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Weniger Abfall, höhere Zuverlässigkeit, mehr Energieeffizienz

von Sonja Angerer | 21.05.2021
Weniger Abfall, höhere Zuverlässigkeit, mehr Energieeffizienz

Wie die neueste Generation von Druckern Druckdienstleistern hilft, umweltfreundlicher zu werden und dabei noch Geld zu sparen.

Gerade sind die meisten Fachmessen noch ausgesetzt sind und jeder hat die Nase voll von Webinaren. Deshalb ist es schwierig geworden, den Überblick über die neueste Generation von Digitaldruckern zu behalten. Was eigentlich schade ist, denn die Newcomer setzen auf Zuverlässigkeit und Umweltschutz. Besonders in der Textil- und Modeindustrie können Digitaldrucker einen großen Unterschied machen, wenn es darum geht Abfall, Wasser und Farbe einzusparen. 

BILDUNTERSCHRIFT: Kornit XDi ist in der Lage, Stickerei sowie Vinyl- und Tranferfolien-Effekte in einem einzigen, abfallfreien digitalen Prozess zu simulieren. Bild: Kornit Digital / Natan Dvir

Wir stellen vor: Kornit Atlas MAX

Im Textilproduktionsprozess wurden kleine bis mittlere Auflagen schon auf digital umgestellt, wodurch Millionen von Litern Wasser eingespart werden können. Die Stufe von Veredelung und Dekoration wurde bisher aber weitestgehend vernachlässigt. Denn es gab kaum Möglichkeiten, Vinyl- und Transferfolien-Effekte zu digitalisieren. Mit Kornit XDi ist das nun anders. Dem die Technik ermöglicht es, Stickereien, Vinyl- und Transferfolien-Effekte in einem einzigen, abfallfreien digitalen Prozess simulieren. XDi ist Teil der MAX-Technologie, die Kornit Digital Ende April 2021 zusammen mit der ActiveLoad Automation, einem neuen Robotersystem für das Medienhandling, in den Markt einführte.

Das erste Produkt, das mit MAX-Technologie auf den Markt kommt, ist der Kornit Atlas MAX, ein kohlenstoffneutrales DTG- Produktionssystem für die Industrie mit integrierter XDi-Technologie zur Herstellung von 3D-Effekten. Bestehende Kornit Atlas-Installationen damit können aufgerüstet werden, entsprechende Sets sind ab Q2/21 erhältlich.

„On-Demand-Produktion ist die Antwort auf die Anforderungen der heutigen Verbrauchers, das sieht und akzeptiert die Branche immer mehr“, sagt Ronen Samuel, CEO von Kornit Digital. „MAX bietet eine seltene, nachhaltige Symbiose, nämlich mehr Kreativität bei weniger Abfall. Ich bin gespannt, was möglich ist, wenn die die vielen brillanten Köpfe in der Branche die grenzenlosen digitalen Möglichkeiten für ihre Kreationen nutzen.“

Inline-Sublimation ohne Stress: Durst P5 TEX iSUB


BILDUNTERSCHRIFT: Der Durst P5 TEX iSUB bietet integrierte, kontaktlose Inline-Fixierung für den Direktdruck auf Polyestergewebe. Foto: Durst Group


Die Durst Gruppe favorisiert die Verwendung von wasserbasierten, geruchsneutralen Tinten für Soft-Signage und Dekor auf Textilbekleidung. Dieses Industriesegment, so jedenfalls sieht das Keypoint Intelligence, wird zwischen 2017 und 2023 um mehr als 60 Prozent wachsen und dann einen Wert von 31,4 Milliarden US-Dollar erreichen.

Im Einklang mit diesen Trends hat Durst die P5 TEX iSUB (Video) entwickelt. Der 3,30 m breite Drucker basiert auf der erfolgreichen P5-Plattform. Das Herzstück des Durst P5 TEX iSUB ist die integrierte Inline-Fixierung für den Direktdruck auf Polyestergewebe. Andrea Riccardi, Head of Product Management, Durst Group AG zu den Vorteilen: „Es ist keine Investition und kein Stellplatz für einen Kalander erforderlich. Die Durst P5 TEX iSUB wird nur von einem Operator bedient, und durch die Prozessbeschleunigung steigt auch die Lieferfähigkeit unserer Kunden.“

Wobei die P5 TEX iSUB nicht nur auf den Direktdruck beschränkt ist, sondern es lassen sich auch Transferpapiere bedrucken und in der gewohnten Art und Weise weiterverarbeiten. Einzigartig an der P5 Text iSUB ist jedoch die innovative kontaktlose Fixierung. Die Technologie sorgt laut Hersteller für eine exzellente Farbkonsistenz sowie Detailschärfe in Bild und Text, während der Drucker mit einer maximalen Geschwindigkeit von 383 qm/Stunde aufwartet.

Epson SureColor SC-F10000H: Es werde Licht


BILDUNTERSCHRIFT: Mit einer maximalen Druckbreite von 193 cm und einer Produktivität von bis zu 245 qm/h ist der Epson SureColor SC-F10000H Dye-Sublimationsdrucker gut für Sportbekleidung und Street Wear geeignet. Bild: Epson.

Mit einer maximalen Druckbreite von 193 cm und einer Produktivität von bis zu 245 qm/h ist der Epson SureColor SC-F10000H Dye-Sublimationsdrucker gut für Sportbekleidung und Mode im Street Wear-Stil geeignet. Der Drucker ist mit sechs PrecisionCore Micro TFP-Druckköpfen ausgestattet und kann mit fluoreszierender Tinte in Pink und Gelb bestückt werden. Alternativ kann man ihn auch mit Light Cyan und Light Magenta für weichere Hauttöne und Farbverläufe konfigurieren.

