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Ja sauber: Druckerwartung ist aktiver Umweltschutz

von Sonja Angerer | 26.07.2021
Ja sauber: Druckerwartung ist aktiver Umweltschutz

Für Druckdienstleister gehört die Wartung der Maschinen zum Tagesgeschäft. Eine saubere Maschine läuft aber nicht nur länger, sie entlastet auch die Umwelt.

Niemand reinigt gerne die Abstreifer und entfernt den Papierstaub. Schon gar nicht nach einem langen Arbeitstag. Immerhin tröstlich: Im Vergleich zu den ersten Inkjet-Generationen sind die heutigen Maschinen sehr wartungsarm. Denn die ersten Lösemitteldrucker benötigten bis zu 90 Minuten tägliche Reinigung, um (einigermaßen) zuverlässig zu arbeiten.
Heute fahren die meisten aktuellen Drucker automatische Reinigungszyklen. Trotzdem sollte man Zeit für eine regelmäßige manuelle Tiefenreinigung einplanen. Das gilt je nach Tinten-Technologie vor allem nach längeren Perioden mit geringer oder keiner Nutzung, z. B. nach einem Urlaub.

Unabhängig von der Tintentechnologie sind verstopfte Düsen der häufigste Grund für Maschinenausfälle. Dafür gibt es drei Hauptgründe:
  • Eintrocknen der Tinte
  • Absetzen von Bestandteilen in der Tinte (Sedimentbildung)
  • Staub.
Zwar haben die meisten modernen Drucker Software an Bord, die ein paar verstopfte Düsen eine Zeitlang kompensiert, so dass der gerade laufende Auftrag fertiggedruckt werden kann. Man sollte sich aber immer wieder klarmachen, dass es sich nicht um eine Dauerlösung handelt. Ein verstopfter Druckkopf muss bald repariert oder ausgetauscht werden. Das ist meist teuer und frisst auch noch jede Menge Zeit. Von den Problemen, die ein Maschinenausfall noch so mit sich bringt, reden wir da noch gar nicht.
 
BILDUNTERSCHRIFT: Die meisten Drucker verfügen heute über sehr effiziente Selbstreinigungsprogramme (im Bild: HP Latex 365). Foto: HP

So bleibt Ihr Drucker in Form

Druckerausfall führt zu Unterbrechungen im Arbeitsablauf, Verzögerungen, Überstunden und meist auch zu unzufriedenen Kunden. Mit ein paar einfachen Schritte kann man das Risiko von Ausfallzeiten aber deutlich senken
 
  • Regelmäßige Reinigungszyklen ausführen (lassen)
Die Handbuch die Druckers empfohlenen Reinigungszyklen sollte man sorgfältig einhalten. Deshalb ist auch eine zuverlässige Vertretung bei längerer Abwesenheit oder Urlaub wichtig, die sich dann darum kümmert.
 
  • Stabile Umgebungsbedingungen schaffen
Im Datenblatt eines Druckers sind die empfohlenen Umgebungsbedingungen immer angegeben, doch sie werden gerne überlesen. Bei Tintenstrahldruckern sind die Korridore für Temperatur und Luftfeuchtigkeit aber recht eng. Werden sie mal verlassen, führt das natürlich nicht gleich zu einem Schaden. Auf Dauer beeinträchtigen starke Abweichungen aber doch die Zuverlässigkeit.
 
  • Haltbarkeitsdatum beachten
Die meisten Menschen sind sich zwar bewusst, dass Tinten eine Haltbarkeitsdauer haben, wie eben jeder Joghurt auch. Das im hektischen Arbeitsalltag im Auge zu behalten, ist allerdings verhältnismäßig schwer. Doch Tinte, die sich absetzt oder entmischt kann die Düsen im Druckkopf verstopfen oder beschädigen. Wenn sich so eine abgelaufene Tinte erst mal im Drucksystem verteilt hat, hilft selbst die beste Reinigung nicht mehr viel. Deshalb sollte man schon bei der Lieferung das Haltbarkeitsdatum der Tinte notieren und sich ggf. automatisch erinnern lassen.
 
