Jesús Durá, Präsident von FESPA Spanien, analysiert die Lage der Branche und die Rolle der Messe als globale Plattform.

Nach fast 14 Jahren wird sich die internationale Druckindustrie anlässlich der FESPA Global Print Expo 2026 in Barcelona. Für Jesús Durá, Präsident von FESPA Spanien und Geschäftsführer von Vinylcolor Digital, bedeutet die Rückkehr der weltweit größten Fachmesse der Branche eine Anerkennung der lokalen Industrie und eine strategische Chance für spanische Unternehmen.

„Es ist eine Ehre, die gesamte internationale Grafikbranche willkommen zu heißen“, erklärt Durá. „Nachdem es so viele Jahre lang keine FESPA Expo in Spanien gab, ist es für uns ein Grund zur Freude, die FESPA International wieder in Barcelona begrüßen zu dürfen – aber auch eine Herausforderung.“

Ein globales Schaufenster, das nach Spanien zurückkehrt

Die letzte FESPA-Messe in Spanien fand vor mehr als einem Jahrzehnt statt. Seitdem hat die Branche einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen, der von Digitalisierung, technologischem Fortschritt und neuen Geschäftsmodellen geprägt ist. Vor diesem Hintergrund kommt der Rückkehr der Messe eine besondere Bedeutung zu.

FESPA Spanien mit Mitgliedern des FESPA-Teams

„Die FESPA ist die weltweit größte Fachmesse der Druckindustrie“, betont Durá. „Dass sie nach so vielen Jahren wieder nach Spanien zurückkehrt, ist eine Anerkennung und eine Unterstützung für die spanische Industrie.“

Zudem senkt die Durchführung der Messe in Barcelona die Hürden für viele lokale Unternehmen. „Es ist nicht dasselbe, an einer Messe im eigenen Land teilzunehmen, als in einen Markt eines Drittlandes zu reisen“, erklärt er. „Dies eröffnet eine sehr interessante Möglichkeit für mehr spanische Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren, und erhöht zudem die Besucherzahlen der Messe.“

Eine Plattform für die lokale Industrie und die Vernetzung mit Lateinamerika

Durá hebt zudem das Potenzial der FESPA 2026 hervor, die Verbindungen zu anderen Märkten, insbesondere zu Lateinamerika, zu stärken. „Dies ist eine großartige Gelegenheit, die Beziehungen zu Lateinamerika zu vertiefen“, betont er. „Wir verfügen über kulturelle und kommunikative Vorteile, die wir bisher nicht immer voll ausgeschöpft haben.“

Über das Networking hinaus dient die FESPA als Anhaltspunkt, um sich einen Überblick über die tatsächliche Marktlage zu verschaffen. „Die Messe dient nicht nur dazu, Kontakte zu knüpfen“, betont er. „Sie ist ein Ort, an dem man verstehen kann, in welche Richtung sich die Branche entwickelt, welche Trends sich abzeichnen und wie die Aussichten aussehen.“

Innovation, Materialien und Technologie

Einer der wichtigsten Transformationsschwerpunkte der Branche ist die Weiterentwicklung der Materialien, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit. „Heute ist es möglich, komplette Konstruktionen, sogar Messestände, aus Karton zu entwickeln – etwas, das vor einigen Jahren noch undenkbar war“, erklärt Durá.

Hinzu kommt der stetige Fortschritt in der Drucktechnologie. „Unsere Branche musste sich sehr schnell an die Veränderungen anpassen“, erklärt er. „Wahrscheinlich haben wir in den letzten 20 Jahren mehr Umwälzungen erlebt als von Gutenberg bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.“

Die Vernetzung der Geräte, fortschrittliches Farbmanagement und der Einsatz künstlicher Intelligenz definieren die Produktionsprozesse neu. „KI lässt sich bereits sowohl in der Druckvorstufe als auch im Druckprozess einsetzen und ermöglicht es, Fehler zu erkennen, die Farbkonsistenz zu gewährleisten oder vorausschauende Wartungsmaßnahmen durchzuführen“, erklärt er. „Dies wirkt sich direkt auf die Produktivität der Unternehmen aus.“

Nachhaltigkeit: eine kritische und notwendige Sichtweise

Für Durá ist Nachhaltigkeit keine Option mehr, doch er weist auf die Notwendigkeit einer gründlichen Analyse hin. „Man muss sich ganz klar darüber sein, was wir unter Nachhaltigkeit verstehen“, betont er. „Nicht alles, was als nachhaltig dargestellt wird, ist es auch, wenn man den gesamten Prozess der Wiederverwendung des Materials analysiert.“

Seiner Ansicht nach muss die Branche transparenter und kritischer werden und dabei sowohl die Dämonisierung bestimmter Materialien als auch die Idealisierung anderer vermeiden. „Wenn wir auf Nachhaltigkeit setzen, dann müssen wir dies mit allen Konsequenzen tun“, betont er und räumt ein, dass nach wie vor ein Preisunterschied besteht, den der Markt schrittweise ausgleichen muss.

Ein unverzichtbarer Termin für die Branche

Mit einer Präsenz in 37 Ländern bietet die FESPA eine einzigartige Plattform, um Chancen auf nationaler und internationaler Ebene zu erschließen. „Die FESPA ist das globale Schaufenster, das es uns ermöglicht, den tatsächlichen Puls des Marktes zu erfassen und strategische Entscheidungen zu treffen“, fasst Durá zusammen. „Es ist ein unverzichtbarer Termin für jeden, dem die Zukunft der Branche und die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens am Herzen liegen.“

Entdecken Sie die FESPA Global Print Expo 2026

Die führende Messe in Europa für Siebdruck, Digital- und Großformatdruck, Textildruck und Beschilderung. Die FESPA Global Print Expo 2026 kehrt nach Barcelona zurück.