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Wie Chemie die Welt des Digitaldrucks verändert

von Sonja Angerer | 27.09.2021
Wie Chemie die Welt des Digitaldrucks verändert

Wenn ein neuer, spektakuläres Drucker auf den Markt kommt, gibt es oft eine Launch-Party. Aber Tinten und andere Flüssigkeiten sind für digitale Druckanwendungen genauso wichtig. Trotzdem stehen sie selten im Rampenlicht. Hier sind deshalb drei aktuelle Neuigkeiten zu Verbrauchsmaterialien, die Sie vielleicht noch nicht kennen.

Die Fespa Global Print Expo Amsterdam 2021, die vom 12. bis 15. Oktober 2021 stattfindet, hat in den letzten Wochen eine Reihe von Ankündigungen für den gesamten Digitaldruckmarkt angestoßen.  Verbrauchsmaterialien schaffen es in der Regel nicht auf die Titelseite, aber einige von ihnen könnten das Gesicht des Digitaldrucks erheblich verändern. Hier sind drei neue Produkte, von denen Sie vielleicht noch nichts gehört haben.

Trend 1: Dekorationen auf geprägtem Glas

Während das digitale Bedrucken von Flachglas schon seit Jahren üblich ist, erfordert Dekoration auf Glas mit erhabenen Flächen oder unregelmäßigen Formen bisher eine Vielzahl von Vorbereitungsschritten. So mussten beispielsweise kostspielige Formen maßgeschneidert werden. Das macht die analoge Verfahren für kundenspezifische oder individualisierte Glasartikel mit Prägung oder Sonderform bisher wenig geeignet.

Marabu und Koenig & Bauer haben gemeinsam eine bahnbrechende digitale Lösung entwickelt, die auf Tinten von Marabu sowie der Hardware der Koenig & Bauer Kammann  K15 und K20 Serie basiert. Sie ermöglicht das direkte Bedrucken von individuellen Glasprodukten aller Art, von Einzelstücken bis hin zu industriellen Großserien.

Warum sollte ich mich für 3D-Glasdekoration interessieren?

Individuell gedruckte Innendekoration ist in einer Zeit, in der viele Menschen bereit sind, für ein schönes Zuhause viele Geld auszugeben, noch wichtiger geworden. Der 3D-Glasdruck in Großserien wird wahrscheinlich auch künftig das Vorrecht von Druckdienstleistern bleiben, die bereits über Fachwissen im Bereich Glas verfügen. Er könnte aber durchaus dazu beitragen, die Märkte für andere individualisierte Einrichtungsgegenstände wie etwa Vasen und Geschirr zu stärken.

BILDUNTERSCHRIFT: Mit UV-Neon-Farben könnten sich neue Märkte für Sicherheitsbeschilderungen auftun. Foto: Swissqprint.

Trend 2: UV Neon-Tinte

Ende August 2021 kündigte Swissqprint zwei neue Tinten für ihre gesamte Linie von LED-Flachbett- und Rollendruckern an. Neon Pink und Neon Yellow sind ab sofort als Sonderfarben erhältlich. Sie können jederzeit bei bestehenden Swissqprint-Maschinen nachgerüstet werden. Mit den beiden Sonderfarben kann man die komplette Neon-Farbpalette mit Neon Gelb, Neon Grün, Neon Pink und Neon Orange erreichen.

Neonfarben sind auf dem Digitaldruckmarkt nicht ganz neu. Die Roland Texart SBL3 Sublimationstinten etwa sind seit kurzem auch in Neongelb und -rosa erhältlich. Oki bot schon jahrelang Eco-Solvent- und tonerbasierte Neon-Lösungen an. Dennoch könnte gerade jetzt der perfekte Zeitpunkt für den Siegeszug der Neon-Tinten sein.

Warum sollte ich mich für UV-Neon-Farben interessieren?

Swissqprint UV Neon-Farben leuchten bei Tageslicht und fluoreszieren bei Schwarzlicht. Das bedeutet, dass sie nicht nur für auffällige Werbeplakate und POS-Materialien verwendet werden können. Auch für Leitsysteme für Veranstaltungen und Messen oder auch Batches und Armbänder kommen sie in Frage.  Besucher- und Notfall-Leitsysteme sind Märkte, der in den kommenden Jahren wohl florieren dürfte.

BILDUNTERSCHRIFT: Mit neuen Lacken könnten rutschfeste, digital bedruckte Bodenbeläge auch in Schulen und Krankenhäusern sowie in einer Vielzahl von öffentlichen Räumen zum Einsatz kommen. Bild: S. Angerer

Trend 3: Neue Lacke für Platten und Folien

Das Bürkle LFC-System wird seit Jahren zur Veredelung von bedruckten und unbedruckten Platten eingesetzt. Zumeist nutzt man sie bisher allerdings nur mit einem klaren Schutzlack. Jetzt wurden zwei UV-Lackoptionen Bekannt gemacht: farbiger UV-Lack und ein Anti-Rutsch-Lack.

Mit der UV-Farboption für Platten ist es viel einfacher, Designs mit großen Farbflächen zu produzieren. Denn die Platten können gleich mit einer Schicht in der gewünschten Farbe vorbehandelt werden (Video).

Mit einer Maschine, die weiße Tinte als Unterdruck ermöglicht, kann man auf diesen Platten brillante Bilder drucken und spart dabei noch Digitaldruck-Tinte. Das hat natürlich auch positive Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck der entsprechenden Applikation.
Eine weitere interessante Option ist der Anti-Rutsch-Lack. Damit kann man jede Platte oder Folie, egal ob bedruckt oder unbedruckt, mit Hilfe des Bürkle LFC-Systems in eine rutschfeste Oberfläche mit R11-Zertifizierung verwandelt (Video).

Warum sollte ich mich für Lacke interessieren?

Viele Druckdienstleister arbeiten bereits mit einem Bürkle LFC oder einem ähnlichen System, verwenden es aber hauptsächlich für Klarlacke. Insbesondere die Anti-Rutsch-Option könnte sehr interessante Märkte eröffnen. So sind digital bedruckte Fußböden nun auch dort denkbar, wo dies bislang noch nicht möglich war, also etwa in Pflegeheimen, Event-Locations, Krankenhäusern und Schulen.

Verbrauchsmaterialien machen den Unterschied

In den nächsten Jahren werden sich die Digitaldruckmärkte wahrscheinlich von den traditionellen Außenwerbungs- und POS-Anwendungen auf andere Märkte verlagern, wo bisher noch weitgehend analog gedruckt wird. Innovative neue Verfahren und Lösungen erleichtern den Druckdienstleistern den Zugang zu diesen Segmenten. Dies gilt vor allem dann, wenn die neuen Optionen bei bestehenden Geräten nachgerüstet werden können.

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