Bloggen

Lizenz zum Drucken

by FESPA | 01.08.2018
Lizenz zum Drucken

Laurel Brunner diskutiert, wie Marken ihre Umweltverantwortung kommunizieren. Das ist sinnvoll für die Unternehmen wie den Planeten.

Die technologische Infrastruktur der grafischen Industrie funktioniert – doch nun geraten Projektdesigner und Druckereien zunehmend unter Druck. Allerdings stehen die Marken selbst auch stärker im Fokus. Einzelhändler setzen immer stärker auf Eigenmarken, lokale Produzenten bedienen Slow Food-Märkte und aufstrebende Unternehmer aller Branchen versuchen sich Anteile an Märkten zu sichern, die früher von etablierten Marken kontrolliert wurden. Letztere müssen sich auch auf Verbraucher einstellen, deren

Erwartungen sich verändert haben: Sie sind der Ansicht, dass die Markenartikler in der Verantwortung stehen, wenn es um Umweltbelastung geht.  

Diese Ansicht speist sich aus der Überzeugung, dass Markeninhaber schließlich die Verpackungen und Werbeschilder ordern, und deshalb auch für den dadurch anfallenden Müll verantwortlich gemacht werden sollten. Verbraucher reichen so ihr eigenes schlechtes Gewissen weiter. Und tatsächlich ist das „schlechte Gewissen“ ein Faktor, der zu einem verstärkten Umweltengagement großer Unternehmen beiträgt. Wenn diese Verantwortung für die Umwelt übernehmen, ist das gut für die Unternehmen – und natürlich auch für unseren Planeten.

Dass der Verbraucher von seinen Marken heute mehr erwartet, ist natürlich kein ganz neuer Trend mehr. Zunächst ging es vor allem um die Markenbindung jener Käufer, die sich als cool, sportlich, elitär, zukunftsweisend oder besonders wohlhabend darstellen wollten. Marken zielten auf die Wünsche der Verbraucher und ihren Herdeninstinkt. Deshalb schufen sie Bilder, die die Konsumenten nachahmen oder zu ihrem Selbstbild machen wollten. Was auch immer die Marke für ihre Zielgruppe verkörpern sollte, immer ging es um Persönlichkeit und Identität. Früher trugen die Leute Kleidung mit großen Logos.  Sie kauften Produkte von Herstellern, deren Tragetaschen schick waren. Und deren unbestreitbare Eleganz auf die Person abfärbte, die die Tasche trug. Bislang hat sich die Druckindustrie im Segment der Verpackungen für die Luxusgüterindustrie gut behauptet. Das lag an der hohen Qualität der Produkte. Diese repräsentierten das schicke Image einer Marke und natürlich das Selbstbild ihrer Kunden. Die gedruckte Kommunikation hatte spezifische Qualitätsansprüche, die der Identität der Marke entsprachen. Doch das ändert sich jetzt.

Heute wollen sich Konsumenten nicht mehr mit einer Marke identifizieren, die nur ihr eigenes Selbstverständnis und ihre Ambitionen ausdrückt, sondern erwarten, dass Marken auch soziale Werte und Nachhaltigkeit widerspiegeln. Damit verschieben sich auch die Vertragsbedingungen im Verhältnis von Marke und Konsument leicht. Denn der Verbraucher erhält mehr Macht. Man muss sich daher klarmachen, dass Marken heute nicht mehr nur ein Hinweis auf die Identität des Trägers sind. Sondern dass sie auch sichtbar soziale Verantwortung übernehmen und ihre Umweltbelastung managen müssen.

Was das für die grafische Industrie bedeuten wird, ist heute noch unklar. Der Einsatz von nachhaltigeren Materialien und Produktionsprozessen in Print-Produkten ist ein klarer Vorteil, den Marken auch kommunizieren können. Auch die Recyclingfähigkeit von Druckerzeugnissen und ihre Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffe sind ein Pfund, mit dem sie wuchern können. Die ISO-Norm 21331 legt fest, wie Marken Nachhaltigkeit bei ihren Kommunikationsausgaben nachweisen können. Sie können so etwa die Recyclingfähigkeit der verwendeten Medien deklarieren. Die Norm ermutigt außerdem Markenartikler, sich für Druckprodukte statt elektronischer Alternativen zu entscheiden.

by FESPA Zurück zu den Neuigkeiten

Thema

Sind Sie daran interessiert, unserer Community beizutreten?

Erkundigen Sie sich noch heute über den Beitritt zu Ihrer örtlichen FESPA-Vereinigung oder FESPA Direct

Fragen Sie noch heute an

Jüngste Neuigkeiten

Podcasts

Zusammenarbeit von Kornit Digital auf der FESPA Printeriors 2022

Es war ein arbeitsreiches Jahr für das Team von Kornit Digital. Mit einer Reihe hochkarätiger globaler Veranstaltungen allein in den letzten Monaten haben wir uns mit Sharon Donovich, Marketing Director for Global Events and Retention Marketing, getroffen.

16-08-2022
Features

Die Bedeutung des Buchdrucks im Krieg in der Ukraine

In Kriegs- und Konfliktzeiten kann die Druckindustrie eine sehr wichtige Rolle spielen. Drucken kann dazu beitragen, öffentliche Unterstützung aufzubauen und die Moral zu stärken. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Druckindustrie im aktuellen Krieg in der Ukraine.

15-08-2022
Features

Künstliche Intelligenz im Digitaldruck

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein großes Thema in der heutigen Technologie- und Medienbranche. Sonja Angerer erkundet, wie wichtig Künstliche Intelligenz heute für Drucker ist.

15-08-2022
Bloggen

So erstellen Sie einfach und unkompliziert Allover-Print-Shirts

Viele Menschen lieben es, während andere es hassen, aber es lässt sich nicht leugnen, dass der Allover-Druck einer der heißesten neuen Trends in der Welt der personalisierten Hemden, T-Shirts, Einteiler und anderer Kleidungsstücke ist. In diesem Artikel erfahren Sie, was Allover-Druck ist, wie dieser Prozess erreicht wird und welche Unterschiede zwischen Sublimation und großflächigem Siebdruck bestehen.

15-08-2022