Sportswear

Sportbekleidung bei Trigema – Langlebigkeit zählt

by Sonja Angerer | 09.11.2023
Sportbekleidung bei Trigema – Langlebigkeit zählt

Bei Trigema steht Sportbekleidung im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Das süddeutsche Unternehmen setzt bei der Erstellung seiner Sportbekleidungskollektionen mittlerweile auf Digitaldruck. Seit 1929 legt das Unternehmen großen Wert auf eine faire und nachhaltige Produktion.

Treue Kunden der Sportbekleidung von Trigema sind sich der Gründe der Marke voll bewusst. Das Unternehmen produziert seit fast einem Jahrhundert Sportbekleidung vor Ort in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen bekannten Weltmarken wie Adidas und Puma, die ursprünglich in Deutschland gegründet wurden, haben diese Marken ihre Produktionsstätten inzwischen ins Ausland verlagert.

Nicht Trigema! Das Unternehmen importiert vor allem Garne aus Europa, die dann in Burladingen, einer Kleinstadt etwa eine Autostunde von Stuttgart entfernt, zu Strickwaren verarbeitet werden. Gestrickter Stoff ist sehr elastisch und eignet sich daher sowohl für Unterwäsche als auch für Sportbekleidung. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 1.200 Mitarbeiter vor Ort, die für das fleißige Färben, Veredeln, Bedrucken und Zuschneiden der in der Anlage gestrickten Stoffe zuständig sind.

„Wir setzen uns für eine nachhaltige und faire Produktion ein“, so Wolfgang Grupp Junior. Medienberichten zufolge sollen er und seine Schwester Bonita bis Ende 2023 das Unternehmen Trigema übernehmen. Dies ist die vierte Generation, in der das Unternehmen von der Familie geführt wird.


BILDUNTERSCHRIFT: Wolfgang Grupp Junior soll Ende 2023 zusammen mit seiner Schwester Trigema übernehmen. Foto: Trigema

Trigema und Sportswear: Qualität ist das A und O

„Unsere Sportbekleidung ist auf Langlebigkeit ausgelegt“, betont Grupp. „Das bedeutet, dass auch der Druck sehr robust sein muss. Denn ein Kleidungsstück mit verwaschenem Aufdruck sieht sehr schnell schmutzig aus, selbst wenn das Grundtextil noch perfekt ist. Deshalb nutzen wir oft den Siebdruck und sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden.“

Trigema beginnt jedoch zunehmend mit dem Digitaldruck. Dabei handelt es sich meist um den Sublimationsdruck, gelegentlich aber auch um Direktdruck, Effekt- und Flockfolie sowie Plastisole. „In einigen Fällen arbeiten wir für Drucke mit lokalen Druckereien zusammen“, erklärt Grupp, „aber wir haben auch unsere eigenen Sublimationsdruckmaschinen vor Ort.“

Einen Vorteil sieht er im Digitaldruck vor allem bei kleinen Losgrößen. „Aufgrund der hohen Kosten der Schablone ist ein Siebdruck erst ab 80 Stück möglich. Bei einer sehr hohen Auflage hat der Digitaldruck dennoch einige Nachteile, da er pro Stück immer noch teurer ist als ein analoges Verfahren.“


Bildunterschrift: In Burladingen werden die Stoffe für Sportbekleidung gestrickt und veredelt.
Foto: Trigema

Personalisierung von Sportbekleidung auf Anfrage

Für größere Veranstaltungen bietet Trigema einen Personalisierungsservice an. Dafür werden Trigema-Textilien im Werk auf Wunsch bestickt, bedruckt oder beflockt. Die Designs sind in der Regel recht einfach und werden vom Kunden bereitgestellt. Gelegentlich erhalten sie auf Kundenwunsch Aufträge für Sonderkollektionen, da die gesamte Produktion vor Ort erfolgen kann.

