Menschen im Druck

Ein Zeichen der Zukunft: Murat Kurdu von General Formulations

von FESPA Staff | 15.11.2019
Ein Zeichen der Zukunft: Murat Kurdu von General Formulations

Murat Zekeriya Kurdu, Geschäftsführer von General Formulations EMEA, befasst sich mit der Zukunft der Beschilderung und der Verpackung im Freien.

Erzählen Sie uns etwas über allgemeine Formulierungen und was sie produzieren ...

General Formulations (GF) ist ein US-amerikanischer Hersteller von druckempfindlichen Filmen für den Vinyldruck, den digitalen Tintenstrahldruck sowie den Sieb- und Offsetdruck. Wir verfügen über mehrere Beschichtungslinien auf Lösungsmittel- und Wasserbasis sowie über einen der größten Verarbeitungsbetriebe der Branche, der auf Schlitzen, Folien, Stanzen und Verpacken spezialisiert ist. Unsere Unternehmenszentrale verfügt über eine Produktions- und Umwandlungsfläche von 400.000 Quadratmetern, um den ständig wachsenden Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden.

Was ist deine Rolle? Wie helfen Sie, das Geschäft voranzutreiben?

Ich leite seit 2017 GF Europe, Middle East und Africa (EMEA) von Köln aus. Wir sind in unserem Werk voll ausgestattet mit einem Lager (mit Platz für 1400 Paletten), Büros und einem Verkaufs- und Betriebsteam. Nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit haben wir das GF-Sortiment in mehr als 30 Länder und 160 Distributoren in ganz EMEA erweitert.

Was reizt Sie im Moment im Druck?

In den letzten Jahren hat sich der B2C-Markt enorm weiterentwickelt. Ich erinnere mich an die Zeit vor 12 oder 14 Jahren, als Verbraucher anfingen, Fotobücher oder Leinwandrahmen in weitaus geringerer Anzahl als heute zu bestellen. Jetzt sehen wir eine große Nachfrage nach Innenausstattung der Verbraucher für Wände, Fahrzeuge, Kleidungsstücke und so weiter. Diese Kundenbasis ist so groß, dass täglich neue Lösungen auftauchen. Früher wollten Unternehmen das Marketing für ihre Marken anpassen, und heute sehen wir, dass Verbraucher ihre Wohnungen, Häuser, Fahrzeuge, Hemden, Schuhe und mehr anpassen.

Dieses Wachstum der B2C-Nachfrage ist einer der Hauptgründe für den Erfolg des Online-Druckmarktes.

Was ist der nächste große Technologiesprung in der Branche?

Der 3D-Druck wird stärker - aber vor allem muss er in Bezug auf Investition und Produktion wirtschaftlicher werden. Wir werden dann mehr Drucker auf dem Markt sehen, die kundenspezifische 3D-Drucke anbieten.

Speziell entwickelte Tinten und Lacke sorgen dafür, dass der Digitaldruck im Bauwesen immer beliebter wird. Es besteht bereits eine große Nachfrage nach personalisierten Fassaden und Wänden. Da die Bauzeit eine Haltbarkeitserwartung von mindestens 15 bis 20 Jahren hat, muss die Haltbarkeit der Drucke erheblich verlängert werden. Das ist ein möglicher Technologiesprung in der Zukunft. Zum Beispiel produziert GF jetzt GF285 RoughMark, ein fünfjähriges polymerkonformes Vinyl mit einer Dicke von 90 Mikrometern, das einen Klebstoff auf Lösungsmittelbasis mit hoher Klebrigkeit enthält, der bis zu sechs Monate entfernt werden kann (siehe Bild unten). Es ersetzt Ziegelvinyl und Hochklebevinyl, ohne dass eine Laminierung erforderlich ist, und kann trocken montiert werden. Es ist jetzt auch in einer klaren Version erhältlich, GF287.


Der für den Außenbereich geeignete RoughMark GF285 ist ein superflexibles Substrat für lösungsmittelbasierte, umweltfreundliche Lösungsmittel-, Latex- und UV-härtbare Tinten

Was ist das nächste große Hindernis für Drucker?

Viele Drucker sind zu schnell, um sich auf die Stückkosten zu konzentrieren. Eine erfolgreichere Geschäftsstrategie besteht darin, Produkt- und Leistungsvorteile zu identifizieren und zu verkaufen. Dies im Einklang mit Servicequalität und Innovation verteidigt höhere Margen.

