Dieser Leitfaden hilft Druckereien beim Einstieg in den wachsenden Digital Signage-Markt. Sonja Angerer betont, dass dynamische Inhalte neue Mitarbeiterfähigkeiten wie Videobearbeitung erfordern. Druckereien müssen die benötigte spezielle Hardware, Software und Infrastruktur sowie Herausforderungen wie Wartung, Sicherheit und Nachhaltigkeit berücksichtigen. Der Erfolg erfordert sorgfältige Planung und Investitionen, um diese neue Einnahmequelle zu nutzen.
CAPTION: Luxusmarken haben sich in den letzten Jahren für Digital Signage anstelle von Großformatdrucken in Kaufhäusern und Boutiquen entschieden. Bildnachweis: Sonja Angerer.
Digital Signage ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente der Werbeindustrie, da sich große Marken zunehmend für Bildschirme anstelle von Druckanwendungen entscheiden. Für viele Druckereien könnte es daher entscheidend sein, ihre Dienstleistungen auf Digital Signage auszuweiten.
Digitale Beschilderung: Ein Richtungswechsel
Um mit Digital Signage beginnen zu können, müssen sich Druckereien unabhängig von ihrer Größe zunächst an das Medium anpassen. Denn der größte Unterschied zwischen Druck und Digital Signage ist die Art des Inhalts. Gedruckte Materialien sind statisch und unveränderlich.
Bildschirme können auch für statische Inhalte verwendet werden. Aber der große Vorteil von Digital Signage ist die Möglichkeit, dynamische Inhalte wie Videos und Animationen anzuzeigen. So kann die Werbung an verschiedene Zielgruppen und Situationen angepasst werden. Außerdem ziehen bewegte Bilder mehr Aufmerksamkeit auf sich als statische Inhalte. Oft fragen Marken auch nach zusätzlichen interaktiven Werbeanwendungen über Touchscreen, Bluetooth oder sogar einen einfachen QR-Code.
Für Druckereien, die ihr Geschäft auf Digital Signage ausweiten möchten, bedeutet dies jedoch, dass die Mitarbeiter ganz neue Fähigkeiten erlernen müssen, z. B. Videobearbeitung, Animation oder die Erstellung von Benutzeroberflächen. Für Designer, die bisher nur für statische Inhalte ausgebildet wurden, bedeutet dies eine erhebliche Umstellung.
CAPTION: Digital Signage eignet sich besonders für die Darstellung dynamischer Motive und Informationen. Bildnachweis: Sonja Angerer
Geschäftsbereiche im Bereich Digital Signage
Um erfolgreich in den Digital Signage-Markt einzusteigen, müssen nicht nur die Abteilungen für Kreation und Content ihre Arbeit neu bewerten. Digital Signage erfordert spezielle Hard- und Software sowie eine grundsolide Infrastruktur:
- Displays und Bildschirme: Hochwertige Bildschirme sind das Herzstück einer jeden Digital Signage-Anwendung. Sie müssen robust, energieeffizient und langlebig sein. Je nach Standort können Displays für den Außenbereich mit wetterfesten Gehäusen erforderlich sein.
- Media-Player: Diese Geräte steuern die Inhalte, die auf den Bildschirmen angezeigt werden. Beliebte Optionen sind Mini-PCs oder spezielle Digital Signage Player.
- Software: Eine einfach zu bedienende Content Management Software ist entscheidend. Sie sollte Funktionen wie Zeitplanung, Fernsteuerung und Analyse bieten. Cloud-basierte Lösungen erleichtern auch die Verwaltung von Inhalten über mehrere Standorte hinweg.
- Befestigungssysteme: Je nach Standort und Größe des Bildschirms werden unterschiedliche Halterungen und Ständer benötigt. Diese sollten stabil und flexibel sein, um eine optimale Sicht zu gewährleisten.
- Netzwerk und Stromversorgung: Eine zuverlässige Internetverbindung ist notwendig, um Inhalte zu aktualisieren und zu steuern. Darüber hinaus sollten Stromversorgung und Verkabelung sorgfältig geplant werden, um Ausfälle zu vermeiden.
Für Druckereien, die in das Digital Signage-Geschäft einsteigen wollen, stellt sich die Frage, welche Dienstleistungen sie selbst oder lieber zusammen mit Partnern anbieten wollen? Wie sieht es mit anderen zusätzlichen IT-Dienstleistungen aus, wie z.B. die Anbindung der Anzeigen an ein ERP-System?
Für Druckereien kann es sinnvoller sein, sich für eine gewisse Zeit oder sogar dauerhaft auf die Erstellung von Inhalten oder die Anpassung von Digital Signage zu konzentrieren. Weitere Dienstleistungen können je nach Bedarf hinzugefügt werden.
CAPTION: Selbst schwierige Wetterbedingungen sind für Digital Signage oft kein Problem mehr. Bildnachweis: Sonja Angerer
Unterschätzen Sie nicht die Herausforderungen von Digital Signage
So aufregend und potentiell lohnend die Arbeit mit Digital Signage für eine Druckerei auch sein mag, die Herausforderungen sollten nicht unterschätzt werden:
- Nachhaltigkeit: Druckereien, deren Kunden Wert auf Nachhaltigkeit legen, zögern vielleicht, elektronische Anzeigen zu verwenden. Tatsächlich können Bildschirme einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck pro Werbekontakt aufweisen als ein Printprodukt, allerdings nur, wenn sie energieeffizient eingerichtet sind.
- Wartung: Bei der Lieferung von Druckerzeugnissen oder statischen Werbesystemen ist die Arbeit eines Druckers oder Schildermachers normalerweise erledigt. Digital Signage erfordert jedoch eine regelmäßige Wartung, z.B. durch Software-Updates.
- Sicherheit: Digital Signage muss vor Vandalismus, aber auch vor Cyberangriffen geschützt werden. Wie die regelmäßige Wartung sollten diese Kosten bereits bei der Kalkulation des Projekts berücksichtigt werden.
- Gesetzliche Anforderungen: In vielen Ländern gibt es spezielle Vorschriften für Digital Signage, insbesondere in öffentlichen Räumen, z.B. für die Bildschirmhelligkeit, die Art der angezeigten Inhalte und auch für den Datenschutz.
Mit Digital Signage beginnen: haben Sie einen Plan
Der Einstieg in die Digital Signage-Welt bietet Druckereien die Möglichkeit, ihr Geschäft zu erweitern und neue Einnahmequellen zu erschließen. Allerdings erfordert dies auch eine sorgfältige Planung und Investitionen in die richtige Technologie und Schulung.
Wenn Sie die Unterschiede zwischen Print und Digital Signage berücksichtigen, das richtige Zubehör auswählen und die potenziellen Herausforderungen meistern, können Druckereien erfolgreich in diesen dynamischen Markt einsteigen und von den zahlreichen Vorteilen profitieren.