Süße Idee – Zuckerrohr löst das Plastik-Problem der Verpackungsindustrie

by FESPA | 09.03.2017
Süße Idee – Zuckerrohr löst das Plastik-Problem der Verpackungsindustrie

Acht Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr in den Meeren. Europäische Forscher haben wir nun eine neue Form der Verpackung vorgestellt. Sie besteht aus Zuckerrohr.

Nach den Zahlen der europäischen Union sind über 50 % aller Waren in Europa mit Plastik verpackt. Das macht 39 % der 57 Millionen Tonnen Plastik aus, die jedes Jahr in Europa produziert werden, jeder Mensch verbraucht so in etwa 30 Kilo pro Jahr.

Weltweit sind die Zahlen in Bezug auf Wirtschaft und Umweltverschmutzung eher noch schlimmer. Nach der Nichtregierungsorganisation Ellen MacArthur Foundation werden 32 % aller Kunststoffe überhaupt nicht recycelt.

Also landen acht Millionen Tonnen von dem Zeug jedes Jahr im Meer und erstaunlich 95% des Wertes von Plastikverpackungen in der globalen Wirtschaft gehen verloren. Das addiert sich jährlich auf 80 bis 120 Milliarden US-$ im Jahr, vermutlich mehr als alle weltweit mit Verpackungen erzielten Gewinne. 

Wenn man den Einfluss beurteilt, den Plastikmüll auf die Umwelt hat, reicht es allerdings nicht aus, mehr davon dem Recycling- Kreislauf zuzuführen.  Der Abfall, der nicht recycelt wird, verursacht ebenfalls hohe Kosten, sie gehen in den Bereich von mehreren zehn Milliarden US-$.

Verpackung ist notwendig, allerdings muss sie nicht zwingend schlecht für die Umwelt sein. Eine Gruppe von Forschern hat nun eine neue Form von Verpackungen entwickelt, diese basiert auf Zuckerrohr.

Der Verpackungsriese Tetrapack geht davon aus, das es sich bei seinem Tetra Rex Material um das weltweit erste vollständig wiederverwertbare Verpackungsmaterial handelt. Es wurde bereits erfolgreich für Milchprodukte der finnischen Molkerei Valio ausprobiert, und ist nun weltweit für Milchprodukte und andere Flüssigkeiten verfügbar.

Das Material besteht aus einem Kunststoff auf der Basis von Zuckerrohr. Es ist vollständig nachzuverfolgen und trägt ein Zertifikat vom Vinçotte, einer vom FSC akkreditierten Belgischen Vergabe- und Prüfungsstelle. Brazem, der brasilianische Chemiekonzern, der diesen Kunststoff herstellt, nutzt als Rohstoff Zuckerrohr, das auf minderwertigen Böden wächst.

Im Vergleich zu konventionellem Polyethylen entsteht bei der Produktion von einem Kilogramm Tetra Rex jeweils vier Kilogramm CO2 weniger. Weil es sich außerdem von selbst zersetzt, sind auch die für Abfallentsorgung und - wiederverwertung anfallenden Kosten deutlich geringer.

Tetrapack ist allerdings nicht allein mit seinen neuen Ideen für Kunststoffverpackungen. Die Bäckerei Hovis verpackt ihre Brote ebenfalls in Polyethylen-Tüten aus Zuckerrohr. Das Unternehmen entwickelte diese zusammen mit Amcor Flexibles, einem weltweit führenden Hersteller von Verpackungsmaterial aus Australien.

Amcor hat Niederlassungen in 43 Ländern der Welt, das vom Unternehmen auf der Basis von Zuckerrohr hergestellte Plastik hat den ökologischen Fußabdruck von ausgewählten Hovis-Brotbeuteln um ganze 75 % reduziert.

Die vorgestellten Kunststoffprodukte zersetzen sich sehr viel schneller als konventionelles Plastik, aber genießbar sind sie eher nicht. Trotzdem ist Polyethylen aus Zuckerrohr eine ziemliche bekömmliche Möglichkeit, den CO2-Ausstoß durch die Produktion von Kunststoff-Verpackungen zu reduzieren.

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