Signage

Software: Das Herz von Digital Signage

by Sonja Angerer | 19.04.2024
Software: Das Herz von Digital Signage

Ohne die richtige Software ist Digital Signage nicht viel mehr als ein großer Fernseher. Wie finden Kunden die richtige Lösung für ihr Projekt, und was können Druckdienstleister tun, um ihnen zu helfen?

In Einkaufspassagen, Bahnhöfen, Kiosken und sogar in Bürohäusern ist heute Digital Signage kaum mehr wegzudenken. Doch wie kommen relevante und aktuelle Inhalte eigentlich auf den Bildschirm? Das ist eine Frage, die längst nicht mehr nur spezialisierte Systemhäuser beantworten. Lokale Unternehmen wenden sich verstärkt an Werbeagenturen, Full-Service-Druckdienstleister und Werbetechniker, wenn es die Digital-Signage-Projekte geht. Unser Einsteiger-Guide zeigt, welche Programme und Apps man benötigt, damit digitale Beschilderung zum Erfolg wird.

BILDUNTERSCRIFT: Cloud-Software für Digital Signage ist ab ca. 8 Euro im Monat zu haben. Foto: Screenshot TelemetryTV

Module für Digital Signage

Die Auswahl an Software für digital Signage ist sehr groß. Das liegt daran, dass die Bildschirme in ein umfassendes System eingebettet werden können. So ist es beispielsweise möglich, die gezeigten Angebote davon abhängig zu machen, wie der aktuelle Warenbestand gerade aussieht. Oder Reaktionen auf bestimmte Ereignisse zu koordinieren, etwa beim Öffnen eines Notausgangs. Für die allermeisten Digital Signage-Kunden ist dies allerdings viel zu komplex und auch zu teuer.

Ein grundlegendes Digital-Sigange-System benötigt Software für folgende Aufgaben:

  • Content Creation
  • Content Management
  • Device Management

Später kommt oft noch der Wunsch nach Analyse-Tools auf, sodass man nachmessen kann, welche Wirkung die digitale Beschilderung auf Passenten hat. Meist benötigt man außerdem Software, um einen Server aufzusetzen, sowie ein W-LAN oder ein kabelgebundenes Netzwerk zu überwachen. Da in den meisten Unternehmen solche Installationen ohnehin Teil des Firmennetzwerks sind, wird darauf hier aber nicht weiter eingegangen.

BILDUNTERSCHRIFT: Die Digital-Signage-Software Yodeck bietet einen kostenlosen Demo-Account. Foto: Screenshot YouTube

Content Creation Software für Digital Signage

Bildschirme zeigen alle Inhalte an, die ein eingebauter Zuspieler oder externen Player ausgibt. Deshalb kann man als einfachste Möglichkeit auf Digital ein PDF anzeigen oder eine Diashow ablaufen lassen. Dazu kann man die gewohnte Design-Software, z.B. von Adobe oder Allude nutzen, oder einen Web-Dienst wie Canva.

Spezielle Software für die Erstellung von Inhalten für Digital Signage bietet Vorlagen für attraktive, auf das Medium angepasst Vorlagen. Zudem ermöglicht sie es, aktuelle Inhalte wie etwa Wetterdaten oder einen Newsticker aus dem Internet einzubinden. Ein Beispiel für Content Creation-Software mit Fokus auf Digital Signage ist etwa MagicInfoExpress 2 von Samsung. Meist ist die Design-Software Teil eines größeren Eco-Systems zur Ansteuerung von Info-Displays.
BILDUNTERSCHRIFT: MagicInfo Express 2 von Samsung gibt es auch als Android-App.

Content und Device Management für Digital Signage

Wie bei einem CMS für eine Webseite kann man mit einer Content Management-Software für Digital Signage festlegen, wann, wo und auf welchem Display Inhalte angezeigt oder ausgewechselt werden. Das kann für einen oder wenige Bildschirme direkt in einem Player erledigt werden. Das ist eine Art kleiner Computer, der entweder im Bildschirm selbst integriert ist oder als Zuspieler-Box angesteckt wird.

Immer öfter werden Inhalte und ihre Verteilung aber auch als Teil einer umfassenden Lösung über eine externe Cloud bereitgestellt. Beispiele dafür sind etwa TelemetryTV, Optisigns oder Novisign. Solche Software ist nur im Abo-Modell erhältlich. Typische Kosten pro Monat liegen bei 8 bis 15 Euro für Einzelbildschirme oder einige wenige Monitore. Yodeck bietet für Einsteiger aber auch einen kostenlosen Demo-Account an.

Eco-System für Digital Signage

Samsung und LG gelten als Marktführer für Digital Signage in Europa. Sie haben um ihre Bildschirme ein ganzes Eco-System von Software gesponnen. Bei Samsung heißt es „MagicInfo“ und umfasst alle Schritte vom Erstellen der Inhalte über Datenmanagement- und Analyse bis hin zum Gerätemanagement. Zusätzlich bietet das Eco-System auch erweiterte Sicherheits- und Echtzeit-Module. Mit MagicInfo Cloud ist auch eine Software-as-a-Service- (SaaS)-Version im Abo-Modell verfügbar.

Ähnliche umfassende Funktionen bietet auch LGs Supersign Software, und auch hier gibt es eine Cloud-Variante. Mit der LG Digital Connect App für Android lassen sich viele Aufgaben mit einem Digital-Signage-Netzwerk sogar mit einem Mobilgerät erledigen.  

Auch der Hardware-Player Brightsign steht im Mittelpunkt eines Eco-Systems. Im Januar 2024 kündigte das Unternehmen die Gründung der Bright Alliance an. Es will den Zusammenschluss von Content-Management-System (CMS)-Partnern künftig noch stärker mit Marketing- und technischer Unterstützung sowie Schulungen unter die Arme greifen.

Marktchancen für Druckdienstleister bei Digital Signage

Durch Cloud-Software und ineinandergreifende Eco-Systeme ist es deutlich einfacher geworden, Digital Signage-Installationen auszurollen. Auch die Anfangsinvestitionen sind deutlich niedriger. Für Druckdienstleister und Werbetechniker bedeutet dies, dass sie entsprechende Leistungen besser in ihr Angebot aufnehmen können.

Das ist besonders für solche Unternehmen lohnend, die bereits über eine Kreativabteilung verfügen. Denn gerade in kleineren Betrieben des Gastgewerbes und Einzelhandels werden die Anwender gerne Inhaltspakete buchen. Die Bildschirme sollen ja stets aktuelle und relevante Inhalte anzeigen. Doch selten findet sich in solchen Firmen jemand, der Zeit und Antrieb hat, sich in die Content-Erstellung einzuarbeiten.

Durch benutzerfreundliche Software kann sich Digital Signage zu einer echten Marktchance für lokale Druckereien und Werbetechniker entwickeln. Es erfordert nur noch minimale Angangsinvestitionen, um entsprechende Leistungen anbieten zu können. Worauf warten Sie noch?

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