Sublimation Printing

So finden Druckdienstleister die beste Heißpresse für ihr Unternehmen

by Sonja Angerer | 19.07.2023
So finden Druckdienstleister die beste Heißpresse für ihr Unternehmen

Ob Direkt- oder Transferdruckverfahren: Ohne Heißpresse kann man Shirts und andere individualisierte Produkte nicht herstellen. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf zweimal hinzuschauen. Hier steht, wie Druckereien das Modell finden, das zu ihren Anforderungen passt.

In fest jeder Druckerei steht eine, und trotzdem gehört sie zu den Werkzeugen, die meist erst beachtet werden, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll. Denn die Heißpresse ist im Vergleich zu Druckern oder Software verhältnismäßig günstig: einfache Modelle bekommt man schon für ein paar hundert Euro.  

Heißpresse können in der Werbetechnik vielfältig eingesetzt werden. Typische Szenarien sind: 

  • Transferdruck / DTF 
  • Sublimationsdruck 
  • Aufbringen von Flock- und Effektfolien 

Beim Direktdruck auf Bekleidung (DTG) oder Textil-Rollendruck kommen außerdem häufig Heißluftofen sowie Kalander zum Einsatz. Teilweise können sie anstelle oder zusätzlich von Heißpressen eingesetzt werden.
  BILDUNTERSCHRIFT: Membranpressen wie die Fuchs Air-Swing 1000 Membran gleichen Unebenheiten aus. Foto: Fuchs GmbH.  

Arten von Heißpressen 

Manuelle Transferpressen  
Manuelle Transferpressen muss der Anwender per Hand öffnen und schließen, sowie den Pressvorgang zwischen obere Heiz- und der unteren Basisplatte auslösen. Ein Schließbügel sorgt dafür, dass der Druck so lange aufrechterhalten wird, wie es für die Anwendung benötigt wird, typischerweise zwischen ca. 15 und 90 Sekunden. Ist die eingestellte Zeit abgelaufen, meldet sich die Heißpresse mit einem Ton, sodass der Bediener die Presse entriegeln und das fertige Produkt entnehmen kann. Rein manuelle Presse sind kostengünstig und wartungsarm. Allerdings muss vor allem bei kurzer Verpresszeit an jedem Gerät ein eigener Anwender arbeiten.  

Halbautomatische Heißpressen 
Halbautomatische Transferpressen verfügen über einen Elektromagneten, der den Schließbügel festhält, sodass der Druck konstant bleibt. Wenn die eingestellte Zeit abgelaufen ist, schaltet die Transferpresse den Strom zum Elektromagneten ab und öffnet sich dadurch automatisch. Dabei gibt es Modelle, bei denen sich die Heizplatten in einem Winkel öffnen lassen oder schwenkbar sind. Dadurch kann man halbautomatische Heißpressen deutlich einfacher und schneller bedienen, was Personalkosten einsparen kann.   

Automatische Transferpressen 
Die meisten automatischen Heißpressen werden pneumatisch betrieben, das bedeutet, man benötigt einen Kompressor. Dieser startet den Pressvorgang über das Aufblasen eines Balgs, der dann die Heiz- auf die Basisplatte drückt. Die komprimierte Luft entweicht nach dem Ende des Transfervorgangs. Die Presse schließt und öffnet ohne Eingriff des Bedieners. Oft bieten automatische Pressen weitere Erleichterungen im Workflow, etwa Platten, die von selbst ausschwenken und sich dadurch leichter und schneller bestücken lassen.  

Während bei manuellen und teilautomatischen Heißpressen der Anpressdruck meist mit einer Stellschraube grob reguliert wird, nutzen automatische Transferpressen ein Manometer, das sehr präzise arbeiten kann.  

Membranpressen, wie etwa die Fuchs Air-Swing-Membran-Reihe, sind eine Sonderform automatischer Pressen. Sie haben eine speziellen, aufblasbare Platten, die Unebenheiten wie etwa Reisverschlüsse oder Nähte ausgleichen können und dadurch auch  weniger Pressränder erzeugen 

Zubehör und Erweiterungen  
Manche Transferpressen können umgerüstet oder erweitert werden. So lassen sich etwa Basisplatten austauschen, es gibt auch die Möglichkeit, die Positionierung des Textils zu vereinfachen, etwa mit Laser. Mit den Modell TC7 Smart (Video) und TC5 Smart hat Secabo Europa eine Heißpresse mit Bluetooth-Modul auf den Markt gebracht. Diese lässt sich über die zugehörige Smartphone-App steuern. Die App erlaubt zudem den Zugriff auf eine Datenbank, in der die passenden Druck- und Temperaturprofile für gängige Anwendungen bereits hinterlegt und abrufbar sind. 

