen schwer getroffen wurden, bietet der Neustart von Unternehmen aller Branchen viele Chancen für Werbetechniker und Druckdienstleister. Sie können Drucktechnologien kreativ einsetzen, um den Alltag erträglicher zu machen, während wir uns alle auf die neue Situation einstellen.  

Wie so viele andere Industriezweige auch, sehen sich spezialisierte Druckereien derzeit vor hohen Hürden. Doch das bedeutet nicht, dass sie diese nicht überwinden könnten. Disruptive Situationen können ein Unternehmen lähmen, vor allem dann, wenn sie unvermittelt auftreten. Aber es gibt Firmen, die selbstbewusst genug sind, um ihr Angebot anzupassen und zu diversifizieren und Produkte und Lösungen zu entwickeln, die sich an den veränderten Kundenbedürfnissen orientieren. Sie sind es auch, die am schnellsten von einer Erholung der Nachfrage auf breitere Front profitieren und letztlich den größten Nutzen daraus ziehen werden, wenn die Nachfrage wieder steigt.

 

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