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Wellpappendruck, klug gemixt (Teil 2)

von Rob Fletcher | 11.09.2018
Wellpappendruck, klug gemixt (Teil 2)

Rob Fletcher beleuchtet die Entwicklungen im Markt für digital gedruckte Wellpappe unter besonderer Berücksichtigung der Firmen Inca Digital, Sun und Xanté.

Verpackungen sind derzeit nicht so gut gelitten, denn jeder weiß, wie schlecht Kunststoff für die Umwelt ist. Wellpappe schützt wertvolle Ware und ist gut recyclingfähig. Mit Hilfe von Digitaldruck wird daraus eine attraktive Umverpackung. Rob Fletcher erklärt, welche enormen Zukunftschancen sich hier für die Branche bieten.
 
Wenn man sich weiter umschaut, so kann auch Inca Digital den Druckdienstleistern für den Verpackungsmarkt so einiges anbieten. Lauf Chief Executive John Mills, konzentriert man sich ganz auf die Digitalisierungsmöglichkeiten in diesem Segment und zeigt so weiteres Wachstumspotenzial auf.
 
„Es ist ganz klar, dass in der Wellpappenindustrie weltweit eine strategische Initiative zur Digitalisierung lauft“, so Mills. „Wir sehen, dass alle großen Unternehmen in diesem Sektor digitale Technologie bereits aktiv einsetzen.“
 
Er fährt fort: „Das Druckvolumen, um das es hier geht, ist deutlich größer als etwa das aktuell für POS-Applikationen. Das ist eindeutig der Bereich mit dem größten Wachstumspotenzial für den Digitaldruck in den kommenden Jahren. Man kann das auch daran erkennen, dass nun bereits alle großen Inkjet-Anbieter über Anlagen zum Bedrucken von Wellpappe und Linern verfügen.“
 
Inca Digital ist mit seiner Onset-Familie im Wellpappenbereich bereits sehr erfolgreich. Mills erklärt, dass zwischen zehn und 15 Prozent des Umsatzes mit dieser Maschine auf dem Wellpappenmarkt erzielt werden.
 
Inca Digital ist auch dabei, eine Reihe von Single-Pass-Druckern für diesen Anwendungsbereich zu entwickeln.
 
Der Jetliner ist ein 1,60 m breiter Single-Pass-Rollendrucker, der mit Samba-Köpfen und wasserbasierten Tinten
eine Geschwindigkeit von bis 300 m/min erreichen kann.
 
Mills erklärt: „Wir arbeiten bei diesem Projekt mit BHS zusammen und glauben, dass wir gemeinsam
die Art und Weise, wie Wellpappe künftig gedruckt wird, auf den Kopf stellen.“
 
Das Sortiment soll außerdem durch Entwicklung eine Bogendruckmaschine für Single Pass wie Multi-Pass abgerundet werden. Sie soll der erste Digitaldrucker sein, der die Produktivität von Single Pass mit der Flexibilität von Multi-Pass in einem Gerät bietet.

Sean Moloney, globaler Produktmanager für Digital bei der Sun Automation Group, nutzt bereits die Vorteile der digitalen Produktion in diesem Bereich. Für ihn ist die Single-Pass-Technologie ein entscheidender Vorteil.
 
Er sagte: „Die Kosten und Chancen auf Mehrwert, die mit Digitalisierung entstehen, sind klar. Nun müssen die Hersteller von Kartonagen erkennen, wie sie die Technologie im Einsatz und mit ihren Märkten am besten nutzen.“ Und er fügt hinzu:
 
„Der Beweis dafür ist noch nicht erbracht, und auch der Aufbau realer, erfolgreicher Geschäftsmodelle steckt noch in den Kinderschuhen. Produktionsstätten in den verschiedenen Teilen der Welt, in denen Single-Pass-Digitaldruckmaschinen betrieben werden, setzen sich aber bereits heute mehr und mehr von ihrer analogen Konkurrenz ab. Das ist klar erkennbar.“
 
In diesem Zusammenhang weist Moloney auf das Sun-eigene Corrstream Single-Pass-Digitaldrucksystem hin. Es ist eine von mehreren Optionen, die die Sun Automation Group Anwendern im Rahmen seiner Initiative zur „Industrialisierung der Wellpappe durch digitale Technologie“ anbieten kann. Aufgrund des hohen Verpackungsaufkommens in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie setzt Sun mit seinen Maschinen auf farbechte, wasserbasierte Tinten.
 
