Digital Printing

Digitaldruck und die Sportswear-Revolution

by Sonja Angerer | 07.02.2024
Digitaldruck und die Sportswear-Revolution

Digitaldruck ist heute ein entscheidender Baustein der Produktion von Sportswear. Deshalb müssen auch Druckdienstleister über die neusten Trends Bescheid wissen. Denn in den letzten drei, vier Jahren fand eine wahre „Sportswear Revolution“ statt.

Sportswear von der Stange gibt es schon seit über 100 Jahren. Was also ist die Revolution, von der alle sprechen? Tatsächlich hat auch hier die Corona-Pandemie bereits zuvor bestehende Strömungen verstärkt.

Denn Sportswear ist heute nicht mehr nur für das Fitnessstudio oder den Laufpark gedacht. Immer mehr Menschen tragen Sportbekleidung auch im Home-Office, in der Arbeit und in der Freizeit. Das liegt zum einen daran, dass Sportbekleidung bequem, funktional und modisch ist. Zum anderen hat die Pandemie das Bewusstsein für Gesundheit und Wohlbefinden gestärkt, und viele Menschen haben wieder mehr Lust auf Aktivitäten im Freien. Man kann das schon als eine Art Revolution betrachten.

Bildunterschrift: Sanfte Farben, wie der Pantone Trend-Ton des Jahres 2024, „Peach Fuzz“, sind heute auch bei Sportmode beliebt. Foto: Michael Marquandt für Pantone

Aktuelle Trends bei Sportswear

Das spiegelt sich auch in den neuen Trends bei Sportswear wider, die sich an Outdoor- und Wanderkleidung orientieren. Ein Beispiel dafür ist der Layering-Trend, bei dem mehrere Schichten von Sportbekleidung übereinander getragen werden, um sich an verschiedene Temperaturen und Wetterbedingungen anzupassen. In den letzten Jahren wurden deshalb sanfte, gut zu kombinierende Farben beliebt, wie etwa die Pantone-Farbe des Jahres 2024, „Peach Fuzz“.

Ein anderer Begriff, der in diesem Zusammenhang oft fällt, ist „Gorpcore“. Das Wort wurde bereits 2017 geprägt, und lehnt sich an das US-amerikanische Wort für Studentenfutter, „Good Old Raisins and Peanuts“. Der Nuss-Fruchtmix gilt in vielen Ländern auch als beliebte Wandernahrung.

Gorpcore bezeichnet einen Stil, der Elemente von Sportswear mit Elementen von Outdoor- und Campingkleidung kombiniert, wie zum Beispiel Funktionsjacken, Rucksäcke oder Wanderschuhe. Der Trend soll eine Verbindung zur Natur ausdrücken und gleichzeitig praktisch und stilvoll sein.

Gorpcore wird voraussichtlich einen großen Einfluss auf die Sportswear in den kommenden Jahren haben, da immer mehr Menschen nach Abenteuern im Freien suchen. Inzwischen ist der Trend auch in der Couture-Mode angekommen. So gab es 2022 und 2023 eine ganze Reihe von Kollaborationen zwischen Mode- und Sport-Labels, etwa MM6 Maison Margiela x Salomon, Off-White x GORE-TEX und North Face x Supreme.

Ein weiteres wichtiges Thema bei Sportswear ist Nachhaltigkeit. Viele Verbraucher achten darauf, dass ihre Sportbekleidung aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt wird, wie zum Beispiel recyceltem Polyester oder Bio-Baumwolle. Außerdem bevorzugen sie Sportbekleidung, die langlebig, pflegeleicht und vielseitig einsetzbar ist. Denn so kann man Ressourcen zu sparen und zusätzlichen Müll vermeiden. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit für die Zukunft der Sportswear.

BILDUNTERSCHRIFT: Viele Menschen wollen ihre Freizeit wieder im Freien verbringen. Das hat Einfluss auf Sportswear-Hersteller – und den Digitaldruck. Foto: Messe München.

Neue Zielgruppen und Märkte für Sportswear

Sportswear ist nicht mehr nur für Sportler oder junge Leute. Sie spricht eine Vielzahl von Zielgruppen an, die sich in Alter, Geschmack, Kultur und Körperbau unterscheiden. Auch Ältere oder konservative Personen finden in den aktuellen Kollektionen passende Stücke. Sie lieben diese, weil sie bequem, praktisch, stilvoll und dabei lange haltbar sind.

Große Marken wie Nike bieten seit einiger Zeit auch „adaptive Mode“ an, also Stücke, die auch Menschen mit verschiedenen Einschränkungen gut tragen können. Fast alle Hersteller von Sportartikeln haben sich zudem auf Zielgruppen eingestellt, die bei sportlichen Aktivitäten nicht so viel Haut zeigen wollen und haben deshalb „Modest Fashion“ im Programm.

