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Grüner drucken – mit Inkjets

von Sonja Angerer | 19.07.2021
Grüner drucken – mit Inkjets

Die neuesten Maschinen und Updates helfen Druckdienstleistern dabei, die 3 drängendsten Probleme der Branche anzugehen: Verbrauch von Energie, Chemikalien und Rohstoffen.

Die Hersteller von Großformatdruckern setzen auf mehr Nachhaltigkeit: Die neuesten Maschinen und Updates, helfen Druckdienstleistern dabei, die drei drängendsten Probleme der Branche anzugehen: den hohen Verbrauch an Energie, Chemikalien und Rohstoffen.

Das Leben in der Inkjet-Branche ist in diesen Tagen wirklich alles andere als einfach. Während sich die Wirtschaft nach der Pandemie in vielen Industrieländern erholt, rückt eine andere globale Krise mit aller Macht wieder ins Rampenlicht. Die Klimakrise wird sich ganz direkt auf viele Branchen auswirken, und die Druckindustrie ist da keine Ausnahme.

Die Möglichkeiten der Druckereien, ihren eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, stehen jedoch in direktem Zusammenhang mit den Produkten, die ihre Lieferanten auf den Markt bringen. Nun kann man natürlich schon seit einiger Zeit nachhaltigere Hardware und Verbrauchsmaterialien kaufen. Doch in den letzten Wochen gab es in diesem Prozess noch einmal eine bemerkenswerte Beschleunigung, um die es hier gehen soll.
Die wichtigsten Nachhaltigkeitsprobleme beim Digitaldruck sind

  • Energieeinsatz
  • Einsatz von Chemikalien
  • Einsatz von Ressourcen für Maschinen

Schauen wir uns das einmal im Detail an.

Energieeinsatz bei Digitaldruckmaschinen

Lange Zeit galt die Digitaldruckindustrie selbst als recht energieeffizient. Oberflächlich betrachtet trifft dies immer noch zu. Denn selbst Tintenstrahldrucker im industriellen Maßstab benötigen viel weniger Strom als eine große Siebdruck- oder Offsetlinie. Aber die Druckdienstleister haben sich vergrößert und viel mehr Maschinen angeschafft. Damit ist dieser Vorteil geschrumpft, vor allem wenn man dazu auch die Stundenleistung berücksichtigt

Mit der neuesten Ergänzung der Arizona-UV-Reihe hat Canon daher einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit gelegt. Der neue Flachbettdrucker Arizona 135 GT mit einer Tischgröße von 125 x 250 cm verfügt über eine "Instant-On"-Funktion. Das bedeutet, dass die LED-Lampen mit nur einer minimale Aufwärmzeit auskommen. Dank energieeffizienter Vakuumpumpen und einer optimierten UV-Härtung benötigt der Arizona 135 GT keinen Starkstrom, ein einfacher Haushaltsstecker reicht aus.

BILDUNTERSCHRIFT: Der neue Epson D3000-A1R PrecisionCore-Druckkopf erfordert keinen regelmäßigen Spülen mit Tinte und auch keine Kopfreinigung. Das verringert die Menge der benötigten Chemikalien im Drucker enorm. Foto: Epson

Verwendung von Chemikalien in Großformatdruckern

Chemieabfälle werden zunehmend zu einem Problem. Nicht nur die Herstellung von chemischen Produkten ist ressourcenintensiv. Auch das Recycling benötigt oft jede Menge Energie. Wenn man also so wenig chemische Produkte wie möglich im Druckprozess einsetzt, wirkt sich das direkt auf die Umwelt aus.

Die Spezifikationen der in einem Drucker verwendeten Chemikalien werden weitgehend durch die Druckköpfe bestimmt. Daher erscheint Epsons Ankündigung des PrecisionCore-Druckkopfes D3000-A1R aus der Sicht des Umweltschutzes sehr interessant. Er soll im Frühjahr 2022 auf den Markt kommen.