Moloney warnt jedoch davor, dass es bei anderen Anlagen durchaus nicht immer so einfach ist. Denn die Anwender müssen sowohl die Technologie als auch die Verbrauchsmaterialien sorgfältig auswählen. Gegenwärtig haben sie die Wahl zwischen Multi-Pass Flachbett- oder Single-Pass-Systemen sowie wasserbasierten, Hybrid- oder UV-Farben – je nachdem, was genau sie drucken wollen.
 
Der Drang zum personalisierten Druck
Xanté konzentriert sich mehr auf den digitalen Kleinauflagenmarkt, der in den letzten Jahren generell gewachsen ist. Das Unternehmen verzeichnet aber auch eine steigende Nachfrage nach Wellpappendruck. Melissa van Gelderen, Geschäftsführerin von Xanté Europe, sagte, dies sei ein riesiger Markt, der weiterhin wächst. Denn die Kunden haben entdeckt, dass sie ihre Versandkartons digital drucken lassen können.
 
Van Gelderen sagte: „E-Commerce wächst stark, und damit die Nachfrage nach kleinen Auflagen von Versandkartons. Das geht jetzt schon eine Weile so. Aber jetzt, da es gute Lösungen für den digitalen Druck auf Wellpappe gibt und deshalb über dieses Thema im Markt gesprochen wird, steigt die Nachfrage wirklich exponentiell an.“
 
Sie fährt fort: „Unsere Kunden berichten uns, sobald sie sie personalisierte Versandkartons anbieten, interessiert sich nicht nur der aktuelle Kundenstamm dafür, sondern es melden sich auch neue Kunden. Der Markt ist also im Moment sehr spannend. Die Kunden erkennen die Vorteile, die der Digitaldruck für Wellpappenanwendungen bieten kann.“
 
Auf die Frage, wie Xanté die in diesem Bereich Tätigen unterstützt, sagte van Gelderen, das Unternehmen habe sich vor etwa sechs Jahren zum ersten Mal mit dem Wellpappenmarkt befasst. Schnell habe man dabei erkannt, wie wichtig es sei, einen Drucker zu haben, der erschwinglich und einfach zu bedienen ist.
 
Van Gelderen: „Kartons aus Wellpappe werden bei den Herstellern traditionell im Flexo-Bogendruck hergestellt. Wir dachten uns also, diese Sparte könnte ein paar Ideen brauchen, wie sie digitaler werden kann.“
 
Heraus kam das Modell Excelagraphix 4800, von dem van Gelderen sagte, es sei der „perfekte Schritt in den digitalen Markt.“ Es bedruckt bis zu 416 Wellpappe-Bögen im Format 48 x 24 Zoll (ca. 123 x 61 cm) pro Stunde drucken.
 
„Die Excelagraphix ist sehr flexibel. Sie bedruckt Bögen, vorgeschnittene Kartonage, und sogar Kartons, die schon gefaltet und geklebt wurden. Typ und Größe der Schachtel kann man binnen Sekunden ändern“, so die Geschäftsführerin.
 
„Darüber hinaus haben wir unseren kompletten iQueue-Workflow hinzugefügt. Unsere Kunden haben also alle Tools, die sie benötigen, um direkt mit dem Drucken zu beginnen, wie z.B. Pantone Matching, Ausschießen, einen Auftragskosten-Rechner, variable Dateneingabe und -verwaltung sowie einen Barcode-Generator".
 
Marken, Marketing-Verantwortliche und Einzelhändler müssen bei ihren Planungen immer stärker auch die Umwelt im Blick haben. Damit wird die Nachfrage nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Lösungen wie dem Wellpappendruck noch steigen. Der gesamte Verpackungsdruck ist schon seit geraumer Zeit als ein wichtiger Wachstumsmarkt erkannt. Wenn man dann noch die Vorteile dieser umweltfreundlichen Verpackungsform mit einbezieht, dann sollte man aber tatsächlich eine Erfolgsformel haben.
 
 

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