Neben Universal-Heißpressen existieren auf dem Markt auch Spezial-Modelle mit Heizmodulen speziell für gewölbtes Textil wie etwa Ärmel oder Caps sowie spezielle Sublimationspressen für runde, feste Objekte wie Tassen, Becher oder Wasserflaschen. Mit dem Modell Hotronix Sports Ball Heat Press bietet die Stahls` Europe GmbH sogar eine Heißpresse speziell für das Dekorieren von Bällen für Sportveranstaltungen an.  

BILDUNTERSCHRIFT: Mit dem Modell Hotronix Sports Ball Heat Press bietet die Stahls` Europe GmbH eine Heißpresse speziell für das Dekorieren von Bällen an. Foto: Stahls` Europe GmbH 

Was sollte eine Heißpresse für Druckdienstleister können? 

Unternehmen, die in eine neue Heißpresse für die Herstellung von Textilien oder personalisierten Geschenke erwägen, sollten wie bei anderen Investitionen ein Basisanalyse von  

  • Anwendungsbereichen 
  • Nutzungsdauer und -häufigkeit 
  • Flexibilität und Ausbaufähigkeit 
  • Unterhaltskosten inklusive Energie 
  • Zuverlässigkeit 
  • Personalbedarf 
  • Möglichkeiten zur Workflow-Optimierung  

vornehmen. In der Regel sind Modelle bekannte Marken deutlich teurer als Handelsware. Sie bieten aber in puncto Wartung, Ersatzteile, Energiebedarf und Arbeitssicherheit viele Vorteile. 

BILDUNTERSCHRIFT: Secabo Europa bietet Heißpressen an, die sich per App bedienen lassen. Foto: Secabo Europe. 

Heißpressen “Must Haves”  

Es gibt auch einige Punkte, die eine Heißpresse unbedingt erfüllen sollte, damit man sie vielseitig in Druckereien und Werbetechnik-Betrieben verwendet werden kann. Die wichtigste davon ist eine zuverlässige und exakte Wärmeeinstellung.  

Denn je nach Anwendungsbereich werden unterschiedliche Temperaturen in der Heißpresse benötigt, für Sublimationsverfahren etwa typischerweise ca. 180 Grad, für DTF reichen ca. 150 Grad aus. Für Effekt- und Glitterfolie veranschlagt man zwischen 150 und 165 Grad Celsius, während Flockfolie mit ca. 175 Grad fixiert werden muss. Deshalb ist es wichtig, die Temperatur auf der gesamte Platte und während der kompletten Presszeit exakt gehalten wird. Denn sonst kann es passieren, dass sich Folie oder Druck verfärben oder später wieder ablösen.  

Die Heizplatte einer Presse sollte zudem groß genug für typische Applikationen sein, sodass das gesamte Motiv auf einmal fixiert werden kann. Vereinzelt gibt es spezielle, automatische Großformat-Heißpressen, z.B. von der Fuchs GmbH, die Arbeitsflächen von 60 x 100 cm und mehr bieten. Allerdings sollten Arbeitsplatten auch nicht zu groß sein, weil diese vergleichsweise viel Energie beim Aufheizen verbrauchen.  

Heißpressen mit auswechselbaren Platten sorgen für Energieeffizienz, weil für kleine Grafiken keine großen Flächen beheizt werden müssen.  

Bedienung und Sicherheit von Transferpressen  

Die Heißpresse sollte einfach zu bedienen und sicher zu handhaben sein und über einen Schutzmechanismus verfügen, der verhindert, dass die Heizplatte versehentlich berührt wird oder herunterfällt. In Europa eingesetzte Heißpressen sollten mindestens ein CE-Zeichen aufweisen, da es sonst Problem mit Versicherungen und Berufsgenossenschaften geben kann.  

So finden Sie die richtige Heißpresse 

Eine Heißpresse sollte ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, hohe Qualität und Langlebigkeit aufweisen. Eine billige Heißpresse kann zu häufigen Fehlern oder Ausfällen führen und damit die Service-Qualität in einer Druckerei erheblich beeinträchtigen. Eine teure Heißpresse kann wiederum unnötige Funktionen oder eine hohe Leistung haben, die im Arbeitsalltag des Unternehmens nicht erforderlich sind. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine geeignete Heißpresse für Druckereien, die T-Shirts und personalisierte Produkte herstellen wollen bedrucken wollen, eine ausreichende Größe, eine flexible Temperatur- und Druckregelung und eine einfache Bedienung mitbringen sollte. Angemessene Sicherheitsvorkehrungen an der Maschine sind ebenso wichtig, und das Ganze sollte in hoher Qualität bei sowie angemessenem Budget zu haben sein. Eigentlich einfach, oder? 

Aufmacherbild mit freundlicher Genehmigung von S. Angerer.

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