Sustainability

Druckerrecycling: Wie Hersteller die Umwelt schonen

by Sonja Angerer | 02.11.2022
Druckerrecycling: Wie Hersteller die Umwelt schonen

Die Herstellung von Großformatdruckern erfordert viel Energie und Ressourcen. Im Vergleich zu anderen Maschinen in der grafischen Industrie, wie Siebdruck- oder Offsetlinien, ist ihre Lebensdauer jedoch viel kürzer. Was passiert, wenn Drucker recycelt werden, und was tun Hersteller derzeit, um negative Auswirkungen zu mindern?

„Gerade wenn wir Digital- und Analogdruck vergleichen, gewinnt Digital in puncto Nachhaltigkeit deutlich“, sagt Henning Ohlsson, Managing Director Epson Deutschland GmbH und Director Sustainability Epson Europe.

Der Digitaldruck verbraucht weniger Strom als alle analogen Druckmaschinen, selbst bei großen Auflagen. Außerdem benötigt der Digitaldruck keine Formulare, was noch mehr Chemikalien, Energie, Platz und Arbeit einspart.

In Bezug auf die industrielle Produktion betont Ohlsson die Vorteile der On-Demand-Produktion insbesondere für Textilwaren. "Der digitale Textildruck macht die On-Demand-Produktion auch für Einzelstücke oder kleine Auflagen attraktiv. Es wird wirtschaftlich machbar, nur das zu produzieren, was verwendet wird. Die lokale Produktion über alle Bereiche der Lieferkette hinweg bringt erhebliche Vorteile im Hinblick auf die heutigen Nachhaltigkeitsthemen."

Wenn wir also den Gesamtprozess betrachten, sollten Sie sich Gedanken über das Recycling von Druckern machen? Epson und andere Hersteller unternehmen große Anstrengungen, um sicherzustellen, dass Digitaldrucker länger leben und ordnungsgemäß recycelt werden, wenn sie nicht mehr verwendet werden können.

UNTERSCHRIFT: Auf der FESPA Global Print Expo 2022 präsentierte Durst die Upgrade-Option P5 Double 4. Es kann auch bei bestehenden Installationen nachgerüstet werden. Bildnachweis: Durst

Druckerrecycling: Wohin mit alten Druckern?

Der Begriff „Großformatdrucker“ umfasst eine Vielzahl von Maschinen, einige Hersteller zählen A2+-Büro-Desktopdrucker in diese Kategorie. Andere Hersteller konzentrieren sich eher auf Hochgeschwindigkeitsdrucker mit mehreren Tonnen Gewicht, die eine Produktionsumgebung benötigen. Die stoffliche Nutzung und Lebensdauer beider ist sehr unterschiedlich und muss beim Recycling berücksichtigt werden. Desktop-Services werden in der Regel nur 5 - 6 Jahre genutzt, während Industriemaschinen in der Regel für zehn Jahre oder manchmal sogar noch länger geplant sind.

Wenn eine Druckmaschine veraltet ist, gibt es mehrere Möglichkeiten:
  • Im Bereich Upgrade
  • Umtausch gegen ein neues Modell oder ein Modell eines anderen Herstellers
  • Inzahlungnahme beim Hersteller, Leasingpartner oder Händler
  • Verkaufe es gebraucht bei eBay oder über Fachzeitschriften und Websites
  • „Ausmusterung“ der Maschine, die aus der täglichen Produktion genommen wird, aber als Backup für Ausfälle oder Auftragsspitzen im Unternehmen verbleibt.
  • Druckerrecycling als Elektroschrott bei der kommunalen Entsorgung oder über Fachbetriebe.
Die häufigste wirtschaftliche Möglichkeit, die Lebensdauer eines Druckers zu verlängern und ihn vor dem sofortigen Recycling zu bewahren, ist die Aufrüstung von Installationen. Viele Hersteller bieten diese Optionen jetzt an, ein aktuelles Beispiel von der FESPA Global Print Expo Berlin 2022 ist Dursts P5 Doppelte 4 -Option für bestehende und neue Installationen der Modelle P5 350/HS und P5 210/HS. Durch Hinzufügen einer zweiten CMYK-Druckkopfreihe hat sich die Produktivität nahezu verdoppelt.

Neue Optionen wie Neonfarben können auch problemlos an jedem Drucker von swissqprint, einem 2007 in der Schweiz gegründeten Hersteller, nachgerüstet werden. Neben ihrer langen Lebensdauer bieten sie auch ein hochwertiges Endergebnis. Petra Fetting, Marketing Communication SwissQprint, sagt: „Glücklicherweise müssen wir uns bisher keine Gedanken über das Recycling von Druckern machen. Selbst Modelle der ersten Generation funktionieren noch, und das nach fast 15 Jahren im Einsatz.“ Sie ergänzt: „Unsere Drucker sind auf dem Gebrauchtmarkt sehr beliebt. Nach einem Refurbishment-Prozess sind sie fast wie neu.“

"Großformatdrucker von Epson sind sehr langlebig, vom technisch anspruchsvollsten Teil, dem Druckkopf, bis hin zu den verwendeten Komponenten. Einfach gesagt, sie laufen und laufen. Unsere Serviceprogramme sind darauf ausgelegt, diese Langlebigkeit zu unterstützen. Wenn Gibt es technische Probleme, lösen die Programme diese schnell, sodass das Gerät weiter genutzt werden kann", sagt Henning Ohlsson.