Von den 1970er bis Ende der 1990er Jahre war Trigema der größte Trikotsponsor der ersten und zweiten Mannschaften der Herren-Fußballvereine der deutschen Bundesliga. „Heute ist unsere Sportbekleidung vor allem für Freizeitsportler konzipiert“, betont Grupp. „Unsere Kunden schätzen das zeitlose, elegante Design und die Langlebigkeit. Denn das macht unsere Sportbekleidung sehr nachhaltig – oft werden die Teile buchstäblich in Stücke getragen, die nur noch für das Recycling geeignet sind.“

Für die Zukunft geht Wolfgang Grupp Junior davon aus, dass die Abfallvermeidung und das Recycling von Produktions- und Post-Consumer-Abfällen noch wichtiger werden. „Bei Trigema haben wir glücklicherweise nur sehr wenige Überbestände, was uns in eine gute Position bringt.“


BILDUNTERSCHRIFT: Produktion und Entwicklung liegen bei Trigema direkt nebeneinander. So können sie schnell neue Designs für Sportbekleidung ausprobieren. Foto: Trigema

Datengesteuertes Design

Die minimale Überproduktion von Trigema im Vergleich zu Industriestandards kann auf zahlreiche Faktoren zurückgeführt werden. Nahezu alle Kollektionen des Unternehmens werden über den eigenen Online-Shop und physische Geschäfte verkauft. „Dadurch können wir die Nachfrage sehr genau prognostizieren und bei Bedarf anpassen“, sagt er. Die lokale, vertikale Produktion von Trigema ermöglicht sehr schnelle Produktionszyklen und der Digitaldruck ermöglicht schnelle Designanpassungen für Sportbekleidung und andere Bekleidung.

„Auch unsere Entwicklungsabteilung liegt ganz in der Nähe unseres Produktionsstandortes“, sagt Grupp. „Dadurch können Designer neue Technologien im Textildruck und in der Veredelung schnell implementieren. Die Kreations- und Produktionsteams lernen voneinander. Ich bin vor allem davon überzeugt, dass auch das Design auf den Daten basieren muss.“

Er erklärt: „Das heißt, unsere Kreativen suchen weltweit nach Inspiration und passen sich den neuesten Sportswear-Trends an. Allerdings erhalten wir auch aktuelle Verkaufszahlen aus unseren Stores und unserem Online-Shop. Dadurch können wir auf die Herstellung von Produkten verzichten.“ „Das lässt sich nicht verkaufen“, kommentiert er.

Digitaldruck und Automatisierung

Mit Blick auf die Zukunft geht Grupp davon aus, dass Trigema in der Sportbekleidungsproduktion noch stärker auf digitale Druckverfahren und umfassende Automatisierung setzen wird. Bei Trigema betreut er derzeit IT- und Geschäftskunden. Grupp erhielt eine umfassende Ausbildung für seine Position im Unternehmen an englischen Colleges und Universitäten. Auf die Frage nach der Zukunft der Sportbekleidungsproduktion sagt er: „Es ist wichtig, ein zuverlässiges Druckverfahren zu haben, das für alle Fasern funktioniert und langlebig, vielseitig und hochwertig ist, und das ist derzeit nicht verfügbar.“

Sportswear Pro wird vom 19. bis 22. März 2024 im RAI Amsterdam vorgestellt. Auf der Sportswear Pro werden die neuesten Technologien und Lösungen für die bedarfsgerechte und maßgeschneiderte Sportbekleidungsproduktion vorgestellt. Von Musterdesign und automatisierten digitalen Arbeitsabläufen bis hin zu innovativen Materialien und integrierten Wearable-Technologien präsentiert die Ausstellung und das visionäre Trendforum nachhaltige, schnellere und schlankere Produktionslösungen für Sport- und Activewear-Marken und -Hersteller. Melden Sie hier Ihr Interesse an einem Besuch an.

Bildunterschrift: Trigema produziert Sportbekleidung in Deutschland. Bildnachweis: Trigema.

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