Features

Wie reagieren die Hersteller auf Trends im Textildruck?

von Rob Fletcher | 23.08.2017
Wie reagieren die Hersteller auf Trends im Textildruck?

Wir werfen einen Blick auf einige der neuesten Lösungen für Druckdienstleister im Textildruck-Markt.

Bereits seit einiger Zeit wird der Textildruck als ein Schlüsselbereich in der Druckindustrie betrachtet und ist verantwortlich für dessen Wachstum. Die Hersteller haben darauf mit neuem, innovativem Equipment geantwortet.

Allerdings ist der Textildruck auch einer der vielseitigsten Marktbereiche, und so stehen die Hersteller unter erheblichem Druck, dafür zu sorgen, dass die Technik auch alle Kundenwünsche berücksichtigt.

Auf der FESPA 2017 nahmen die Teilnehmer am Weltmarkt die Gelegenheit wahr, sich aus erster Hand über die neuesten Produkte der größten Markenhersteller zu informieren. Und auch auf anderen wichtigen Events, wie der kommenden FESPA Mexico 2017 ist die Spannung groß, was die Hersteller noch dieses Jahr oder in Zukunft auf den Markt bringen werden.

Genau wie auf der jüngsten FESPA 2017, werden auch auf der FESPA Mexico, vom 21. bis 23 September 2017 in Mexiko City, die führenden Unternehmen der Branche vertreten sein, und viele davon haben auch Lösungen für den Textildruck im Gepäck.

Antworten auf die sich stetig wandelnden Anforderungen des Textildrucks

Der Vulcan von Kormit Digital richtet sich an Druckereien, die im Siebdruck kleine Auflagen für Wiederverkäufer und Werbung herstellen.​

Eine dieser Firmen vor Ort auf der Veranstaltung in Mexiko ist Kornit Digital, die Equipment für die Bekleidungs- und Textilindustrie entwickeln und produzieren. Deren Marketing Manager für EMEA, Lea Duckwitz, beschreibt den Textildruck-Markt als „sich stetig wandelnd“.

Auf dem Laufenden zu bleiben, sowohl aus der Sicht eines Herstellers als auch der eines Druckunternehmens, sei ein „Non-Stop-Job“.

„Die Branche braucht jetzt wirklich die Werkzeuge, die es Unternehmen ermöglichen, zu Wegbereitern des Online-Geschäfts zu werden.“ sagt Duckwitz. „Nur so können sie der steigenden Nachfrage nach Kleinauflagen gerecht werden, aber auch den Anforderungen an Individualisierung und Personalisierung genügen, ohne dabei an Vielseitigkeit und Nachhaltigkeit zu verlieren.“

Duckwitz spricht von zwei massiven Trends, die das Team bei Kormit im derzeitigen Textildruck-Markt ausgemacht hat: Mass Customisation und die Professionalisierung von Workflows und der Auftragsbearbeitung.

„Mass Customisation steht ganz oben“, erklärt Duckwitz. „Ein gutes Beispiel ist unser neuer Storm Duo, der mit einer doppelten CMYK-Konfiguration auf den flotten Druck auf leichten Bekleidungsstücken ausgelegt ist. Unser schneller Vulcan richtet sich besonders an den Siebdrucker und ermöglicht ihnen einen Umstieg in den Digitaldruck bei weiterhin hohen Auflagen von personalisierten Bekleidungsstücken. “

Der auf der FESPA 2017 vorgestellte Storm Duo ist ein Textil-Direktdrucksystem mit 16 Druckköpfen in doppelter CMYK-Anordnung und einem Durchsatz von mehr als 200 Drucken in der Stunde.

Er eignet sich besonders für die Verarbeitung leichter Textilien. Gleichzeitig nimmt der strapazierfähige Vulcan den Markt für Siebdrucke ins Visier, in dem kleine Auflagen für Wiederverkäufer und Werbung produziert werden.

Duckwitz verweist auf die Lösungen von Kornit Digital mit ihrem Schwerpunkt auf Workflow und Auftragsbearbeitung: „Wir haben uns vorgenommen, unsere Systeme so auszubauen, dass Kunden eine komplette Web-To-Print-Lösung bekommen.“

Dank einer Zusammenarbeit mit Custom Gateway, einer Firma, die auf maßgeschneiderte Workflows für den Mass-Customisation-Markt spezialisiert ist, können Kunden nun ihr ganz eigenes Studio zur Produktion von personalisierten Textilien einrichten. Die Kunden sind so in der Lage, ihre individuellen Shirts online zu gestalten und sie anschließend in der Druckerei fertigstellen zu lassen. Diese können dann auch direkt versandt werden.