Sportswear-Kollektionen sind heute also viel stärker regional und kulturell angepasst, als die noch im letzten Jahrzehnt der Fall war. Daraus ergibt sich, dass von dem einzelnen Kleidungsstück eine kleinere Anzahl produziert wird. Moderne Methoden wie der Digitaldruck ermöglichen es, Sportswear individuell zu gestalten, zu personalisieren und zu optimieren. So kann Sportswear für jeden Kunden einzigartig und passend sein.

Eine Möglichkeit, nachhaltige Sportbekleidung zu produzieren, ist das Upcycling von bereits getragenen Kleidungsstücken. Dabei werden alte oder beschädigte Textilien mit Hilfe des Digitaldrucks neu gestaltet und aufgewertet, um ihnen ein frisches und individuelles Aussehen zu verleihen.

Mit Digitaldruck können verschiedene Muster, Farben und Designs auf die Kleidungsstücke aufgebracht werden, ohne dass viel Wasser oder Chemikalien benötigt werden. So können die Kunden ihre Sportmode nach ihren eigenen Vorlieben personalisieren und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

BILDUNTERSCHRIFT: Viele große Sportswear-Marken bieten ihren Kunden an, bestimmte Produkte wie Schuhe gemäß ihrem persönlichen Geschmack und ihren Bedürfnissen anzupassen. Foto: Messe München.

Grenzen zwischen Kunde und Designer verschwimmen

Social Media haben die Art und Weise verändert, wie Sportswear-Marken mit ihren Kunden interagieren. Früher waren die Marken diejenigen, die die Trends setzten und die Nachfrage schufen. Heute sind es die Kunden selbst, die als Influencer die Mode auf der Straße beeinflussen können. Sie teilen ihre Outfits, ihre Meinungen und ihre Inspirationen mit Millionen von Followern. Sie werden zu Markenbotschaftern, die authentisch und glaubwürdig sind.

Dies hat dazu geführt, dass Sportswear-Marken sich anpassen und stärker auf die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kunden eingehen müssen. Sie müssen ihnen mehr Freiheit, Individualität und Kreativität bieten. Programme wie „Nike by You“ ermöglichen es den Kunden, einzelne Schuhmodelle sowie Fußball-Shirts nach Wunsch anzupassen und so persönliche Einzelstücke zu schaffen.

Das hat dazu beigetragen, dass Personalisierungsplattformen wie Spreadshirt, Shirt-King oder Shirtlabor auch faktisch zu Herstellern von persönlicher Sport- und Freizeitkleidung geworden sind.  Mit wenigen Klicks können Kunden aus einer Vielzahl von Rohwaren, Farben, Mustern und Schriftarten wählen.

Sie können ihre eigenen Logos, Bilder oder Sprüche hochladen oder aus einer großen Auswahl an vorgefertigten Designs auswählen. Vielfach ergibt sich aus kleinen Anfängen, also selbst entworfener Kleidung, die an Freunde und Angehörige verschenkt wird, sogar ein Nebenerwerb. So bietet etwa Spreadshirt Jedermann die Möglichkeit, auf der Plattform Designs zu verkaufen oder gar einen eigenen Shop einzurichten.

Sportswear und Accessoires nach Kundenwunsch können nur mit Hilfe von Textildruck und Digitaldruck wirtschaftlich hergestellt werden. Die Technologien haben als zu einer wahren Revolution in der Sportswear-Herstellung beigetragen. Denn Modeliebhaber sind nicht mehr gezwungen, nur passiv zu konsumieren. Sie können jederzeit ihre Kreativität ausleben und selbst zum Sportswear-Designer werden.

Was bedeutet die Sportswear-Revolution für Digitaldruckereien?

Die Nachfrage nach Sportswear hat in den letzten Jahren stark verändert. Die Pandemie hat zu einem Anstieg des Home-Office und des Online-Shoppings geführt, was die Nachfrage nach bequemer und funktionaler Kleidung erhöht hat.

Gleichzeitig haben sich neue Zielgruppen für Sportswear entwickelt, wie zum Beispiel ältere Menschen, die Wert auf Gesundheit und Fitness legen. Auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die individuell angepasste Kleidung benötigen, erwarten diese von den großen Sportswear-Herstellern. Diese Veränderungen stellen neue Herausforderungen und Chancen für die Produktion dar.

Einerseits müssen die Hersteller auf die steigenden Ansprüche der Kunden an Qualität, Komfort und Design eingehen, andererseits müssen sie auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Produktion berücksichtigen. Neue, nachhaltige Materialien wie recycelte Kunststoffe oder pflanzliche Fasern können dazu beitragen, den Ressourcen-Verbrauch und die Umweltbelastung zu reduzieren, während der Trend zum Upcycling alte Kleidung in neue Produkte verwandelt.

Diese Entwicklungen eröffnen neue Möglichkeiten für Digitaldruckereien, die Sportswear mit individuellen und kreativen Designs aufwerten können.

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