Die Industrie will grüner werden

by FESPA | 10.01.2019
Die Industrie will grüner werden

Auf der Agenda der dritten SGIA | AATCC Digital Textile Conference in Raleigh in North Carolina stand vor allem das Thema Nachhaltigkeit. Die FESPA-Textilbotschafterin Debbie McKeegan nahm an der Veranstaltung am 5. und 6. Dezember 2018 teil und teilt ihre Eindrücke.

Im Digitaldruck bewegt sich die gesamte Landschaft in einem unglaublichen Tempo. Die Entwicklung wird vor allem durch den Bedarf der Industrie an nachhaltiger Fertigung in allen Marktsegmenten vorangetrieben. Digitale Technologien und die Methoden von Industrie 4.0 diktieren der Wirtschaft die Roadmap für effiziente Fertigungsmethoden, und die Druckbranche muss sich anpassen. Für große und kleine Unternehmen in aller Welt ist es überlebenswichtig, auf der Höhe aktueller technologischer Entwicklungen zu bleiben.

Die SGIA | AATCC Digital Textile Printing Konferenz fand 2018 zum dritten Mal statt. Sie bot am vom 5. bis 6. Dezember 2018 in Raleigh, North Carolina ein Forum für anregende Gespräche unter Branchenexperten und Praktikern.

Die Konferenz bot einen Einblick in aktuelle und zukünftige Technologien der Hersteller. Sie zeigte aktuelle Best-Practise-Beispiele, aber auch die notwendigen Veränderungen auf dem Weg zur Automatisierung und Konsolidierung der Lieferkette auf.

Die Agenda der Konferenz bot interessante Einblicke in aktuelle Technologie, außerdem die Möglichkeit, mit Branchenexperten sowohl von der Anwender- wie der Herstellerseite zu sprechen. Der Besuch des ansprechenden, offenen Forums lohnte sich also.

Die Frage nach der Nachhaltigkeit stand dabei im Mittelpunkt, und wurde in viele Vorträgen angesprochen. Branchenexperten, Hard- und Softwarehersteller referierten darüber, wie Produkte unabhängig von der Branche nachhaltig hergestellt werden können, und boten ihrem Publikum einen intensiven, zeitnahen Ausblick auf die Chancen und Herausforderungen der Zukunft.


Kundenspezifische Produkte sind heute in allen Branchen üblich. Doch um diese effizient produzieren zu können, müssen von Anfang an neue Arbeitspraktiken für alle Phasen des Produktlebenszyklus´ geschaffen werden. Wenn Produkte nur noch nach dem aktuellen Bedarf hergestellt werden, ist ihre Produktion nachhaltiger. Aber welche Werkzeuge braucht man dazu?

Software und PLM-Programme bieten eine Reihe von Lösungen. Zweifellos muss die Lieferkette automatisiert werden. Denn nur so kann man Einzelhändlern und Einkäufern von Print-Produkten eine flexible, Just-in-time-Fertigung anbieten.

Auch die Maschinen selbst müssen digitaler werden, wo immer möglich. Es ist außerdem entscheidend, dass man die richtige Technologie für die Herstellung des gewünschten Produkts wählt. Hier konnte die Konferenz mit einer Reihe von informativen Präsentationen von einigen der weltweit führenden Unternehmen der Digitaldrucktechnologie aufwarten.

Daneben gab es auch Vorträgen von Industrieexperten, die in der Fertigung bereits intensiv digitale Lösungen nutzen, um ihr Unternehmen effizienter zu machen und so nachhaltiger zu produzieren.

Re-shoring war ebenfalls ein heißes Thema. Denn viele große Einzelhändlerwollen ihre Lieferkette beschleunigen und lokalisierte, effiziente und vor allem kostengünstige Produktion anzubieten. Hier, so zeigt es sich, gibt es jedoch einige Herausforderungen zu meistern. So muss die Fertigungsindustrie etwa in die Ausbildung investieren.
 
Denn die Micro-Factory bietet zwar eine nachhaltige Lösung für Print on Demand, aber in den USA wie im Westen sind Ressourcen für das Nähen und Verarbeiten der Textilien heute selten. Unternehmen bliebt also nichts anders übrig, als aus eigener Kraft diese technischen und praktischen Fähigkeiten zur Fertigung wieder aufzubauen.

Das nächste Jahrzehnt wird ein spannendes Kapitel für die Textilindustrie sein. Sie wird sich umgestalten und neu aufstellen müssen, um den Anforderungen der Millennials als Kunden genügen zu können. Weil die Lieferkette immer stärker über das Internet läuft, müssen Software, Lieferanten sowie die Hersteller von Maschinen und Verbrauchsmaterialien die gleiche digitale Sprache sprechen, wenn sie Teil dieses nahtlosen Fertigungsprozesses sein wollen.

Ein Zeitalter der Zusammenarbeit und der Reformen bricht an. Ich bin mir außerdem sicher, dass sich unsere Branche in den kommenden Jahren unglaubliche Möglichkeiten bieten werden…

Ein paar Zitate von Teilnehmern

„Zweiundsechzig Prozent der Millennials kaufen lieber nachhaltige Produkte.“ Debbie McKeegan, Texintel

„Die Zukunft erfordert eine End-to-End-Lösung“ J. Flint Davis, WeaveUp

„Unsere Branche konzentriert allein sich auf den Wert der verkauften Artikel. Um nachhaltiger zu werden, müssen wir uns stärker auf die bislang vernachlässigten Kosten dessen, was wir verschwenden konzentrieren.“   Duncan Ross, AVA CAD CAM

„Ich erwarte, dass der Tintenstrahldruck bis 2021 den Siebdruck als gebräuchlichste   Produktionsmethode ersetzen wird.“ Ming Wang, North Carolina State University.

„Höhere Auflösung und kleinere Tropfen erweitern den Farbraum und verbessern die Farbkonsistenz.“ Mike Raymond, Xaar

„Farbechtheit ist wichtiger als Tonumfang und Brillanz.“ Roland Zimmer, Zimmer Austria
„Die nachhaltigste Lösung ist eine Produktion, wenn das Produkt schon gekauft wurde.“ Sharon Donovich, Kornit Digital
 

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