Plotterfolien bleiben ein Kernprodukt in der Werbetechnik. Welche Trends und Produkte sind 2025 wichtig? 

Was sind Plotterfolien: Abgrenzung 

Plotterfolien sind selbstklebende Materialien, die mithilfe von Schneideplottern in individuelle Formen und Schriftzüge gebracht werden. Meist handelt es sich um gefärbte Folien aus PVC oder polymeren Mischungen.  

Plotterfolien bieten hohe Haltbarkeit und Witterungsbeständigkeit. Hersteller wie Orafol, 3MAvery DennisonHexis und Grafityp prägen den Markt mit einem breiten Portfolio an Farben, Oberflächen und Klebetechnologien. 

Aus historischen Gründen werden Digitaldrucke in Deutschland manchmal auch „Plots“ genannt. Man kann auch weiße oder digital bedruckte Folien mit einem Schneideplotter, Print- und-Cut-Gerät oder einem digitalen Schneidetisch verarbeiten. In diesem Artikel geht es aber ausschließlich um unbedruckte Plotterfolien.  

Plotterfolien werden auch oft zum Dekorieren von T-Shirts benutzt. Foto: S. Angerer

Marktentwicklung und aktuelle Trends 

Plotterfolien waren etwa ab Mitte der 1980er-Jahre die einzige Alternative zu gemalten oder gesprayten Dekorationen auf Fahrzeugen, Schildern und Wänden. Um die Jahrtausendwende wurden sie jedoch zunehmend vom Digitaldruck bedrängt. Denn dieser ermöglicht komplexe Designs und fotorealistische Motive, die mit reiner Folienbeschriftung nicht realisierbar sind. Zudem werden durch Digitaldruck Lagerkosten reduziert, weil Werbetechniker nicht mehr so viele Plotterfolien in verschiedenen Farbtönen vorhalten müssen.  

Plotterfolien haben jedoch auch ihre Vorteile. Es gibt sie für Spezialanwendungen wie etwa die Dekoration von Booten oder Flugzeugen, mit Oberflächen wie Tafelgrund, Neontönen sowie reflektierend. Die Haltbarkeit in mitteleuropäischem Klima kann acht Jahre und mehr betragen. Das ist bei Digitaldrucken selbst mit Laminat oder Schutzfolie oft schwer zu erreichen.  

Vielfach werden Werbetechnik-Projekte deshalb heute als Kombination von Plotterfolien und Digitaldruck realisiert. Zu diesem Trend trägt bei, dass Werbekunden zunehmend PVC-freie Alternativen und recyclingfähige Materialien verlangen. Beides ist bei Farbfolien leichter als bei Digitaldrucken. Denn gedruckte Motive können in der Werbetechnik aus einer Vielzahl von Komponenten bestehen. Also etwa Klebefolie, Drucksubstrat, Tinte und Laminat. Sortenreine Trennung ist so kaum möglich, die Recycling-Möglichkeiten sind damit arg beschränkt.  

Plotterfolien werden meist von der Rolle auf Schneideplottern zugeschnitten. Foto: S. Angerer

Plotterfolien für Textilbeschriftung 

Neben klassischen Anwendungen auf Glas, Metall oder Kunststoff haben Plotterfolien heute auch im Textilbereich ihren festen Platz.  

Für die Beschriftung von T-Shirts und anderen Kleidungsstücken kommen spezielle Flex-, Effekt- und Flockfolien mit hitzeaktivierbarem Kleber zum Einsatz. Jedes Jahr kommen von Unternehmen wie Stahls Europe neue Qualitäten auf den Markt. Sie finden nicht nur bei Profi-Verarbeitern, sondern auch bei einer wachsenden Gemeinde von Hobby- und Kleingewerbe-Anwendern immer mehr Anklang. 

Die Nachfrage nach personalisierten Textilien wächst stetig, insbesondere im Bereich Merchandising und Sportbekleidung, was diesen Markt für Werbetechnik-Unternehmen besonders attraktiv macht. 

Speziell für textile Anwendungen gerieten Plotterfolien in letzten Jahren aber durch verschiedene „No Cut“-Folien, z.B. von der Forever GmbH unter Druck. Das Motiv wird einfarbig mit einem Toner-Drucker (z.B. von Oki) erzeugt, in der Heißpresse eingefärbt und mit einem hitzeaktivierbaren Kleber versehen. Nur die bedruckten Stellen werden übertragen. Dadurch entfallen die oft aufwendigen Arbeitsschritte Schneiden und Entgittern, die bei klassischen Plotterfolien notwendig sind.  

Seit kurzem gibt es auch No-Cut-Folie für DTF-Drucke, eine echte Konkurrenz für Plotterfolie.  Foto: S. Angerer

Technologische Lösungen und Innovationen bei Plotterfolien 

Die Klebetechnologie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Moderne Plotterfolien verfügen über Luftkanalstrukturen, die eine blasenfreie Verklebung ermöglichen.  

Zudem sind die Folien leichter repositionierbar. Die volle Klebekraft setzt erst nach einigen Stunden oder unter Hitzeeinwirkung ein. Verklebefehler lassen sich daher oft noch unproblematisch korrigieren.  

Doch auch der Fortschritt bei grafischer Software in den letzten Jahren hat das Verarbeiten von Plotterfolien erheblich vereinfacht. Zur Ansteuerung von Schneideplottern werden Vektordaten benötigt. Diese mussten viele Jahre lang von Hand erstellt oder aufwendig manuell nachgearbeitet werden. Inzwischen sind die Ergebnisse beim Vektorisieren oft so gut, dass Schneidpfade ohne große Korrekturen verwendbar sind.  

Adobe Illustrator bietet in der aktuellen Version sogar die Möglichkeit, bearbeitbare Vektorgrafiken allein durch Prompts zu erzeugen. 

Ohne geht es nicht beim Dekorieren von T-Shirts mit Folien: Heißpresse. Foto: S. Angerer

Plotterfolien:  ein Ausblick  

Plotterfolien bleiben trotz des digitalen Wandels ein unverzichtbarer Bestandteil der Werbetechnik. Ihre Robustheit, Vielseitigkeit und die große Auswahl an Farben und Effekten sichern ihnen einen festen Platz im Portfolio.  

Käufer von Druckprodukten interessieren sich immer weniger dafür, welche Technologien zum Einsatz kamen. Deshalb nehmen hybride Projekte, die Digitaldruck, Plotterfolien und sogar Siebdruck zum Einsatz kommen, immer stärker zu.  

Die Nutzung von Plotterfolien auf Textil hat sich durch den Erfolg der DTF-Technologie gewandelt. Denn auch für die Nutzung mit DTF-Drucker gibt es bereits Effektfolien, die nicht mehr entgittert werden müssen. Es ist damit zu rechnen, dass solche Lösungen künftig noch an Fahrt aufnehmen.  

Unternehmen sollten daher auf die Trends reagieren: Nachhaltige Materialien, innovative Klebetechnologien und die Kombination mit Digitaldruck und Textildruck sind entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben.