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Fahrzeugverklebung – lohnt der Einstieg noch?

von Rob Fletcher | 26.11.2018
Fahrzeugverklebung – lohnt der Einstieg noch?

Fahrzeugverklebung erfreut sich bereits seit einiger Zeit großer Beliebtheit. Viele Unternehmen bieten die Dienstleistung neu an, und das hat zu einem deutlich stärkeren Wettbewerb geführt. Rob Fletcher untersucht deshalb, ob es in diesem Markt noch Wachstumschancen gibt.

Der Hauptgrund dafür, dass sich Unternehmen in Richtung Fahrzeugverklebung diversifizieren, liegt möglicherweise schlicht im der hohen Aufkommen verschiedenster Aufträge. Diese reichen vom kleinen Selbständigen, der einfach nur auf seinem Lieferwagen für sein Unternehmen werben will, bis hin zu riesigen Verklebungen auf Zügen, Flugzeugen und Schiffen: Das Anwendungsspektrum ist riesig.

Aber mit dem hohen Auftragsangebot kommt der Wettbewerb: Je mehr eine Arbeit nachgefragt wird, desto mehr Unternehmen bemühen sich darum. Die Fahrzeugverklebung hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum erfahren.  Das gilt für den Arbeitsumfang genauso wie für die Anzahl der Unternehmen, die am Markt teilnehmen, um von diesem Trend zu profitieren.

Die Schlüsselfrage für Unternehmen, die in diese Branche einsteigen wollen, ist also, ob es noch Wachstumschancen gibt. Wer sich hier bereits erfolgreich etabliert hat, muss sich die Frage stellen, wie er seine Kunden angesichts des steigenden Wettbewerbs an sich binden will.

Erfolgreich sein in einem dynamischen, wandelbaren Markt

Viele Lieferanten und Hersteller bestätigen, dass Investition in die topmoderne Technologie und Materialien eine der effektivsten Möglichkeiten ist, sich vom Mitbewerber abzuheben. Denn nur so bietet das Angebot höchste Qualität. Avery Dennison beispielsweise vertritt diesen Standpunkt. Der Konzern führt eine breite Palette von Folien und anderen Produkten für die Fahrzeugverklebung. 

Esra Boro, Produktsegmentleiterin für Wrapping EMEA bei Avery Dennison Label und Graphic Materials Europe, ist der Ansicht, dass es für Unternehmen auf dem Markt noch viele Möglichkeiten gibt. Sie betont aber, dass Unternehmen, die sich an für sie neue Arbeiten wagen, darauf achten sollten, die richtigen Materialien einzusetzen.

„Der Markt für Fahrzeugverklebung ist sehr dynamisch und verändert sich ständig", sagte Boro. "Kunden wollen sich als einzigartig und cool darstellen, und Beklebung ist dafür perfekt geeignet. Wenn die Nachfrage weiter steigt, wächst die Branche und bekommt immer mehr Aufträge.

Sie fährt fort: „Es gibt bereits eine erhebliche Anzahl von Akteuren auf dem Markt. Wir sehen außerdem, dass wichtige Player hier investieren und zusätzlich neue Unternehmen auf den Markt drängen. Trotz des zunehmenden Wettbewerbs wächst die Branche immer noch, was auch an den vielen unterschiedlichen Nischen liegt.“

In diesem Zusammenhang weist Boro auf einige der neuesten Produkte von Avery Dennison hin, die Unternehmen dabei helfen können, sich im Wettbewerb zu behaupten, zum Beispiel sechs neue Farben des Supreme Wrapping Films. Diese wurden erst im Oktober auf den Markt gebracht, Boro hat aber bereits „sehr positive Rückmeldungen“ von Kunden erhalten.
Wer die FESPA 2018 besucht hat, dem ist wahrscheinlich die neue selbstheilende Lackschutzfolie von Avery Dennison, auf dem Stand des Unternehmens aufgefallen. Es handelt sich um eine hochwertige Lackschutzfolie, die bei Umgebungstemperatur aushärtet.
 Zusätzlich zu diesen neuen Produkten hat Avery Dennison eine komplette Palette von Autofensterfolien in drei Produktgruppen eingeführt: Hochleistungsfolien, entspiegelte Folien und Infrarotschutzfolien.

Boro dazu: „Mit neuen Lackschutz- und Fensterfolien bietet Avery Dennison nun eine Komplettlösung für den Aftermarket, um ein Fahrzeug umfassend an die Bedürfnisse seines Nutzers anzupassen.“

„Wir erhalten direkt von unseren Kunden ein sehr positives Feedback. Auch die Verkleber selbst sind davon begeistert, wie gut sich die Folien anpassen, wie einfach die Anwendung ist und wie vielseitig man sie anwenden kann. Das bestärkt uns in unseren Leistungsversprechen für die Folien.“

Innovativ denken – zusammen mit dem Kunden

Ein weiteres Unternehmen, das Firmen beim Einstieg in den Bereich der Fahrzeugverpackung unterstützen kann, ist Grafityp. Die belgische Firma verfügt über eines der umfangreichsten Folienangebote der Branche.  Bruno Vanoppen aus der Marketingabteilung von Grafityp sieht in diesem Bereich noch Wachstumschancen – wenn ein Marktteilnehmer in der Lage ist, seinen Kunden die richtigen Ideen anzubieten.


Bildunterschrift: Grafityp skizziert zwei klare Märkte im Bereich der Fahrzeugverklebung: die Werbung auf Firmenfahrzeugen, sowie die Teil- und Vollverklebung von Personenkraftwagen.

