Die Tintenrezepturen entwickeln sich weiter

by FESPA | 13.01.2020
Die Tintenrezepturen entwickeln sich weiter

Tinte trägt nur einen winzigen Teil zur gesamten Kohlenstoffbilanz von Drucksachen bei. Aber ihre Verwendung, Entwicklung und Herstellung kann erhebliche Auswirkungen haben. Und dann ist da noch die Entfernung zur Vorbereitung auf das Substrat-Recycling, also das De-Inking.

Der Aspekt der Nutzung ist dabei ganz besonders wichtig. Denn er beeinflusst nicht nur die Gesundheit des Bedienpersonals. Sondern eben auch andere Aspekte der Energiebilanz der Produktion, wie beispielsweise das Aushärten und Trocknen

Nach Angaben des Europäischen Druckfarbenverbandes gibt es über alle Anwendungsbereiche hinweg insgesamt über eine Million verschiedene Farbrezepturen. Die Hersteller bieten für die verschiedenen Druckverfahren optimierte  Rezepturen an. Im Digitaldruck können sich die Farbsätze von Gerät zu Gerät unterscheiden. Hersteller müssen die Leistung mit Kosten- und Umweltaspekten in Einklang bringen. Idealerweise können sie dann noch irgendeine Art von Zertifikat erlangen, dass als Referenz für die Tinte und die Ansprüche des Herstellers dient. Die beliebtesten und anerkanntesten Zertifizierungen sind die Greenguard- und Greenguard Gold-Auszeichnungen. Denn wenn eine Tinte diese erreicht, kann man damit den Anwendungsbereich eines Drucksystems erweitern.

Die Greenguard-Zertifizierungen sollen sicherstellen, dass für Innenräume verwendete Materialien und Produkte in Bezug auf ihre Emissionen sicher sind. Die Greenguard Gold-Zertifizierungen erfordern die Einhaltung noch strengerer Ziele und zusätzlicher Sicherheitskriterien. So ist beispielsweise der Einsatz von mehr als 360 flüchtige organische Verbindungen (VOCs) beschränkt. Außerdem gibt es strengere Anforderungen an die VOC-Gesamtemission. Um zusätzliche Sicherheit für Kinder und ältere Menschen zu gewährleisten, berücksichtigen die Greenguard Gold-Programme auch die Wechselwirkung zwischen den verschiedenen VOCs in einem Produkt.

Beide Greenguard-Zertifizierungen bestätigen, dass die Druckerzeugnisse, die für Innenräume in Wohnungen, Krankenhäusern und Schulen verwendet werden, sicher sind. Sie stellen also keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Für eine Druckerei bedeutet dies einen potentiellen Wettbewerbsvorteil. Ihr Kunden haben wiederum eine gewisse Sicherheit, dass die Druckerzeugnisse ihre Kunden, Patienten und Kinder nicht vergiften.

Diese Standards sind wichtig für die Hersteller von Drucksystemen und Druckfarben. Daher ist es ermutigend, dass sich mehr Unternehmen um die Zertifizierung ihrer Druckfarben bemühen. Fujifilm hat sich zusammen mit HP an die Spitze dieser Initiative gesetzt. Aber es lassen auch andere Unternehmen ihre Tinten zertifizieren. Sowohl Mutoh als auch SwissQPrint haben kürzlich bekannt gegeben, dass all ihre Standardtinten jetzt entweder Greenguard- oder Greenguard Gold-zertifiziert sind. Agfa hat diese Zertifizierung für seine UV-LED-Tintensätze der Großformatdrucker der Modellreihen JETI und Anapurna erhalten.

Weitere solche Ankündigungen sind zu erwarten. Denn die Hersteller beginnen, der Herstellung von bedruckter Innenraumdekoration als Anwendungsbereich für ihre Maschinen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist zu erwarten, dass dies ein Hauptthema auf der FESPA-Sonderschau für  bedruckte Innendekoration, der  Printeriors, sein wird. Die Veranstaltung wird im Rahmen der Fespa Global Print Exponate in  Madrid (24. bis 27. März 2020) stattfinden.

Quelle: Dieser Artikel wurde vom Verdigris-Projekt produziert, einer Brancheninitiative, die das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen des Drucks auf die Umwelt schärfen soll. Dieser wöchentliche Kommentar hilft Druckdienstleistern, sich über Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten. So können sie sich auch darüber informieren, wie eine umweltfreundliche Unternehmensführung zu einem besseren Ertrag beitragen kann. Verdigris wird unterstützt von den folgenden Firmen:
Agfa Graphics, EFI, Fespa, HP, Kodak, Kornit, Ricoh, Spindrift, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon.

 

by FESPA Zurück zu den Neuigkeiten

Thema

Sind Sie daran interessiert, unserer Community beizutreten?

Erkundigen Sie sich noch heute über den Beitritt zu Ihrer örtlichen FESPA-Vereinigung oder FESPA Direct

Fragen Sie noch heute an

Jüngste Neuigkeiten

Lohnen sich Analysedienste für den Großformatdruck?
Software

Lohnen sich Analysedienste für den Großformatdruck?

Nessan Cleary berichtet, dass Druckmaschinenhersteller zunehmend Maschinenanalysedienste anbieten und ob diese im Großformatsektor ihr Geld wert sind.

19-04-2024
Software: Das Herz von Digital Signage
Signage

Software: Das Herz von Digital Signage

Ohne die richtige Software ist Digital Signage nicht viel mehr als ein großer Fernseher. Wie finden Kunden die richtige Lösung für ihr Projekt, und was können Druckdienstleister tun, um ihnen zu helfen?

19-04-2024
Intelligente Fabriken und Personalisierungstechnologie im Fokus bei Personalise Make Wear 2024
Personalisation

Intelligente Fabriken und Personalisierungstechnologie im Fokus bei Personalise Make Wear 2024

FESPAs Textilbotschafterin Debbie McKeegan spricht mit Branchenspezialisten bei Personalise Make Wear auf der Personalisation Experience und Sportswear Pro 2024 in Amsterdam. An jedem Tag der Ausstellungen veranstaltete Debbie ein Kamingespräch mit diesen Spezialisten, um verschiedene Branchenthemen zu besprechen. Während dieses Kamingesprächs mit Antigro, Caldera, Print Logistics, Inkcups und Kornit Digital diskutieren sie die Rolle digitaler Technologien bei der Personalisierung, die Neugestaltung der Lieferkette, die Zukunft der Fertigung und vieles mehr.

19-04-2024
So schaffen Sie eine effiziente Smart Factory
Personalisation

So schaffen Sie eine effiziente Smart Factory

Debbie McKeegan spricht bei Personalise Make Wear in Amsterdam mit Branchenspezialisten über intelligente Fabriken und Personalisierungstechnologie. Debbie spricht mit Antigro, Caldera, Print Logistic, Inkcups und Kornit Digitial.

18-04-2024