  • In Tintenqualität investieren
Gerade wenn das Geschäft gut läuft, ist die monatliche Tintenrechnung wahrscheinlich der größte Posten beim Materialeinkauf. Die Versuchung ist groß, hier an der falschen Stelle zu sparen. Schlechte Tintenqualität kann allerdings zu erheblichen Schäden im Drucker führen. Nun gibt es exzellente Tinten auch von kostengünstigen Drittanbietern. Ein billige No-Name-Tinte kann allerdings leicht einen ganzen Drucker ruinieren, egal wie sorgfältig die Wartung vorher war.  

BILDUNTERSCHRIFT: Umweltfreundliche Karton-Boxen für Latex-Tinten beim HP Latex 800w. Foto: HP

Reinigen und die Umwelt schützen

Drucken bedeutet immer auch den Einsatz von Chemikalien. Viele davon sind potenziell gefährlich für Gesundheit und Umwelt. In analogen Druckverfahren braucht man seit jeher viele Reinigungsflüssigkeiten, und die meisten davon enthalten Lösemittel. Das hat dazu geführt, dass etwa in mitteleuropäischen Siebdruckereien Rückgewinnungssysteme installiert und Chemikaliennutzung überwacht werden. In vielen Ländern sind solche Systeme schon seit Jahrzehnten vorgeschrieben.

In reinen Digitaldruckereien ist ein richtiggehendes Abfallmanagement für Chemikalien noch immer recht selten, selbst bei größeren Betrieben.  Das liegt auch daran, dass die Behörden jahrelang ein Auge zugedrückt haben. In manchen Kommunen in Deutschland durfte man Tinten-Kartuschen, die eigentlich Industrieabfall sind, jahrelang einfach im Hausmüll entsorgen.

In vielen Wide-Format Druckern werden die Düsen in den automatischen Reinigungszyklen einfach mit der Tinte gespült. Deshalb muss ein Putzplan, der es mit dem Umweltschutz erst meint, auch eine ordnungsgemäße Entsorgung von Tintenflaschen und -kartuschen mit einbeziehen. Viele Hersteller haben dafür Sammelsysteme eingerichtet. In jüngerer Zeit ersetzten Firmen wie HP die Kunststoff-Kartuschen weitgehend durch Tintenbeutel in schützenden Papp-Boxen. Dadurch muss weniger Plastik recycelt werden.

Reinigungsflüssigkeiten, die nicht wie Tinte in Kartuschen geliefert werden, nehmen Hersteller in der Regel nicht zurück. Das gilt auch für die Tücher und Lappen, die zum Reinigen benutzt wurden.  Diese enthalten oft große Mengen an Lösungsmitteln. Lösemitteldämpfe sind aber nicht nur gesundheits- und umweltgefährdend. Viel davon könne auch ein ernstes Brand- oder Verpuffungsrisiko darstellen. Als Teil eines verantwortungsvollen Reinigungsplans sollte deshalb das Sammeln in geschlossenen, feuerfesten Behältern für die Sonderentsorgung selbstverständlich sein.

Das gilt selbstverständlich auch für alle Filter, die bei der Wartung eines Druckers ausgetauscht werden. Sie gehören immer in den Sondermüll, denn sie können durchaus gefährliche Chemikalien enthalten, auch wenn nicht so aussehen.  

Investitionsschutz heißt in die Zukunft investieren

Einen Drucker sorgfältig sauber zu halten, trägt dazu bei die Investition zu schützen. Denn die Maschine lebt länger und behält einen höheren Wiederverkaufswert. Das ist nicht neu, allerdings machen sich viele Anwender nicht klar, dass die längere Lebensdauer eines sorgfältig gewarteten Druckers auch einen erheblichen Beitrag zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks leistet.

Selbst kleinere Drucker verbrauchen viele wertvolle Ressourcen. Denn zu ihrer Herstellung werden eine Menge High-Tech-Materialien benötigt. Wenn eine Maschine länger im Einsatz bleiben kann, muss pro Jahr eine geringere Anzahl neu produziert werden. Das lässt Rohstoffe auch für kommende Generationen übrig.

In der Gesamtschau wird also deutlich, dass sorgfältiges Reinigen der Druckmaschinen nicht einfach nur eine Aufgabe ist, die umfangreiche Arbeitszeiten noch zusätzlich verlängert. Mit einem gut durchdachten Putzplan kann man auch erheblich zum Umweltschutz beitragen. Das sollte einem schon ein bisschen zusätzlichen Reinigungsaufwand wert sein.

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