BU: Digitaldruck kann die industrielle Produktion nachhaltiger machen. Das Recycling von Druckern bleibt jedoch eine Herausforderung. Bildnachweis: S. Angerer

Vom Drucker bis zum Rohmaterial

Wenn ein Upgrade nicht mehr möglich oder wirtschaftlich sinnvoll ist, bieten Hersteller häufig eine Inzahlungnahme an. Beispielsweise kurbelt HP derzeit verschiedene Trade-In-Programme an bis Ende Oktober 2022. Diese richten sich sowohl an Einzelhändler als auch an beliebige Geschäftskunden.

Bei Inzahlungnahme- und Austauschprogrammen ist es für den Vorbesitzer jedoch schwierig, sicher zu sagen, was mit dem Gerät passiert. Wenn der Drucker recycelt, wiederaufbereitet oder auf einer Mülldeponie landet. Dies ist insbesondere dann ein Problem, wenn Hersteller nicht direkt beteiligt sind. „Da wir unsere Maschinen ausschließlich über den Handel vermarkten, werden wir nicht mit dem Thema Recycling/Leasing-Rückgabe konfrontiert“, sagt beispielsweise Frank Schenk, General Manager Sales bei Mutoh Europe nv .

Auch Epson vertreibt Großformatdrucker nur über den Handel. Aber sie bieten laut Ohlsson auch einen kostenlosen direkten Recycling- oder Entsorgungsservice für gewerblich genutzte Epson-Geräte an.

Recyclingunternehmen, die sich auf die Räumung von Produktionsanlagen spezialisiert haben, stellen in der Regel Zertifikate für die von ihnen recycelten Waren aus. Dies macht sie zu einer praktikablen Wahl für die Entsorgung großer, veralteter Super-Wide-Format-Drucker. Es ist auch wichtig für Druckereien, die einen Umweltbericht erstellen oder versuchen, ihren CO2-Fußabdruck auszugleichen.

Verbleibt ein Digitaldrucker als Backup beim Drucker oder gelangt er in den privaten Gebrauchtmarkt, verzögert sich das Drucker-Recycling um mehrere Jahre. Dadurch wird die Maschinenlebensdauer erheblich verlängert, was zu einer besseren Ressourcennutzung beitragen kann. Auf der anderen Seite bleibt ungewiss, ob der Großformatdrucker irgendwann einmal recycelt wird. Deshalb bieten einige Hersteller mittlerweile zertifizierte Refurbished-Programme an.

Bildunterschrift: Second-Hand-Produkte sind in den meisten Branchen gefragt. Dazu gehören zunehmend Digitaldrucker. Bildnachweis: S. Angerer

Generalüberholte statt recycelte Drucker

Refurbished IT-Hardware , also Geräte, die professionell wiederaufbereitet wurden, sind mittlerweile in vielen Branchen üblich. Steigende Preise und Rohstoffknappheit haben zu einer steigenden Nachfrage nach gebrauchten Großformat-Digitaldruckern geführt. Teilweise bieten Hersteller wie swissqprint generalüberholte Maschinen an direkt oder über Partner.

Canons Das Arizona Remanufacturing Program sammelt voll funktionsfähige, auslaufende Systeme und schickt sie an ihre Wiederaufarbeitungswerft in Venlo. Alle Maschinen der Arizona Prémia-Klasse haben den Canon-Remanufacturing-Prozess zertifiziert. Laut Hersteller können 66 % der materialbedingten CO2-Emissionen, im Vergleich zu einem Neugerät, eingespart werden.

Ohlsson hat beobachtet, dass die fachgerechte Aufarbeitung gebrauchter Drucker kein Herstellervorrecht mehr ist: „Wenn ein Gerät ausgetauscht werden muss, sehen wir mittlerweile, dass die Händler meist sehr aktiv sind und sich auf die Aufarbeitung konzentrieren. Der wachsende Markt für aufgearbeitete Drucker ist sicherlich auch in Zum Teil durch die schwierige wirtschaftliche Gesamtlage, die Geräte müssen so lange wie möglich im Einsatz bleiben.“

Besseres Design, kleinerer Fußabdruck

Die Herausforderungen einer Zukunft mit weniger Energie und knappen Rohstoffen werden auch die Digitaldruckindustrie betreffen. Modularer Aufbau und einfache Möglichkeiten, bestehende Druckerinstallationen kostengünstig zu reparieren oder sogar auf einen neueren technischen Stand zu bringen, tragen zu einer effizienten Ressourcennutzung bei. Das Recycling von Druckern muss einfacher, zuverlässiger und einfacher werden.

Dies stellt die Hersteller von Digitaldruckgeräten vor erhebliche Herausforderungen. Sie müssen bei der Konstruktion von Maschinen den gesamten Produktlebenszyklus im Blick haben. Doch je langlebiger die Produkte, desto seltener werden Neuinstallationen. Daher muss ihre Wertschöpfungskette noch mehr Service und Software berücksichtigen. Dies dürfte erhebliche Auswirkungen auf die Nutzer haben, da zu erwarten ist, dass sich Leasing- und Abo-Angebote statt (Einmal-)Kauf zukünftig noch stärker in der Branche durchsetzen werden.

Aufmacherbild mit freundlicher Genehmigung von Swissqprint.

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