Vanoppen dazu: „Die Produkte dafür existieren bereits. Ob die Erweiterung in der Geschäftstätigkeit in diesen Bereich für einen Dienstleiter von Erfolg gekrönt ist, hängt vor allem von den Designs und den Ideen ab, die der Werbetechniker dem Kunden vorschlägt."
Vanoppen erklärt weiter, dass die Fahrzeugverklebung aus zwei getrennten Märkten besteht. Der erste davon ist die Werbung auf Firmenfahrzeugen, meist in Form von bedruckten Vinylfolien als Vollverklebung oder in Kombination mit farbigen Plotter-Schriften.

Vanoppen bezeichnet diese Applikation als „echten Blickfang“ und auch als „großartige mobile Werbung für ein Unternehmen“. Er fügte hinzu: „Dies ist und bleibt ein sehr wichtiger Markt für uns. Wir wachsen in diesem Segment.“

Grafityp engagiert sich auch im profitablen Markt der Teil- und Vollverklebung von privaten Pkw. Hier verweist Vanoppen auf die gegossenen GrafiWrap-Vinyle des Unternehmens. Seiner Meinung nach bieten diese die Möglichkeit, jedes Fahrzeug zu personalisieren. Weiter sagt Vanoppen: „Die Personalisierung kann von einer mit Carbon-Folie beklebten Dachreling bis hin zu einer Vollverklebung reichen. Wir bieten mehr als 180 verschiedenen GrafiWrap-Farben und -Strukturen. Denn auch hier wächst der Markt.“

Vanoppen geht tiefer auf das Grafityp-Portfolio ein, und stellt dabei einige der neuesten Angebote des Unternehmens vor. Dazu gehört Grafiprint AE38C, eine gegossene Druckfolie mit einer Luftkanal-Klebeschicht. Sie lässt sich einfach verarbeiten gleitet gut und ist repositionierbar.

Was aber zeichnet die Grafityp-Produkte nach Vanoppens Ansicht vor allen anderen aus? Dazu sagt er: „Die Folien, die Grafityp anbietet, werden alle im eigenen Haus hergestellt. Wir verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von gegossenen Vinylen.“

Weiter sagt er: „Die Mehrheit der GrafiWrap AMD-Folien sind gegossene Folien, für die Fahrzeugverklebung ein absolutes Muss. Durch die enge Zusammenarbeit mit internen und externen Spezialisten werden die Folien stets so entwickelt, dass sie den aktuellsten Kundenanforderungen genügen. Wir bieten die neueste Technologie in Kombination mit einem wettbewerbsfähigen Preisniveau.“

Unterstützung durch kontinuierliche Produktentwicklung

Eine der wichtigsten Botschaften der Industrie ist wohl, dass man sich sehr in der Entwicklung neuer Produkte engagiert. So will man die Anwender in ihrer Arbeit unterstützen und es ihnen ermöglichen, sich neue Möglichkeiten in der Fahrzeugverklebung zu erschließen.

3M hat dies kürzlich mit einem Update seiner Palette von Druckfolien der Serie IJ180mC- bewiesen. Diese kamen als Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach Druckfolien für die Verklebungen auf dreidimensionalen Oberflächen. Das Unternehmen hat daraufhin seine  IJ180mC-Filme nun nochmals umfassend getestet und kam zu dem Schluss, dass alle Filme in der Palette nun für 3D-Verklebungen zugelassen werden können.

Bildunterschrift: 3M kam kürzlich zu dem Schluss, dass alle seine IJ180mC-Filme nun als 3D-Folien klassifiziert werde können.
3M skizzierte den angewendeten Testprozess und verwies darauf, dass die Druckfolien IJ180mC-10, IJ180mC-114 und IJ180mC-120 alle bis 130 Prozent gedehnt werden können. Damit „legen sie sich problemlos an Aussparungen, gekrümmte Oberflächen, Sicken und Nieten, ohne dass es zu Weißbruch kommt.“

Pen Webley, Marketing-Manager für den Bereich Commercial Solutions von 3M, sagt dazu: „Bei 3M legen wir größtes Augenmerk auf die Wünsche und Bedürfnisse, die uns unsre Kunden mitteilen.  Die wachsende Nachfrage nach Fahrzeugfolien mit 3D-Funktionalität hat dazu geführt, dass wir unsere Flaggschiffe unter den bedruckbaren Fahrzeugfolien noch einmal ausführlich getestet haben, was dann zu dieser neuen Klassifizierung geführt hat.“

In diesem Zusammenhang stellte 3M fest, dass gegossene Vinylfolien ihre eigenen einzigartigen Eigenschaften haben – besonders dort, wo Materialien für anspruchsvolle Aufgaben in diesem Markt gesucht werden. Das Unternehmen gibt an, es seinen Kunden „3D-konforme Optionen für jeden Geschmack, jeden Stil und jede Anwendung“ anbieten kann.

3M nannte als Beispiel IJ180mC-114, eine bedruckbare transparente Verpackungsfolie für ausgefeilte Designs, die „die Fahrzeugfarbe durchscheinen lassen“. Die Folie IJ180mC-120 ist hingegen eine bedruckbarer Metallfilm mit Glanzeffekt für einen „Edgy Look“.

Die Botschaft hier ist scheinbar klar: Es gibt noch viele Möglichkeiten für Unternehmen, in den Markt für Fahrzeugverklebung einzusteigen und so auch neue Arbeitsplätze zu schaffen. Bei Werbetechnikern und Digitaldruckern bleibt sie ein beliebtes Segment für die Spezialisierung, und deshalb haben viele Unternehmen bereits Schritte in diese Richtung unternommen.

Wenn man jedoch Nischenbereiche identifizieren kann, wo noch Marktchancen bestehen, und dort die neuen, spannenden Produkte nutzt, die auf den Markt kommen, dann gibt es noch viele Aufträge zu ergattern. Und es ist ein leichtes, sein Unternehmen entsprechend auszubauen.
 

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