Was fordern Kunden in ihren Autoverpackungen?

Die wichtigsten Punkte sind Zeitersparnis beim Aufbringen des Vinyls auf das Fahrzeug und Entfernen nach der Kampagne. Wrapper verwenden hauptsächlich einfach aufzutragende Vinyls mit Luftaustrittskanälen im Kleber, insbesondere kleinere Drucker, die wenig Zeit haben.

Außerdem ist es für die Kunden sehr wichtig, Materialien zu haben, die an Aussparungen, Kurven und Nieten haften. Hier ist es sehr wichtig, hochwertige Materialien zu verwenden - für eine vollständige Autoverpackung bedeutet dies hauptsächlich gegossene Vinyls.

Was ist die Zukunft des Schilderdrucks? Wie trägt GF dazu bei?

Wir sehen die Zukunft des Schilderdrucks in der Schaffung neuer, schneller und benutzerfreundlicher Anwendungen. Innovation ist unser Haupttreiber in der Produktentwicklung bei GF. Wir stehen in enger Kommunikation mit Händlern, Druckern und Marken / Einzelhändlern, weil wir deren Bedürfnisse und Probleme verstehen müssen, um die besten Lösungen zu finden.

Wir versuchen auch, uns mit verschiedenen anderen Branchen zu verbinden, um sie wieder mit der Schilderdruckindustrie zu verbinden.

Die Kommunikation bestehender Sign-Print-Lösungen mit neuen Märkten führt zu einer höheren Nachfrage in der Sign-Branche, und andere Branchen werden sich bewusst, was durch den Einsatz unserer Technologie möglich ist.

Wie schwierig ist die Rekrutierung in Ihrem Druckbereich? Hilft oder behindert das Bildungssystem den Zustrom junger Arbeitnehmer?

Das derzeitige Bildungssystem ist mit unserer Branche nicht sehr vertraut, und daher sehen wir keinen klaren Weg für Studenten zur Zeichenherstellung. Das hindert uns daran, junge Arbeitnehmer dazu zu bringen, ihre Kommunikationswege zu verbessern.

Eine Lösung wäre, unsere Branche stärker in Bildungsbehörden und Wirtschaftsverbände einzubeziehen, um eine Nachfrage nach Fachkräften zu schaffen. Diese Nachfrage könnte zu Schulungskursen an Business Schools führen und die grundlegende Bildungshaltung unserer Branche verändern.

Erzählen Sie uns etwas über Sie und Ihren Hintergrund…

Ich bin 2001 in die Schilderdruckbranche gekommen und habe für die Colormy AG gearbeitet, einen One-Stop-Shop-Distributor für LFP-Druckmedien, Tinte und Drucker in Deutschland.

Nach der Übernahme des Unternehmens durch Fujifilm hatte ich die globale Verantwortung für die großformatige Marke Euromedia. 2010 wechselte ich zur Verpackungsfirma Antalis und baute mit einem 20-köpfigen Verkaufsteam das Viscom-Beschilderungsgeschäft in Deutschland auf. Ich habe auch die Marke Coala mitgestaltet, die LFP-Medienreihe für Antalis in Europa.

2012 wechselte ich als CEO von Convertec in Deutschland in die Fertigung, die sich auf die Oberflächenbeschichtung von Folien, Textilien und Papieren spezialisiert hat.

2014 wechselte ich zu BN International, einem Tapetenhersteller mit mehreren Beschichtungslinien, darunter für Textilien und Leinwand. Ich war der Global Director of Print Media und hatte die Verantwortung, den Markt für digitale Tapeten und Leinwand aufzubauen.

Denken Sie, Sie müssen ein großes Unternehmen sein, um heute im Druck zu überleben?

Nein - der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, sich bestimmten Kunden und Produkttypen zu widmen und sich auf diese zu konzentrieren. Die Suche nach einer Nische, die groß genug ist, um erfolgreich zu sein und sich zu replizieren, bietet dem kleineren Unternehmen eine großartige Gelegenheit, Marktanteile zu sichern.

Woher nimmst du Druckinspiration?

Der Digitaldruck hat sich in den letzten 10 Jahren stark auf dem Verbrauchermarkt etabliert. Infolgedessen sehen wir in unserer täglichen Umgebung immer mehr Digitaldruckanwendungen. Ich bin also stark von alltäglichen Dingen wie Einkaufen, Sport und Urlaub inspiriert.

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