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Nicht schon wieder ein Lock-down! Was bedeutet das für POS-Applikationen?

von Sonja Angerer | 14.01.2021
Nicht schon wieder ein Lock-down! Was bedeutet das für POS-Applikationen?

Die COVID19-Pandemie bietet auch einige einzigartige Chancen für Schilderhersteller, um noch relevanter für ihre Kunden bei POS-Anwendungen zu werden.

In ganz Europa gibt es nun wieder COVID19-Lock-downs. Die Situation bleibt schwierig, für Menschen wie für die Wirtschaft. Für Druckdienstleiter bedeuten sie einen weiteren Rückschlag im Kampf um eine Rückkehr zum Alltagsgeschäft. Allerdings bietet die anhaltende Pandemie auch einige einzigartige Chancen für Digitaldrucker und Werbetechniker, für ihre Kunden im Bereich POS-Anwendungen noch relevanter zu werden.


Dieses Burger-Restaurant wirbt mit einem eher nachlässigen Großflächenplakat für seinen Take-away-Service. Druckdienstleister können Restaurants und Einzelhändlern helfen, es besser zu machen. Foto: S. Angerer

Es macht keinen Spaß, im Januar 2021 in die Innenstadt zu gehen. Während in früheren Jahren eifrige Käufer nach Kräften versuchten, das Geld und die Gutscheine auszugeben, die sie über die Feiertage geschenkt bekamen, sind derzeit Einkaufszentren und Fußgängerzonen allüberall praktisch ausgestorben. Viele Schaufenster sind beklebt und gleich leer, hastig mit Werbung für den Ausverkauf oder den eigenen Online-Shop dekoriert. Ganz offensichtlich haben die meisten Ladenbesitzer im neuen Jahr noch keinen Cent für POS-Anwendungen ausgegeben, und das völlig zu Recht: Keine Kunden, kein Bedarf für POS-Anwendungen.

Für all die schicke Restaurants und Veranstaltungsorte in der Innenstadt gilt natürlich das Gleiche. Sie mussten früher häufig umdekorieren, um ihre hochkarätigen Kunden immer wieder zu überraschen. Wie wir alle inzwischen wissen, ist das erst mal vorbei. Für Druckdienstleister und Werbetechniker ist dies ein mehr als trauriges Bild einer Stadt. Als sich die wirtschaftliche Situation nach der Finanzkrise 2008 in den meisten europäischen Ländern endlich aufgehellt hatte, wurde das Einkaufen nicht nur für junge Leute zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung. Mit dem beispiellosen Einzug von Social Media in das Leben der Menschen bekam der einst eher unspektakuläre Besuch in High Streets und Malls eine ganz neue Dimension. Einkaufen wurde zu einem Erlebnis, einem sozialen Ereignis und einer einzigartigen Gelegenheit, "Likes" und Reaktionen auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen zu sammeln. Und das allein durch Geldausgeben!
 

BILDUNTERSCHRIFT:  Es sieht ein bisschen so aus, als ob dieser Einzelhändler bereits aufgegeben hat, oder? Doch Verkaufs-Profis müssen mit ihren Kunden im Gespräch bleiben. Druckdienstleister sollten dies bei ihren Kunden für POS-Anwendungen unbedingt ansprechen. Foto: Sonja Angerer

Als der Einkauf zum Erlebnis wurde

Markeninhaber versuchen immer, möglichst nah an den Wünschen ihrer Kunden zu sein. Deshalb haben den Trend zum Einkaufserlebnis schon früh erkannt und sich ein ziemliches Wettrennen in Sachen POS-Gestaltung gestartet. High-End-Kaufhäuser dekorierten ihre gesamten Räumlichkeiten 6-10mal im Jahr neu. Fast-Fashion-Ketten schufen bis vor Kurzem fast wöchentlich eine völlig neue Welt rund um ihre ständig wechselnden Kollektionen. Um zu verstehen, was (erst mal) verloren ist, muss man sich bewusst machen, wie die Entwicklung eigentlich verlief: Nach 2010 erlebte der Einzelhandel eine massive Verlagerung von Werbe- und Marketingbudgets von den traditionellen Medien hin zu POS-Anwendungen und Ladenbau. Damit wollte der stationäre Handel vor allem dem wachsenden Trend des Online- und Social-Shopping etwas entgegensetzen.  

Parallel mit und zum Teil befeuert vom Trend zum Einkaufserlebnis etablierte sich eine breite Palette von zwanglosen, aber auch gehobenen feinen gastronomischen Angeboten für schnelle Snacks, feine Abendessen und Events. Schließlich sollten all die Kunden in der Innenstadt – und ihre Freunde – gut versorgt, unterhalten und glücklich nach Hause gehen. Derartige auf das Erlebnis ausgerichtete Gastro-Angebote muss man ebenfalls viel öfter umdekorieren als beispielsweise eine traditionelle Kneipe. Denn wer möchte schon jede Woche mit dem gleichen Fotohintergrund auf Instagram erwischt werden?

Von dieser sehr breiten Entwicklung profitierten nicht nur die proaktiven Druckdienstleister mit den Schwerpunkt POS und Ladenbau. Sie gestalteten diese auch sehr aktiv mit. Denn gemeinsam mit ihren Kunden sorgten sie für noch spektakulärere Dekorationen, die aufregendsten Schilder und Showrooms, die einen Königspalast glatt in den Schatten stellten.


