Signage

Digital Signage: Energieeffizienz ist der Schlüssel

by Sonja Angerer | 23.02.2024
Digital Signage: Energieeffizienz ist der Schlüssel

Bildschirme haben viele Anwendungen übernommen, die früher gedruckt wurden. Doch wie sieht es mit der Energieeffizienz von Digital Signage aus? Was kann man tun, damit der ökologische Fußabdruck von Public Displays möglichst gering ist?

„Green Signage“, das meint immer öfter auch Bildschirme. Deshalb sind einige Druckdienstleister dazu übergegangen, neben Print auch Digital Signage anzubieten. Immer wieder stellt sich dabei die Frage, wie nachhaltig Digital Signage eigentlich ist. Denn schließlich müssen die Displays mit Strom versorgt werden, damit sie ihre Botschaften transportieren können. Angesichts explodierender Strompreise wird die Frage nach der Energieeffizienz von Digital Signage immer wichtiger.
In diesem Artikel gehe ich auf folgende Fragen ein:

  • Was sagen die Energieeffizienz-Label von Digital Signage aus?

  • Welchen Stellen wird bei Public Displays besonders viel Strom verbraucht?

  • Was kann man tun, um den Stromverbrauch von Digital Signage Systemen zu optimieren?

BILDUNTERSCHRIFT: Mit der neuen Urban LED 6000-Serie markierte Philips im Januar 2024 seinen Einstieg in die Welt der LED-Displays für den Außenraum. Foto: Philips

Energieeffizienz-Label und Digital Signage

Seit dem 1. März 2021 müssen Bildschirme für Digital Signage nach dem neuen Energieeffizienzlabel der Europäischen Union bewertet werden. Denn sie gehören in die Produktgruppe 5, in der sich auch Monitore und Fernseher befinden. Die neuen Labels zeigen die Energieeffizienz auf einer Skala von A (sehr effizient) bis G (nicht effizient).

Die alten Einteilungen sind damit nicht mehr gültig. Das hat dazu geführt, dass viele Digital Signage Produkte, die vorher der den Energieeffizienzklassen A oder B zugeordnet wurden, nun in der Kategorie F oder G zu finden sind.

A bezeichnet auf der Skala diejenigen Geräte einer Kategorie, die einen besonders niedrigen Stromverbrauch aufweisen. Die Verbrauchswerte sollen regelmäßig angepasst werden, um dadurch die Hersteller zu motivieren, immer effizientere Geräte auf den Markt zu bringen.

Das neue Energielabel gibt den Stromverbrauch auch in Kilowattstunden für 1.000 Stunden Betriebsdauer an. Dies soll vor allem bei Geräten für den Endkundenmarkt einen Vergleich anhand der Nutzungsdauer ermöglichen. Für die Aufsteller von Digital Signage hat diese Angabe den Vorteil, dass auch sie mit wenigen Klicks berechnen können, was ein Betriebstag an Strom für den Bildschirm kostet.

Für den Betrieb eines Digital Signage Netzwerkes sind allerdings weitere Geräte notwendig, die ihrerseits auch Strom verbrauchen. Dies sind etwa Computer, Wifi-Router oder Server. Derzeit sind Computer oder Netzwerkeinrichtungen noch nicht von den Vorgaben des Europäischen Energieeffizienzlabels betroffen.

BILDUNTERSCHRIFT: Die Energieeffizienz von Digital Signage hängt von vielen Faktoren ab. Grafik: S. Angerer

Stromverbrauch von Digital Signage

Energieverbrauch eine Digital Signage Installation wird von folgenden Faktoren entscheidend beeinflusst:

  • Größe des Displays

  • Verwendet Technologie

  • Eingestellte Helligkeit

  • Betriebsdauer

  • Umgebungsbedingungen

  • Ansteuerung.

Je größer ein Digital Signage-Display ist, desto mehr Strom verbraucht es, das ist ähnlich wie bei den Fernsehern zu Hause. LED-Technologie ist dabei deutlich energieeffizienter als Plasma und LCD. Sie eignet sich deshalb vor allem für solche Displays, die rund um die Uhr angeschaltet sein müssen, etwa an Flughäfen oder Bahnhöfen.

Mindestens so wichtig wie die Technologie eines Displays ist aber der Aufstellort. Die die eingestellte Bildhelligkeit hat einen entscheidenden Einfluss auf den Energieverbrauch. In heller Umgebung, beispielsweise an einem sonnigen Platz im Außenraum, muss Digital Signage häufig auf maximaler Helligkeit betrieben werden. Denn sonst sind die Inhalte von den Passanten nicht gut zu erkennen.