„Diese Plattform deckt die gesamte Lieferkette ab, vom Frontend mit Website und Personalisierung zur automatischen Produktion bis hin zu Verpackung und Versand.

Die Lösung ist flexibel, weltweit verfügbar und eignet sich für Geschäftskunden genauso wie für Endverbraucher. Wir arbeiten auch an weiteren Workflows für unser Portfolio, da unsere Kunden in zunehmend anspruchsvolleren Produktionsumgebungen operieren".

Wettbewerbsvorteile in einem umkämpften Markt sichern

Epson demonstrierte auf der FESPA 2017, wie mit eigener Technik Textilien nach Kundenwunsch bedruckt werden.​

Eine weitere führende Marke auf der FESPA Mexico ist in diesem Jahr Epson, die wie auch Mutoh eine ganze Reihe von Textildruckangeboten bereithalten. Heather Kendle, Market Development Manager bei Epson Europe, erklärt, dass der Hersteller damit auf die steigende Nachfrage nach On-Demand produzierten, maßgeschneiderten und personalisierten Produkten im Bereich Mode und Innenausstattung reagiert.

Kendle erläutert: „Digitale Verfahren können sowohl mit synthetischen als auch natürlichen Textilfasern arbeiten. Wir haben außerdem große Fortschritte im Bereich polyesterbasierter Materialien gesehen.

Viele davon erwecken sehr überzeugend den Eindruck natürlicher Produkte wie Baumwolle, Seide, Satin oder Leder. Polyestermaterialien werden im Sublimationsdruck eingesetzt und ermöglichen dabei Spitzenqualität, sogar bei sehr komplexen Mustern.

Epson ist dabei im Vorteil, weil das Unternahmen alle kritischen Komponenten des Verfahrens selbst entwickelt und herstellt: Hardware, Software, Druckköpfe und Farben.

So ist sichergestellt, dass alle Komponenten auf einander abgestimmt sind um hohe Qualität bei wettbewerbsfähigen Betriebskosten erzielen zu können. In diesem Bereich hat Epson sowohl Thermosublimationsdruck als auch Direct-To-Garment (DTG) Inkjet-Technik im Angebot.“

In diesem Sinne verweist Kendle auf einige von Epsons Textildruck-Lösungen, wie etwa die SC-F9200 und die SC-F7200 64-Inch-Modelle aus der Epson SureColor SC-F Serie, die der Hersteller als geeignet für kleine bis mittlere Produktionsvolumina bezeichnet. Von Epson kommt auch der 44-Inch SCF6200, der als „ideal“ für flexiblere Produktionsumgebungen angepriesen wird.

Kendle ergänzt: „Jedes dieser Modelle arbeitet mit Epsons Precision-Core-TFP-Druckköpfen und verarbeitet Ultra Chrome DS Tinten, um leuchtende Farben zu erzielen.“

Was die Produktion mit DTG angeht, nennt Kendle den Epson SC-F2000, der auf Baumwolle sowie Baumwollmischgeweben und damit auf Produkten wie T-Shirts, Sweatshirts, Hoodies und ähnlichem drucken kann. Kendle weiter:

„Dieser DTG-Drucker hat Aufspannplatten in vier verschiedenen Größen bis 406 x 508 mm, was einen vielseitigen Einsatz im Werbemittelbereich ermöglicht. Die Fähigkeit, Materialien bis zu 25 mm Dicke zu bearbeiten und Sicherheitssysteme zum Schutz der Druckköpfe werden ergänzt durch die hohe Auflösung von bis zu 1.400 x 1.400 dpi.“

Kendle weiterhin: „Der SC-F2000 nutzt den Precision-Core-Druckkopf mit den Ultra Chrome DG Tinten. Das Modell bietet Schwarz, Cyan, Gelb, Magenta, dazu Weiß. Das erlaubt den Druck auf farbige, wie auch auf weiße Untergründe. Es besitzt ein automatisches Kopf-Reinigungssystem und ist einfach zu bedienen und zu warten."