Beim D3000-A1R wird die Tinte auf der Düsenebene umgewälzt. Dadurch werden nicht nur mögliche Probleme durch die Verdunstung von Feuchtigkeit in Düsennähe vermieden. Die Zirkulation ermöglicht auch eine zuverlässigere Druckleistung, und erhöht nach Herstellerangaben zudem den Freiheitsgrad bei der Konstruktion von Geräten und Tinte. Der D3000-A1R wurde speziell für wasserbasierte Tinten entwickelt und zielt auf die Märkte für digitale Textilien, Verpackungen und Dekorationen.

In puncto Nachhaltigkeit ist jedoch besonders interessant, dass die neuen Druckköpfe im Gegensatz zur Vorgänger-Serie PrecisionCore S-Serie keinen regelmäßigen Tintenausstoß und keine Kopfreinigung benötigen. Damit kann die Menge an verbrauchten Chemikalien in einem Drucker womöglich ganz entscheidend verringert werden.

BILDUNTERSCHRIFT: Upgrade statt Ersatz: Das neueste Upgrade des Reggiani Bolt-Textildruckers erhöht die Dateiverarbeitungsgeschwindigkeit um bis zu 200 %. Foto: Efi

Digitaldruckmaschinen und Rohstoffe

Jedes Mal, wenn ein Digitaldrucker an seine neuen Besitzer ausgeliefert wird, fällt es besonders auf. Für viele Menschen ist ein Digitaldrucker immer noch das winzige Ding, das in unseren Büros steht. Dabei kommen die heutigen hochproduktiven Industriemaschinen ihren analogen Pendants in puncto schiere Größe und Gewicht oft sehr nahe. Man muss sich klarmachen, wie viele Ressourcen für einen einzigen Drucker benötigt werden, also etwa an Stahl, Schaltern, Drähten, Chips...

Doch während eine Siebdruckanlage oft noch auf die nächste Generation vererbt wird, ist das bei einem Digitaldrucker fast nie der Fall. Selbst heute noch scheint der technologische Fortschritt einfach zu schnell zu sein. Selten hält deshalb ein Digitaldrucker länger als fünf bis zehn Jahre durch, bevor er total veraltet ist.

Glücklicherweise sind sich die Hersteller in den letzten Jahren des Problems stärker bewusst geworden. Viele von ihnen bieten Optionen für bestehende Kunden an, ihre Maschinen im Feld mindestens einmal auf eine neue Druckergeneration aufzurüsten. Ein aktuelles Beispiel kommt von  EFI Reggiani. Das Upgrade für den schnellen Single-Pass-Textildrucker Reggiani Bolt wurde erst Ende Juni 2021 angekündigt. Es soll die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei komplexen Dateien um bis zu 200 % erhöhen, so der Hersteller.

Das Upgrade ist eine Kombination aus Hardware- und Softwareverbesserungen und soll Artefakte minimieren, über die Jahre ausfallende fehlende Düsen kompensieren und so bei großen Farbflächen bessere Ergebnisse liefern. Eine neue Inline-Digitalkamera trägt zu konsistenten Druckergebnissen bei. Zudem soll sie dabei helfen, bei einem Druckkopfwechsel die Ausrichtung zu vereinfachen.

Nachhaltigkeit rückt in den Mittelpunkt

Es hat den Anschein, dass umweltfreundliche Hardware endlich einen wesentlichen Einfluss auf die Druckindustrie bekommt. Diese Entwicklung kann dazu beitragen, den CO2-Fußabdruck von Druckereien und Druckprodukten deutlich zu verkleinern. Druckmaschinen müssen endlich von Anfang an mit Blick auf ihren gesamten, langen (!) Lebenszyklus konzipiert werden. Mit seiner neuesten Portfolio-Erweiterung hat Canon den Weg gewiesen: Der neue Arizona 315GT soll in ein Remanufacturing-Programm aufgenommen werden. Damit nämlich, so der Hersteller, soll den Flachbettdruckern ein zweites Leben gegeben werden.  

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