Das frisst nicht nur Strom, sondern ruft unter Umständen gleich noch ein weiteres Problem auf den Plan: wenn regelmäßig die Gefahr besteht, dass die Betriebstemperatur des Displays überschritten wird, muss dieses gekühlt werden. Eine Klimaanlage im Schutzgehäuse für Digital Signage verbraucht aber zusätzlich Strom.

Bildschirme benötigen außerdem Infrastruktur, damit die Inhalte angezeigt werden können. Der Stromverbrauch von Netzwerken und Servern wird oft unterschätzt. Laut einer Studie des Branchenverbandes Bitkom e.V. machten Rechenzentren und kleinere IT-Installationen in Unternehmen 2020 rund drei Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs aus, was etwa 16 Milliarden Kilowattstunden und einem CO2-Ausstoß von 6,1 Millionen Tonnen entspricht.

BILDUNTERSCHRIFT: Das Stuttgarter Einkaufszentrum Milaneo erhielt Anfang 2024 als erstes Center in Deutschland ein umfangreiches digitales Besucherinformationssystem von LG. Foto: LG

Den Stromverbrauch von Digital Signage optimieren

Auch ein energieeffizientes Public Display kann sich also unter ungünstigen Bedingungen zum Stromfresser entwickeln. Es ist deshalb besonders wichtig, den richtigen Aufstellort zu wählen. Ein Sonnenplatz oder auch eine Installation in der Nähe einer Wärme- oder Kältequelle treibt den Stromverbrauch in die Höhe, weil das Display klimatisiert werden muss.

Im Stand-by-Modus oder bei geringer Helligkeit verbraucht ein Public Display wesentlich weniger Strom. Bildschirme an wenig frequentierten Orten sollten deshalb mit einem Bewegungsmelder ausgestattet werden.

Dass Bildschirme nach Geschäftsschluss ausgeschaltet werden, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Trotzdem wird diese einfache Maßnahme noch nicht überall praktiziert. Die meisten Markenhersteller haben bei ihren Profi-Displays für Werbung Zeitschalt-Funktionen bereits integriert. Alternativ lässt sich das durch eine Ansteuerungssoftware für Digital Signage zentral erledigen.

Oft übersehen wird der Einfluss des Wartungszustandes auf die Energieeffizienz einer Digital Signage-Installation. Wo Luftschlitze durch Schmutz und Staub verstopft sind oder Ventilatoren nicht mehr richtig funktionieren steigt der Stromverbrauch enorm. Überhitzung wirkt sich zudem negativ auf die Lebensdauer des Bildschirms aus. Dadurch muss das Gerät schneller ersetzt werden, was den ökologischen Fußabdruck weiter erhöht.

Immer mehr Digital Signage-Anwendungen sind heute an eine Cloud angeschlossen. Oft ist das aber gar nicht notwendig. Einfache dynamische Inhalte, etwa eine Serie von Werbeeinblendungen, lassen sich mit einem eingebauten Player direkt im Display einstellen. Große Hersteller wie Iiyama, Philips, LG,  Samsung,  Sharp / NEC bieten entsprechende Modelle an.  

Druckdienstleister und Digital Signage

„Green Signage“ heißt heute für viele Werbetreibende, dass auch Digital Signage in den Mix gehört. Druckdienstleister müssen daher für entsprechende Projekte selbst Kompetenzen in diesem Bereich aufbauen, oder sich Partner suchen.

Beim Ausrollen von Digital Signage-Projekten ist es angesichts steigender Energiepreise besonders wichtig, auf energieeffiziente Produkte zu setzen. Die gilt für die Bildschirme selbst, aber auch das gesamte Drumherum wie Netzwerk-Anbindung oder Gehäuse. Oft lässt sich mit nur kleinen Anpassungen viel Strom sparen.

Schließlich sollten Druckdienstleister auch ihre Beratungskompetenz stärker einbringen. Denn oft ist ein Druck einfach die nachhaltigste Lösung. Dies gilt vor allem für Werbung im Außenraum. Auch eine Kombination von Poster und kleinerem Bildschirm kann dazu führen, dass erheblich Energie eingespart wird. Für Druckereien ergeben sich dadurch neue Chancen, dabei mitzuwirken, dass Werbung die Umwelt so wenig wie möglich belastet.

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