Frank Schenk, Head of Commercial & Industrial Printing bei der Epson Deutschland GmbH, erklärt: „Unsere Kunden erwarten von ihren Maschinen eine schnelle Arbeitsweise, eine hohe Leistung sowie reproduzierbar hohe Druckresultate. Mit dem neuen SureColor SC-F10000H weiten unsere Kunden ihr Angebot nun auf den lukrativen Markt für Sportbekleidung/trendige Mode, Heimtextilien und Soft-Signage-Produkte aus.“  

BILDUNTERSCHRIFT: Ende April 2021 stellte Mimaki den SUJV-160 vor – einen neuen Tintenstrahldrucker, der zum Bedrucken von Natur- und Kunstleder entwickelt wurde.

Mit Karacho: Mimaki SUJV-160

Lederdekoration ist ein weiteres, sehr aufwändiges Segment der Modeindustrie, das für ein digitales Upgrade wie geschaffen ist. Ende April 2021 stellte Mimaki Europe den SUJV-160 vor, einen neuen Tintenstrahldrucker speziell für Natur- und Kunstleder.  Der Rolle-zu-Rolle-Drucker hat eine maximale Druckbreite von 1,61 m und setzt auf die UVIQUE-Tinten-Technologie von Fujifilm.

Die Dünnfilm-Solvent-UV-Tinte SU200, die von Fujifilm entwickelt wurde und die Mimaki exklusiv vertreibt, bietet hervorragende Flexibilität, Dehnbarkeit und überlegene Kratzfestigkeit auf Natur- und Kunstleder. Dies führt dazu, dass die Textur und Haptik des Materials nach dem Druck erhalten bleiben. Das war bislang mit bestehenden UV-basierten Lederdruck-Lösungen nicht so leicht zu erreichen. Das bedruckte Material ist sofort trocken und bereit für die Weiterarbeitung. Gegenüber dem analogen Prozess ist das wesentlich umweltfreundlicher, weil sonst viel mehr Wasser und Energie zum Trocknen benötigt wird.

Laut Mimaki kann der Drucker für die Produktion von Taschen, Schuhen, personalisierten Sportartikeln, Dekorationen für Innenräume sowie für Auto- und Motorradsitze eingesetzt werden.

Bert Benckhuysen, Senior Product Manager bei Mimaki Europe, kommentiert das so: „Mit dem steigenden Interesse an Luxusgütern werden Statement-Lederteile in den Bereichen Mode und Inneneinrichtung, aber auch in anderen Premium-Märkten immer gefragter. Sie sollen leicht anpassbar, langlebig und visuell ansprechend sein. Druckdienstleitern, die auf sich diese lukrativen Märkte spezialisieren wollen, bietet der Mimaki SUJV-160 alles was sie brauchen."

Aber Innovation ist nicht auf die Textilmärkte beschränkt.

BILDUNTERSCHRIFT: Der neue Swissqprint Karibiu S. Der Schweizer Hersteller gibt eine Lebensdauer von zwölf Jahren für Maschinen an und spart damit viele Ressourcen, da der Drucker nicht so schnell ausgetauscht werden muss. Bild: Swissqprint.

Niedrige CO₂-Emissionen durch lokales Sourcing: Swissqprint Karibu S

Bereits im März 2021 stellte Swissqprint seinen neuen Rolle-zu-Rolle-UV-LED-Drucker Karibu S vor. Bei einer maximalen Druckbreite von 3,40 m erreicht er eine maximale Stundenleistung von 330 qm. Der neue Drucker bietet automatischen doppelseitigen Druck sowie optional pinke und gelbe Neon-Tinte. Der doppelseitige Druck sowie die Neon-Tinten können auch bei bestehenden Karibu-Installationen nachgerüstet werden.

Der Hersteller setzt auf möglichst umweltfreundliche Druckmaschinen und bezieht 90 % aller Maschinenteile von benachbarten Schweizer Unternehmen. Die Drucker werden am Hauptsitz in Kriessern (SG) entwickelt und produziert, wodurch sich der CO2-Ausstoß durch Transporte reduziert. Obwohl die Maschinen wartungsarm konzipiert sind, beträgt ihre Lebensdauer zwölf Jahre.

Außerdem sind alle aktuellen Flachbett- und Rolle-zu-Rolle-Drucker des Herstellers nach eigenen Angaben sehr energieeffizient, was durch die ISO 20690:2018-Zertifizierung belegt wird. Sie sind der erste Hersteller von Großformatdruckern, der seine Geräte diesem Test unterzogen hat.

Was ist umweltfreundlicher: einen neuen Drucker zu kaufen oder den alten länger zu verwenden?

Mit ihren jüngsten Neuvorstellungen haben die Druckerhersteller Lösungen gezeigt, um bestimmte Anwendungen mit deutlich weniger Ressourcen zu produzieren als mit traditionellen analogen Methoden. Die termingerechte On-Demand-Produktion ist seit den Anfängen der Digitaldruckindustrie ein Pfund, mit dem diese wuchern kann. Doch nun, da sowohl die Anforderungen der Kunden als auch die Lieferketten einen Neustart erleben, wird das Thema noch einmal wichtiger.

Für Druckdienstleister wird es aber nicht mehr ausreichen, nur digital zu drucken, damit sie sich Umweltschutz auf die Fahnen schreiben können. Natürlich spart man Ressourcen (und Geld!), indem Maschinen so lange wie möglich nutzt. Trotzdem könnte es ratsam sein, eine Investition in einen neuen Drucker mit weniger Energieverbrauch und umweltfreundlicheren Tinten zu vorzuziehen, wenn eine vorhandene Maschine in diesen Punkten wirklich nicht mehr zeitgemäß ist.
 

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