Darüber hinaus gibt es, auf industriellem Niveau, die Druckmaschine Mona Lisa. Die wird von Robustelli geliefert, einem Mitglied der Epson-Gruppe.

Weg von der zentralisierten Produktion

Der ValueJet 1948WX von Mutoh ist ein Thermotransfer-System, das mit Geschwindigkeiten bis zu 194 m² pro Stunde arbeitet.​

Als weiterer großer Hersteller behauptet Mutoh eine starke Stellung im Textildruck-Markt. Die Firma wird zwar auch auf der FESPA Mexico vertreten sein, doch Nick Decock, Commercial Marketing Manager für Mutoh Belgien, verdeutlicht den in der EMEA-Region liegenden Schwerpunkt des Firmengeschäfts und verweist auf den Textildruck als derzeitiges „Wachstumsgeschäft“

Decock sagt: „Was wir klar erkennen können ist eine Entwicklung weg von zentralisierter Produktion und der Lagerung von analog gefertigten Drucken, hin zu lokaler Produktion digital gedruckter Textilien On-Demand, und dabei ganz besonders unter Einsatz der Vorteile digitaler Inkjet-Technik. Es gibt auch den neuen Trend des Direktdrucks auf natürliche Textilfasern wie Baumwolle mit wasserbasierten Pigmenttinten.

Dies findet vor allem Anwendung bei Innenausstattungen, Polstern, Bezügen und Fast-Fashion-Kollektionen. Einer der Vorzüge wasserbasierter Pigmentfarben ist es, dass sie erst nach dem Druck fixiert werden müssen, was die Herstellung vereinfacht und verkürzt.“

Mutoh ist in der Lage, Druckmaschinen sowohl für Direct-to-Textile, als auch für Thermosublimation anzubieten.

Decock ist der Überzeugung, dass diese Techniken eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber dem konventionellen Analogdruck haben, etwa die Möglichkeit ohne Spannvorrichtung verschiedene Textilprodukte zu drucken, und das sogar in kleinen Auflagen. Dazu kommt, was Deckock als „unendliche“ Designmöglichkeiten in allen Farben bezeichnet.

Decock erklärt weiter, dass Anwender dieser Techniken zudem von den schnellen und kurzen Versandwegen profitieren (die Produktionsbetriebe dezentralisieren die Herstellung und arbeiten ohne Lager), dazu den geringeren Produktionskosten, der hohen Wertschöpfung, und der Umweltverträglichkeit, da keine Platten gereinigt werden müssen.

In diesem Sinne verweist Decock auf die jüngsten Angebote von Mutoh. Dazu gehören der ValueJet 1948WX mit vier Druckköpfen, eine 1.900 mm breite Thermosublimationsmaschine, die mit Geschwindigkeiten bis zu 194 m² in der Stunde arbeitet, und der ValueJet 1938TX, ein 1.900 mm breiter DTT-Drucker mit integriertem Abfluss.

Decock betont: „Der Digitaldruck hat inzwischen einen hohen Reifegrad erreicht, was sich bei Technik, Qualität und Geschwindigkeit zeigt. Das hat ihn bei kleinen Auflagen auch für traditionelle Textildruckunternehmen zu einer sinnvollen Alternative werden lassen.“

Dies ist nur eine kleine Auswahl der Unternehmen, die auf der diesjährigen FESPA Mexico vertreten sein werden. Sie wird vom 21. bis 23. September im Centro Citibanamex in Mexico City ausgerichtet und erwartet Besucher aus ganz Lateinamerika, die sich über die neuesten Lösungen in allen Bereichen der Druckindustrie informieren wollen.

Es wird auch eine Reihe informativer Seminare geben, die wertvolles Wissen zu Schlüsselthemen liefern, dazu die mexikanische Runde der FESPA World Wrap Masters. Mehr Informationen zur Messe und die vollständige Ausstellerliste finden sich auf der offiziellen Website der FESPA Mexico

von Rob Fletcher Zurück zu den Neuigkeiten

Jüngste Neuigkeiten

Press Releases

Interactive features confirmed for FESPA Eurasia 2017

16.11.2017
Features

Digital print continues to disrupt the packaging

16.11.2017
Pressemitteilungen

Katz Display Boards – speziell für den Digitaldruck konzipiert

15.11.2017
Branche

bvdm Treffpunkt Technik − Impulsgeber für die Druckbranche

15.11.2017