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In aller Kürze: Was macht eigentlich ein RIP?

by FESPA | 17.12.2021
In aller Kürze: Was macht eigentlich ein RIP?

RIPs sind heute oft das eigentliche Herzstück des Digitaldruck-Workflows. Trotzdem wissen viele Anwender nicht, was ein RIP eigentlich ausmacht. Hier gibt es Antworten.

Wissen Sie, welche RIPs in ihrem Unternehmen installiert sind, und was diese alles für Sie tun können? Erstaunlich viel Druckdienstleister können das nicht beantworten, vor allem, wenn sie noch nicht so lange im Geschäft sind.
 
RIP – immer öfter schreibt man es in Deutschland auch Rip – ist eine Abkürzung für Raster Image-Prozessor. Die Software rechnet Druckdaten in Raster um, die von einem Drucker ausgegeben werden können. So entstehen aus vier oder mehr Farben brillante Bilder.

Bildunterschrift: Der ColorEqualizer ist ein Textildruck-Modul im neuen Colorgate ProductionServer 21. Grafik: Colorgate.
 
Viele RIPs können Vektor-Grafiken, also etwa Adobe Illustrator-Daten, genauso umwandeln wie bereits gerasterter Bilddaten aus Photoshop & Co. Nur dank der „gerippten“ Datei weiß der Drucker, wo die Farbtröpfchen für das Motiv positioniert werden müssen.

 
Bildunterschrift: Passend zum aktuellen Onyx RIP gibt es mit Site Solution Zusatzmodule für Automation und Produktions-Überwachung. Grafik: Onyx

Ein RIP ist mehr als ein Druckertreiber

Ganz einfach ausgedrückt ist ein RIP also ein Druckertreiber oder Druckersoftware, wie man sie ähnlich auch von Bürodruckern kennt. Wobei man heute die Abgrenzung zwischen RIP und Bürodrucker-Software kaum noch scharf aufrechterhalten kann.
 
Denn RIPs und auch viele Druckertreiber für Bürodrucker haben heute viele zusätzliche Tricks auf Lager. Sie skalieren, spiegeln, rotieren und verschachteln (Nesting). Letzteres bedeutet, dass einzelne Kundendateien so platzsparend wie möglich auf dem Druckmedien platziert werden. Das spart nicht nur Zeit und Geld, sondern schont auch die Umwelt.
 
Generell kann man RIPs in zwei große Segmente unterscheiden:

  • Hersteller-RIPs
  • Herstellerübergreifende RIPs.

Daneben gibt es Mischformen, also RIPs, dies es als eigenständige Suiten gibt, die aber für einen bestimmten Drucker optimiert wurden und diesem dann beim Kauf beiliegen. Ein prominentes Beispiel ist die SAi FlexiPRINT HP Edition. Zum Teil kann man solche RIPs dann für weitere Drucker auch anderer Hersteller kostenpflichtig freischalten.
 
Bei reinen Hersteller-RIPs wie Roland DG VersaWorks oder Mimaki RasterLink kann man zumeist nur Drucker des jeweiligen Herstellers ansteuern. Es lassen sich damit auch spezielle Eigenschaften der Maschine kontrollieren, etwa der Druck von Metallic-Farben. Oft gibt es auch Funktionen zur Kalkulation und Optimierung der Druckkosten.
 
Herstellerübergreifende RIPs wie etwa Colorgate Productionserver, Ergosoft oder CalderaRIP sind mit einer große Anzahl von Druckern, zum Teil auch Schneidemaschinen, der unterschiedlichsten Hersteller kompatibel. Sie eignen sich deshalb vor allem für größere Druckereien, die ihre IT vereinheitlichen wollen.
 
Herstellerübergreifende RIPs kosten oft viele Tausend Euro pro Installation, bieten aber neben einer universellen Ansteuerung auch oft weitere Features wie erweitertes Farbmanagement oder Automatisierungsmöglichkeiten.
 
Bildunterschrift: das Shiraz Rosetta RIP ist bereits für Windows 11 verfügbar. Grafik: Shiraz Software

Farbmanagement und RIP

Farbmanagement ist eine Kernfunktion im RIP und kann sich bei den einzelnen Entwicklern erheblich unterscheiden. Das kann dazu führen, dass sich bei identischem Drucker, Substrat und Tinte durchaus ein Farbunterschied bei der Ausgabe mit zwei verschiedenen RIPs ergeben kann.
 
Manche Druckerhersteller versuchen zwar, Farbmanagement leichter zugänglich zu machen oder gleich weitgehend zu automatisieren, indem sie etwa Farbsensoren direkt in den Drucker einbauen. Hersteller-RIPs haben außerdem oft bereits hochwertige Profile für eigne Druckmedien hinterlegt.
 
Trotzdem muss man für höchste Farbqualität regelmäßig individuelle Profile erstellen. Deshalb bieten RIPs oft entsprechende Farbmanagement-Module an und unterstützen marktübliche Farbmessgeräte, z.B. von Xrite oder Barbieri.
 
Farbmessung und die Möglichkeit, individuelle Profile zu hinterlegen, sind auch wichtig, wenn eine Druckerei nach internationalen Standards wie ISO 12647 oder ProzessStandard Digitaldruck (PSD) arbeiten will. Deshalb ist es wichtig, dass ein RIP diese Möglichkeit bietet.

RIPs und Automation

Herstellerübergreifende RIPs sind oft nur der Kern eines ganzen Produktuniversums. Bekannte Hersteller wie Onyx Graphics, Caldera, Shiraz oder EFI bieten rund um das RIP beispielsweise Workflow-Software an. Auch Schnittstellen etwa zu Buchhaltungsprogrammen oder MIS- und ERP-Paketen wie etwa die EFI Productivity Suite sind heute weit verbreitet.

RIPS für Spezialaufgaben

Der Digitaldruck ist nicht nur auf Papier und Folien verbreitet. Für industrielle Anwendungen wie den Fliesendruck gibt es Spezial-RIPs wie den Ceramic Productionserver von Colorgate oder auch Onyx Textile für den Direkt- und Sublimationsdruck. Sie berücksichtigen beispielsweise veränderte Farbsätze oder andere spezielle Anforderungen der jeweiligen Industrie.

Beim Kauf eines RIPs ist es daher immer sinnvoll, sich von Experten beraten zu lassen.

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