BILDUNTERSCHRIFT:  Beschilderung für einen Click & Collect-Anlaufpunkt sieht alles andere als einladend aus. Druckdienstleister sollten auch während einer Pandemie mit professionellen Tools für die Kundenkommunikation nachhelfen. Foto: Sonja Angerer

Partner in schwierigen Zeiten

Druckdienstleister müssen noch mehr zum Partner ihrer Kunden werden. Denn es ist durchaus möglich, dass dies die einzige Option ist, die sie langfristig retten kann. Es ist jedoch wichtig, nicht erst irgendwann in der Zukunft auf die Einzelhändler zuzugehen. Also etwa dann, wenn der Höhepunkt der Pandemie vorbei ist und die Geschäfte und Restaurants wieder öffnen dürfen. Zu diesem Zeitpunkt werden nämlich die Menschenmassen wahrscheinlich so hungrig nach „echten“ Einkäufen und Restaurantbesuchen sein, dass aufwendige Dekoration zur Kundenansprache völlig überflüssig sind.

Druckdienstleister mit einer starken Verbindung zu ihren Handelspartnern sollten diese also jedoch schon vor dem Ende der Lock-downs nutzen. Denn Druckdienstleister und Werbetechniker sind einmalig gut gerüstet, dem Einzelhandel durch die heutigen schwierigen Zeiten zu helfen. Positiver Nebeneffekt: So stellen sie sicher, dass Händler wie Druckdienstleister immer noch im Geschäft sind, wenn man COVID19 endlich eingedämmt hat.

Es ist wichtig, die derzeitige Situation genau anzusehen. Nur so lassen sich neue Geschäftsmöglichkeiten für die Druckbranche erkennen:

  • Schilder für die Pandemie: Die Fußgängerzonen sehen gerade ziemlich verzweifelt aus. Das liegt auch daran, dass viele Schaufenster sind mit handgeschriebenen Schildern übersät sind. Sie sollen die nächste Änderung bei den Geschäftszeiten, Zutrittsbeschränkungen oder auch den Termin der Wiedereröffnung ankündigen. Leider ändert sich all dies andauernd. Doch dadurch ergibt sich ein ziemlich unschönes und trauriges Gesamtbild. Kunden sind in der Regel nicht geneigt, in einem Geschäft zu kaufen, das aussieht, als ob es aus dem letzten Loch pfeift. Warum schlagen Beschilderungs-Profis den Einzelhändlern nicht vielseitige, saubere Systeme vor, mit denen diese ihre Kunden auf die gerade geltenden Regeln und Öffnungszeiten hinweisen können?
  • Wegeleitung: Selbst wenn nun immer mehr Menschen gegen das Virus geimpft werden, ist es höchstwahrscheinlich noch eine ganze Zeitlang notwendig, einen gewissen Abstand zu halten. Nur so kann man verhindern, dass sich große Menschenmengen in Geschäften und Restaurants versammeln. Mit ihrer vielseitigen Ausstattung sind die Druckdienstleister in einzigartiger Weise prädestiniert, ihren Kunden im Einzelhandel Bodengrafiken, Trennwände und Beschilderungen anzubieten, die den Menschen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Der größte Teil der vorhandenen Schutzausrüstung gegen COVID19 für den Einzelhandel wurde Anfang 2020 recht eilig zusammengeschustert. Schließlich erwartete man zunächst, dass sie nur wenige Wochen gebraucht werden. Doch jetzt sind sie verschlissen und müsstendringend ersetzt werden. Denn schließlich bringt ein Laden, der wie ein halbes Katastrophengebiet aussieht, garantiert niemanden in Kauflaune.
  • Personalized Packaging: Personalisierte und Verpackungen in Kleinauflagen gilt schon seit Jahren als „das nächste große Ding“. Zum Mainstream-Durchbruch hat es bis jetzt allerdings noch nicht gereicht. Das könnte sich jetzt ändern, denn ansprechende Verpackungen könnten dabei helfen, den Kunden die in vielen Ländern erlaubten "Click & Collect"-Prozeduren schmackhafter zu machen. Wenn unabhängige und lokale Einzelhändler auch nur den Hauch einer Chance gegen multinationale Online-Giganten haben wollen, müssen sie irgendwann damit aufhören, ihre „Click & Collect“-Pakete in alten Schuhkartons an der Hintertür wie Hehlerware zu verteilen. Druckdienstleister haben die einmalige Chance, ihnen dabei zu helfen, indem sie passende Verpackung und Beschilderung anbieten.

BILDUNTERSCHRIFT: So kann Click & Collect aussehen, wenn man es richtig kommuniziert. Druckdienstleister müssen ihren Einzelhandelskunden helfen, die Pandemie zu überstehen und dabei ein gute Figur zu machen. Foto: Sonja Angerer

Jetzt oder nie: den POS wiederbeleben  

Während viele Unternehmen nur in die Zukunft blicken und auf eine ungewisses „Nach der Pandemie“ hoffen, müssen sich Druckdienstleister mit Fokus auf den POS mehr denn je darauf konzentrieren, JETZT Partner ihrer Handelskunden zu sein. Mit Kreativität und Mut können sie lokalen und stationären Einzelhändlern zu dabei zu helfen, für ihre Kunden relevant, sicher und einladend zu bleiben.

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