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Kunststoffe deinken

von Laurel Brunner | 12.10.2018
Kunststoffe deinken

Laurel Brunner über Fragen, mit denen sich die Druckindustrie beim Recycling von Kunststoffen konfrontiert sieht: Was kann man verbessern?

Obwohl es derzeit viel darum geht, Kunststoffe möglichst wegzulassen: In Wirklichkeit ist es einfach unrealistisch zu glauben, dass alles aus bedrucktem Plastik demnächst verschwinden wird.
 
Aber es ist nicht verkehrt, darüber nachzudenken, wie die Sammel- und Verwertungsmodelle für diese Stoffe verbessert werden können. Denn die sind ein großes Problem, und das betrifft auch Druckereien, die Verpackungen, Schilder und Displays herstellen. Im Gegensatz zu Papier und Karton sind nur wenige Kunststoffe biologisch leicht abbaubar, daher ist ihr Wert eher gering.
 
Es ist so schwierig, Kunststoff zu recyceln, weil es so viele verschiedene Arten davon gibt. Für Flaschen werden beispielsweise mindestens vier verschiedene Arten verwendet. Sie haben zudem in der Regel Verschlüsse, die noch mal aus anderen Kunststoffen bestehen und separat verarbeitet werden müssen. Einige Applikationen und Materialien, wie etwa Folien für die Fahrzeugbeklebung und Leichtschaumplatten, können recycelt werden. Doch es gibt dafür nur relativ wenige Anlagen.
 
Diese Tatsache erschwert auch die Sortierung und Verarbeitung von Kunststoffen, die für andere Zwecke genutzt wurden, und dann sind da natürlich noch die damit verbundenen Kosten. Eigentlich müsste es möglich sein, jede Art von Kunststoff zu recyceln. Allerdings können die Kosten, insbesondere unter ökologischen Gesichtspunkten, den Nutzen überwiegen.
 
Wenn die Kunststoffquelle sehr stark unbestimmt ist, sinkt damit die Wahrscheinlichkeit, dass der Output besonders hochwertig sein wird. Das gilt ähnlich übrigens auch beim Papier-Recycling. Viele Recycling-Anlagen sind jedoch mit der Zeit gegangen. Heute erreichen sie beim Deinking eine Rohstoffqualität, die sich für sehr viele Papiersorten eignet.
 
Kunststoffverpackungen sowie Materialien, aus denen Schilder und Displays hergestellt werden, sind in der grafischen Industrie die wichtigsten Kandidaten für das Kunststoffrecycling. Wie genau diese zu neuen Rohstoffen verarbeitet werden können, hängt von vielen, oftmals lokalen Stellschrauben ab. Wichtig ist dabei natürlich, dass sich jeder bis zu einem gewissen Grad daran beteiligt.
 
Umweltschützer müssen aber auch realistisch sein und akzeptieren, dass Recycling für die Verbraucher stressfrei bleiben sollte. Dabei müssen Faktoren wie Sortierung, Sammlung, der Umgang mit Verunreinigungen, die Prozesskomplexität, die Qualität und der Wert des Endprodukts berücksichtigt werden.
 
Es ist durchaus möglich, dass solche Faktoren und die Vielfalt der Kunststoffe einem industriellen Recycling entgegenstehen. Möglicherweise ist es sinnvoller, Kunststoffe unspezifisch zu verarbeiten und dann für ganz unterschiedliche Zwecke zu verwenden. In den Niederlanden gibt es Fahrradwege, die ganz aus recyceltem Kunststoff gebaut wurden. Hier steht man noch ganz am Anfang, doch es bleibt zu hoffen, dass sich Kunststoffrecycling und die Wiederverwendung von Plastik ausbreitet, sobald sich dafür tragfähige wirtschaftliche Chancen abzeichnen.
 
Quelle: Dieser Artikel wurde im Rahmen des Verdigris-Projekts erstellt. Die Brancheninitiative hat es sich zum Ziel gesetzt, die positiven Auswirkungen von Druckerzeugnissen auf die Umwelt stärker ins Bewusstsein zu rücken. Dieser Kommentar hilft Druckereien, sich über die Entwicklungen in puncto Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten. Er zeigt auch, wie eine Unternehmensführung, die die Umwelt schont gleichzeitig die Profitabilität verbessern kann. Verdigris wird von folgenden Unternehmen unterstützt: Agfa Graphics, Spindrift.click, EFI, FESPA, HP, Kodak, Kornit Digital, Ricoh, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon.  

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