Neue Technologien verändern den Bereich der Nachbearbeitung und ermöglichen hochwertige Veredelungen bei höherer Geschwindigkeit, größerer Präzision und geringerem manuellem Aufwand.
In der wettbewerbsintensiven Welt des Akzidenz- und Großformatdrucks ist die Automatisierung der Weiterverarbeitung zu einem unverzichtbaren Faktor geworden, um die Produktivität zu steigern und den Anforderungen nach kürzeren Lieferzeiten und kundenspezifischen Aufträgen gerecht zu werden. Vom Schneiden und Laminieren bis hin zum Falzen und Stanzen entwickeln sich die Nachbearbeitungsprozesse dank der Integration intelligenter und vernetzter Systeme rasant weiter.
Diese Lösungen ermöglichen es, hohe Qualitätsstandards aufrechtzuerhalten, die Gefahr menschlicher Fehler zu verringern und die Betriebskosten zu optimieren. Für Druckereien, die große Auflagen bearbeiten oder eine hohe Produktfluktuation benötigen, stellt die Automatisierung nicht nur einen Wettbewerbsvorteil dar, sondern auch eine strategische Notwendigkeit.
Welche Endbearbeitungsprozesse lassen sich automatisieren?
Heutzutage lassen sich viele Schritte der Endbearbeitung in einen automatisierten Arbeitsablauf integrieren:
- Automatischer Schnitt: Geräte mit Sensoren und Kameras, die Kanten erkennen und präzise Schnitte ohne manuelles Eingreifen ausführen.
- Inline-Laminierung und -Lackierung: Maschinen, die direkt nach dem Druck Veredelungseffekte aufbringen, ohne dass das Material zu einer anderen Station transportiert werden muss.
- Digitales Stanzen: Verfahren, bei denen keine physischen Stanzformen erforderlich sind; ideal für Kleinserien oder individuelle Designs.
- Intelligente Buchbindung: Geräte, die das Buchformat, den Einband und die Dicke des Buchrückens automatisch anpassen.
- Automatisiertes Stapeln und Verpacken: Roboter, die Produkte kommissionieren, bündeln und versandfertig verpacken.
Technologie im Dienste der Effizienz
Hersteller wie Horizon, Duplo, MBO und Morgana sind führend bei der Entwicklung automatisierter Weiterverarbeitungslösungen für den Digital- und Offsetdruck. Viele dieser Maschinen sind für die Integration in MIS/ERP-Systeme und Workflow-Plattformen wie Enfocus Switch oder EFI Fiery ausgelegt, was eine lückenlose Auftragsabwicklung von der Datei bis zum Endprodukt ermöglicht.

Darüber hinaus ermöglicht der Einsatz intelligenter Sensoren, der maschinellen Bildverarbeitung und der IoT-Konnektivität die Überwachung der Produktion in Echtzeit, die Erkennung von Fehlern oder Fehlausrichtungen sowie die Durchführung automatischer Anpassungen, um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.
Wesentliche Vorteile für die Industrie
- Reduzierung von Ausfallzeiten und Fehlern: Ein geringerer Bedarf an manuellen Eingriffen bedeutet weniger Produktionsunterbrechungen.
- Höhere Rentabilität bei Kleinauflagen: Automatisierung, die sich an den Bedarf an Individualisierung anpasst, ohne die Kosten zu erhöhen.
- Konsistenz und Qualität: Besser kontrollierte Prozesse, die präzise und wiederholbare Ergebnisse gewährleisten.
- Operative Skalierbarkeit: Die Fähigkeit, mehr Aufträge anzunehmen, ohne das Personal aufstocken zu müssen.
- Ressourceneinsparung: Weniger Verschwendung von Papier, Energie und Zeit.
Sich auf die Zukunft der Oberflächenveredelung vorbereiten
Angesichts des Wachstums im Bereich des Print-on-Demand und der individualisierten Aufträge ermöglicht die Automatisierung der Weiterverarbeitung den Druckereien, sich schnell an neue Anforderungen anzupassen, ohne dabei an Effizienz einzubüßen. Zudem eröffnet sie die Möglichkeit, mit neuen Materialarten, Formaten und edlen Effekten zu experimentieren, ohne den Produktionsablauf zu beeinträchtigen.

Die Einführung dieser Technologien ist nicht zwangsläufig mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden: Viele Lösungen sind so konzipiert, dass sie je nach Umfang skaliert werden können und schrittweise in bestehende Abläufe integriert werden können.