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Software verändert die Produktion von Sport- und individueller Bekleidung

von Debbie McKeegan | 19.02.2020
Software verändert die Produktion von Sport- und individueller Bekleidung

Designvielfalt ist entlang der gesamten Lieferkette in der Bekleidungsindustrie gefragt. Für Sportartikelhersteller wird sich die Produktion von angepasster Team-Bekleidung massiv verändern.

Traian Luca, CEO von Gemini Cad Systems, und Debbie Mckeegan, Textilbotschafterin der Fespa, diskutieren darüber, wie sich die Branchenlandschaft bei der Herstellung von Bekleidung nach Kundenwunsch gerade verändert. Denn digitale Drucktechnologie sowie CAD/CAM Design- und Produktionssoftware ermöglichen künftig eine schlanke, effiziente und vor allem nachhaltige Fertigung von Sportbekleidung.
 
Hören Sie sich den gesamten (englischsprachigen) Podcast hier an,  alternativ fasst diese Seite das Gespräch kurz auf Deutsch zusammen.
 
Gemini CAD Systems blickt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Softwarelösungen zurück. Die Produkte des Unternehmen zielen darauf, den Produktionszyklus von Textilprodukten in der gesamten Lieferkette zu verändert. Das gilt für Mode und Innenausstattung ebenso wie für textile Applikationen in der Automotive-Branche. Es ist zu erwarten, dass sich digitale Drucktechnologien weiterentwickeln und zunehmend adaptiert werden. Print on Demand ist deshalb eine entscheidenden Antriebskraft für Veränderungen. Neue Technologien befreien Hersteller von althergebrachten Abläufen. Der traditionelle Arbeitsablauf muss sich daher anpassen und auf innovative Software einstellen, die intelligente Lösungen und nachhaltige Alternativen bietet.
Jüngste Innovationen ermöglichen es bereits heute, während des Designprozesses nach Schnittmustern verschachtelte Drucke zu entwerfen. Damit bricht sich eine deutlich effizientere, genau auf den Kunden angepasste Produktion Bahn.
 
Das wird klar, wenn man sich in groben Schritten den traditionellen Herstellungsweg von individualisierter Sportbekleidung bei vielen Herstellern vergegenwärtigt. Einzelteile des Schnittmusters werden in großer Zahl vorgeschnitten und die Rohlinge gelagert. Erst wenn eine Bestellung eingeht, überträgt man die angeforderten Designs auf den Stoff. Das geschieht in mühevoller Handarbeit, indem man das Transferpapier auflegt und das Muster mit Hilfe einer Presse in den Stoff sublimiert. Zwar werden die Einzelstücke so tatsächlich nach Kundenvorgabe gedruckt. Doch der Weg über die unbedruckt lagernden Teile ist ineffizient, und das muss sich ändern.
 
Mit Hilfe von CAD- und CAM-Software ist es nun möglich, das gewünschte Muster bereits in der Entwurfsphase in das Schnittmuster für das Kleidungsstück einzufügen. Erst dann wird der individuellen Druckauftrag erstellt. Das Transferpapier kann man so in großen Rollen bedrucken, so auch gleich thermofixieren, und erst dann, beispielsweise auf einem Laser-Tisch, automatisch in einzelne Teile des Schnittmusters zerteilen.
 
Das hat noch mehr Vorteile. Denn der Designer kann das Kleidungsstück nun noch besser fine-tunen, also etwa Kleidergrößen anpassen, Muster an den Nähten ausrichten, besondere Logos integrieren. Dabei passt der Druck in Größe und Maßstab exakt zum Kleidungsstück. Die Druckvorlage für jedes einzelne Kleidungsstück ist also einzigartig. Dies war bisher nicht möglich, deshalb ergeben herkömmliche Verfahren nur Konfektionsgrößen.

Die Sportbekleidungsindustrie verlangt aber nach hochspezifischen Produkten, die auf Schnelligkeit und Leistung ausgelegt sind. Es ist also entscheidend, ein Kleidungsstück zu schaffen, das einzigartig und genau auf die Anforderungen des einzelnen Team-Mitglieds zugeschnitten ist.


Bildunterschrift: Mit fortschreitender Technologie entstehen auch neue Design- und Produktionswerkzeuge. Sie ermöglichen damit eine effiziente Produktion. Bild: FESPA.

Wenn diese bahnbrechenden Technologien in einem passenden Prozess eingesetzt werden, ist für Hersteller ein unglaubliches Einsparpotenzial möglich.
 
Die konventionelle Sportbekleidungsproduktion erzeugt viel Abfall. Das kostet wertvolle Zeit in der Herstellung durch doppelte Arbeit, und verschwendet unnötig Tinte sowie viele Meter Stoff. Die Logistik der manuellen Produktion ist ausgesprochen aufwendig, und auch in der Verwaltung werden dadurch Ressourcen vergeudet.


Bildunterschrift: Die Einführung neuer Produktionsverfahren wird in der Sportbekleidungsindustrie große Umbrüche mit sich bringen. Neue Verfahren ermöglichen es, die Bedürfnisse eines wachsenden Marktes schlank, effizient und kreativ zu erfüllen – und dabei ganz auf dem einzelnen Kunden zugeschnittene Produkte anzubieten. Foto: FESPA.

Das erhöht die Gewinne, und Ressourcen werden nachhaltig und genau entsprechend der Nachfrage genutzt.


Bildunterschrift: Mit Hilfe von CAD | CAM-Software ist es jetzt möglich, das Artwork bereits in der Entwurfsphase in das Schnittmuster zu integrieren und erst dann den individuellen Druck auszugeben. Foto:  FESPA.

Wenn man standardmäßig CAD- und CAM-Software einsetzt, lassen sich dadurch bei der Produktion von Sportbekleidung Einsparungen realisieren, die man einfach nicht ignorieren kann. Druckt man nur dort, wo auch Farbe benötigt wird, so kann man den Tintenverbrauch um 50-30% vermindern, hinzu kommt noch das Transferpapier. Denn die automatische  Verschachtelung kann auch hier im Vergleich zum konventionellen Verfahren 30-40% einsparen helfen. Hinzu kommt, dass die verbleibenden Stoffabfälle unbedruckt bleiben und sich so deutlich leichter recyclen lassen.
 
Die Druckeffizienz steigt daher um 30 %. Man spart deutlich an Zeit und Arbeit, wenn die CAD-/CAM-Software für die Produktion von individualisierter Sportbekleidung eingesetzt wird.
 
Gemini-CAD-Systeme stellen im Rahmen der Fespa "Print Make Wear" Smart Factory Sonderfläche auf der Fespa Global Print Expo aus. Diese findet vom 24. bis 27. März 2020 in Madrid statt.
 
 

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